Die tickende Zeitbombe: Wie die Staatsverschuldung den US-Wahlkampf 2024 beeinflussen kann (und wird)

Die tickende Zeitbombe: Wie die Staatsverschuldung den US-Wahlkampf 2024 beeinflussen kann (und wird)

Einleitung

In den letzten Jahrzehnten haben die USA eine beispiellose wirtschaftliche Dominanz erlebt, doch hinter dieser Fassade brodelt eine Schuldenkrise, die das Land an den Rand des Abgrunds bringen könnte. Der Wahlkampf für das höchste Amt im Land könnte von dieser Krise dominiert werden.

Mit Schulden, die in schwindelerregende Höhen schießen, einer wachsenden Abhängigkeit von ausländischen Kreditgebern und Zinszahlungen, die den Haushalt massiv belasten, steht Amerika vor einer seiner größten Herausforderungen. Dieser Artikel taucht tief in die verschiedenen Aspekte dieser Krise ein und untersucht, wie sie die politische und wirtschaftliche Zukunft der USA formen könnte.

Die steigenden Schulden

Die USA, einst als Wirtschaftsgigant gefeiert, sehen sich nun mit einer Staatsverschuldung konfrontiert, die alle bisherigen Rekorde bricht. Jahrzehntelange Haushaltsdefizite, kombiniert mit kostspieligen Kriegen und Sozialprogrammen, haben zu dieser alarmierenden Situation geführt.

Während das Bruttoinlandsprodukt weiter wächst, hat die Regierung Schwierigkeiten, die Verschuldung zu kontrollieren. Dieses Thema hat das Potenzial, sich zu einem zentralen Punkt im Wahlkampf zu entwickeln, da es bedeutenden politischen Sprengstoff birgt.

Wie können die Kandidaten versprechen, die Verschuldung zu reduzieren, während sie gleichzeitig kostspielige Programme und Steuerbenefits für ihre Wähler vorschlagen? Und an den Märkten wird auch heute schon täglich neu die gleiche Frage gestellt: wie lange kann diese Schuldenaufnahme noch nachhaltig sein?

Hohe Abhängigkeit vom Ausland

Ein weiterer beunruhigender Aspekt der steigenden Verschuldung ist die immer noch hohe Abhängigkeit von ausländischen Kreditgebern. Länder wie China und Japan haben ihre Bestände zwar reduziert, halten aber immer noch einen erheblichen Anteil der US-Staatsanleihen, ebenso wie viele Kreditgeber im Nahen Osten. Diese Abhängigkeit stellt ein geopolitisches Risiko dar und könnte die USA in einer schwierigen Position zurücklassen, sollte es zu weiteren internationalen Konflikten kommen.

Jede weitere Anspannung in den internationalen Beziehungen könnte dazu führen, dass diese Länder ihre Anleihen verkaufen, was die US-Wirtschaft weiter destabilisieren würde. Im Wahlkampf wird dieses Thema oft als Argument für eine stärkere Inlandsfinanzierung und eine Überprüfung der Handelsbeziehungen verwendet. Der Wille aufstrebender Länder (BRICS), sich von der Dominanz des US-Dollars im internationalen Handel zu entkoppeln, ist nur ein weiteres Zeichen, unabhängiger von dieser Entwicklung zu werden, und das „Risiko USA“ zu reduzieren.

Federal Debt Held by Foreign and International Investors (Source: fred.stlouisfed.org)

Federal Debt Held by Foreign and International Investors (Source: fred.stlouisfed.org)

Dramatisch gestiegene Zinszahlungen

Die weltweit hohen Inflationsraten der letzten Jahre haben die globalen Zentralbanken zu kräftigen Zinssteigerungen im Kampf gegen die Inflation gezwungen. Die Kehrseite der Medaille sind die steigenden Zinszahlungen, die die USA nun leisten müssen, um ihre Schulden zu bedienen. Diese Ausgaben haben in den letzten Jahren dramatisch zugenommen und verschlingen einen immer größeren Anteil des Bundeshaushalts. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Ausgabenseite, besonders die Finanzierung von Sozialprogrammen, Bildung, Gesundheit und Infrastrukturprojekten, die für das Wohl der Bürger und den Gang zur Wahlurne entscheidend sind. Kandidaten im Wahlkampf stehen vor der Herausforderung, Lösungen für dieses drängende Problem zu finden, ohne die Wirtschaft (und ihren eigenen Wahlerfolg) zu gefährden.

Federal Government Current Expenditures: Interest Payments (Source: fred.stlouisfed.org)

Federal Government Current Expenditures: Interest Payments (Source: fred.stlouisfed.org)

Zuspitzung einer Schuldenspirale

In der öffentlichen Wahrnehmung werden oft Länder wie Italien genannt, wenn Beispiele für eine hohe Staatsverschuldung diskutiert werden. Mit einer Verschuldungsquote von 120% (öffentliche Schulden im Verhältnis zum GDP) haben jedoch auch die USA mittlerweile einen „respektablen“ Wert erreicht. Sollte sich die Diskussion zuspitzen, könnte sowohl im In- als auch im Ausland ein Vertrauensverlust eintreten, der erhebliche negative Konsequenzen auslösen könnte. Ein „Refinanzierungs-Boykott“ mit steigenden Zinsen für Staatsanleihen, parallel steigenden Renditen für Unternehmensanleihen und für die private Verschuldung könnte in kürzester Zeit einen großen Wohlstandsverlust auslösen. Eine weiter steigende Verschuldung in einer Rezession könnte innerhalb kürzester Zeit eine verheerende Spirale auslösen.

Federal Debt: Total Public Debt as Percent of Gross Domestic Product (Source: fred.stlouisfed.org)

Federal Debt: Total Public Debt as Percent of Gross Domestic Product (Source: fred.stlouisfed.org)

Die mögliche perverse Reaktion der Märkte

Da amerikanische Staatsanleihen und der US-Dollar weltweit an Liquidität und Sicherheit kaum zu überbieten sind, stellen diese in jeder größeren Krise das sogenannte „safe haven“ Instrument dar. Sollte sich die Diskussion um dieses Thema mit seinen weitreichenden ökonomischen und politischen Konsequenzen zuspitzen, wäre die übliche Reaktion eine „Flucht“ in genau die Wertpapiere, die diese Krise überhaupt ausgelöst haben.

Ist das undenkbar?

Nein, falls sich die Krise zuspitzt werden sich alle Marktteilnehmer auf Signale der amerikanischen Notenbank (FED) und die politischen Akteure richten.

Fazit

Die Staatsverschuldung der USA könnte zu einem zentralen Thema im Wahlkampf werden, das die Wähler nicht ignorieren können.

Mit steigenden Schulden, einer hohen Abhängigkeit von ausländischen Kreditgebern und dramatisch steigenden Zinszahlungen steht die nächste Regierung vor einer Herkulesaufgabe.

Die Entscheidungen, die in diesem Wahlkampf getroffen werden, könnten das Schicksal der USA für die kommenden Jahre prägen. Es bleibt abzuwarten, welcher Kandidat die überzeugendsten Lösungen für diese tickende Zeitbombe bieten kann.

Es ist noch nicht zu spät, doch die Uhr tickt mittlerweile immer lauter.

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Markus van de Weyer, Gründer und Geschäftsführer alpha beta asset management gmbh

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