Krypto-Wochenbericht | Marktanalyse vom 25.04.2026
Krypto Wochenanalyse: Bitcoin, Ethereum und Markttrends
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Werfen wir in der Marktanalyse zuerst einen Blick auf die Zu- und Abflüsse dieser Handelswoche in den Bitcoin und Ethereum ETF:
Die Bitcoin ETF erlebten auch in dieser Woche einen nervösen Handel, der wie in den Vorwochen insbesondere durch den Krieg im Iran dominiert wurde. Trotz aller negativen Einflüsse war der Handel allein durch Zuflüsse geprägt, seit mittlerweile 9 Sitzungen wurden keine Abflüsse mehr verzeichnet. In Summe flossen insgesamt 801 Mio. USD in die ETF, nach 997 Mio. USD Zufluss in der Vorwoche.
Eine durch einen einzigen Abfluss geprägte Woche im Handel sehen wir bei den Ethereum ETF. In der Summe ergibt sich ein Zufluss von 131 Mio. USD, nach einem Zufluss von 276 Mio. USD in der Vorwoche. Wir verzeichnen in den letzten 12 Sitzungen einen einzigen Tag mit Abflüssen, ein sehr positives Muster.
Die Solana ETF verzeichneten eine Woche mit ordentlichen Zuflüssen in die ETF. In Summe ergibt sich ein Zufluss von circa 9 Mio USD. Die Zuflüsse seit dem Handelsstart summieren sich mittlerweile auf knapp über 1.015 Mio. USD – die sich mit gewisser Wahrscheinlichkeit zum Teil auch aus Verkäufen aus Bitcoin oder Ethereum ETF speisen.
Wie bewegte sich der Kryptomarkt in den letzten Handelstagen?
Konstruktive Fortsetzung der Bodenbildung – Krypto profitiert überproportional von Entspannungssignalen
Hohe Volatilität, aber stabile Struktur
Seit der Veröffentlichung des letzten Berichts am 18. April hat sich der Kryptomarkt erneut robust gezeigt. Zur Orientierung: Bitcoin handelte damals bei knapp 77.000 US-Dollar, Ethereum bei rund 2.370 US-Dollar. In der laufenden Woche schwankten beide Werte spürbar, konnten ihre Struktur aber insgesamt halten. Bitcoin notiert aktuell weiter im Bereich der oberen Handelsspanne der vergangenen Wochen, Ethereum zeigt ebenfalls Stabilität, wenn auch mit etwas höherer Sensitivität.
Der wichtigste externe Einflussfaktor blieb der Iran-Konflikt. Jede Nachricht zur Straße von Hormus, zu Tankerbewegungen oder zu neuen Fristverlängerungen aus Washington löste kurzfristige Bewegungen aus. Am Mittwoch kam es zu einer deutlichen Erholung, nachdem Präsident Trump die Waffenruhe mit dem Iran verlängerte und damit kurzfristig Hoffnung auf eine diplomatische Lösung erzeugte. Bitcoin stieg dabei zeitweise über 78.000 US-Dollar und erreichte in der Spitze Niveaus um 79.500 US-Dollar – die höchsten Kurse seit Anfang Februar.
Bitcoin: Stabil trotz geopolitischer Belastung
Bitcoin handelt weiterhin in einer konstruktiven Bodenbildungsphase. Die Rückgänge der letzten Tage wurden aufgefangen, ohne dass die Marktstruktur beschädigt wurde. Gerade im Vergleich zu früheren geopolitischen Stressphasen ist das bemerkenswert. Der Markt reagiert zwar auf neue Risiken, aber nicht mehr mit panikartigen Abverkäufen.
Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar hat sich Bitcoin damit auffallend widerstandsfähig gezeigt. Während klassische Märkte zwischen Inflationssorgen, Energiepreisschocks und steigenden Renditen schwanken, bleibt Bitcoin in einer geordneten Range. Obwohl Öl am Freitag wieder auf über 107 US-Dollar je Barrel stieg, nachdem neue Spannungen um die Straße von Hormus aufgekommen waren, wurde der Handel von Bitcoin wenig beeinflusst. Diese Belastung trifft alle Risikoanlagen, dass Bitcoin dennoch keine strukturelle Schwäche zeigt, ist ein konstruktives Signal.
Ethereum: Mehr Schwankung, aber ähnliche Tendenz
Ethereum bewegte sich wie üblich volatiler als Bitcoin. Ausgehend von rund 2.370 US-Dollar zur Veröffentlichung des letzten Berichts blieb Ethereum in der gleichen Grundstruktur: Schwankungen auf Nachrichten, schnelle Rücksetzer, aber keine echte Kapitulation.
Am Dienstag der Vorwoche hatte Ethereum im Zuge der Hoffnung auf Fortschritte bei den US-Iran-Gesprächen bereits 2.400 US-Dollar erreicht. Diese Zone bleibt kurzfristig wichtig, weil sie zeigt, dass Marktteilnehmer weiterhin bereit sind, Risiko aufzubauen, sobald geopolitische Entspannung wahrscheinlicher erscheint.
Vergleich mit Aktien und Edelmetallen
Der stärkste Punkt bleibt der relative Vergleich. Seit Ausbruch des Krieges haben Aktienmärkte und Edelmetalle deutlich erratischer reagiert. Besonders Gold, das normalerweise als sicherer Hafen gilt, stand immer wieder in diesen Wochen unter Druck. Gold steuert auf den ersten Wochenverlust seit fünf Wochen zu und verliert in dieser Woche knapp 3 Prozent. Grund waren höhere Ölpreise, steigende Renditen und ein festerer Dollar.
Auch Aktien zeigen ein uneinheitliches Bild. Zwar gab es immer wieder Erholungen, in den USA bei einigen Indices sogar neue Allzeithochs, doch die Märkte bleiben stark abhängig von Schlagzeilen aus dem Nahen Osten. Reuters beschreibt das aktuelle Umfeld als instabil: Weltaktien, Öl und Währungen reagieren empfindlich auf jede Wendung im US-Iran-Konflikt.
Vor diesem Hintergrund wirkt der Kryptomarkt erstaunlich geordnet. Bitcoin und Ethereum schwanken, aber sie fallen nicht aus ihrer Struktur. Diese relative Stabilität ist eines der wichtigsten Signale der letzten Wochen.
Fazit: Krypto handelt weiterhin nervös, aber nicht schwach
Die laufende Woche bestätigt das Bild der vergangenen Wochen: Der Kryptomarkt ist nicht immun gegen geopolitische Risiken, aber er verarbeitet sie zunehmend besser. Bitcoin und Ethereum reagieren auf Ölpreise, Hormus-Meldungen und politische Statements, doch Rücksetzer werden weiterhin aufgefangen.
Die aktuelle Schwankungsbreite ist deshalb nicht als kryptospezifische Schwäche zu interpretieren. Sie ist Ausdruck eines global nervösen Marktumfelds. Entscheidend ist, dass die mehrwöchige Bodenbildung intakt bleibt und Bitcoin weiterhin im oberen Bereich dieser Range handelt. Sollte die geopolitische Lage weiter stabilisiert werden, bleibt die Ausgangslage für eine Fortsetzung der Erholung konstruktiv.
Der Blick auf die Makrodaten, Politik und Unternehmen
Hormuz, Ölpreise und politische Unsicherheit bleiben marktbestimmend
Der Krieg mit dem Iran blieb auch in dieser Woche der zentrale Belastungsfaktor für die Finanzmärkte. Zwar laufen offenbar weiterhin Gespräche über verschiedene Kanäle, offiziell wirkt der Prozess jedoch festgefahren. Präsident Trump hat die gesetzte Deadline erneut verlängert. Kurzfristig nimmt das Eskalationsdruck heraus, mittelfristig erhöht es aber die Unsicherheit, weil die Märkte kaum noch einschätzen können, welche Ankündigungen belastbar sind.
Die Straße von Hormus bleibt der entscheidende Risikopunkt. Jede Schiffsbewegung, jede Verzögerung und jede militärische Meldung wird derzeit aufmerksam verfolgt. Solange der Verkehr dort nicht wieder verlässlich normal läuft, bleibt ein geopolitischer Risikoaufschlag auf Öl und Gas bestehen. Die Folge sind volatile Energiepreise, neue Inflationssorgen und ein schwierigeres Umfeld für Zentralbanken.
Trumps Strategie: Verhandlungslösung mit politischem „Sieger-Narrativ“
Ein zunehmend zentraler Aspekt für die Märkte ist die strategische Positionierung von Präsident Trump. Die wiederholten Fristverlängerungen und die widersprüchliche Kommunikation sind nicht nur Ausdruck taktischer Unsicherheit, sondern lassen sich auch als bewusster politischer Ansatz interpretieren. Trump scheint darauf hinzuarbeiten, eine Lösung zu präsentieren, die innenpolitisch als Erfolg verkauft werden kann – unabhängig davon, ob sie faktisch eine vollständige Deeskalation darstellt.
Diese Strategie folgt einem bekannten Muster: maximaler Druck durch öffentliche Drohungen, kombiniert mit der schrittweisen Öffnung diplomatischer Kanäle im Hintergrund. Ziel ist es, Verhandlungen aus einer Position der Stärke zu führen und am Ende ein Ergebnis zu erzielen, das als „Deal“ kommuniziert werden kann. Genau deshalb werden Deadlines gesetzt, verlängert und neu formuliert – sie dienen weniger als feste Fristen, sondern als Instrument zur Steuerung von Erwartungen.
Für die Märkte ist diese Herangehensweise jedoch problematisch. Sie erzeugt kurzfristig starke Bewegungen, untergräbt aber gleichzeitig die Verlässlichkeit politischer Signale. Investoren reagieren zwar weiterhin auf Ankündigungen, beginnen jedoch zunehmend, diese zu relativieren. Die Folge ist ein Umfeld, in dem Volatilität steigt, während Vertrauen in politische Kommunikation sinkt – ein struktureller Unsicherheitsfaktor, der sich derzeit durch alle Assetklassen zieht.
Israel, Libanon und Hisbollah: Regionale Konfliktlinien bleiben bestehen
Neben den direkten Gesprächen zwischen den USA und dem Iran bleibt die Situation im Libanon ein entscheidender Risikofaktor. Trotz eines formal bestehenden Waffenstillstands sind die Spannungen zwischen Israel und der Hisbollah keineswegs gelöst. Reuters berichtet, dass Vertreter der Hisbollah die Vereinbarung als „bedeutungslos“ bezeichnen und auf fortgesetzte israelische Angriffe verweisen.
Gleichzeitig wurde der Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon zwar verlängert, doch auch hier zeigt sich eine klare Diskrepanz zwischen politischer Vereinbarung und Realität vor Ort. Berichte sprechen von fortgesetzten Gefechten und punktuellen Angriffen, insbesondere in Grenzregionen und militärischen Pufferzonen.
Das Problem liegt in der strukturellen Komplexität des Konflikts. Während die USA und der Iran versuchen, ihre direkte Konfrontation zu begrenzen, agiert die Hisbollah als eigenständiger Akteur mit eigenen Interessen und strategischen Zielen. Gleichzeitig verfolgt Israel weiterhin militärische Ziele im Libanon, die nicht vollständig mit den US-Verhandlungsbemühungen abgestimmt sind.
Für die Märkte bedeutet das, dass selbst bei Fortschritten auf diplomatischer Ebene keine vollständige Stabilität zu erwarten ist. Der Konflikt ist nicht zentral gesteuert, sondern verteilt sich auf mehrere Akteure mit teilweise widersprüchlichen Interessen. Dadurch entsteht ein Umfeld, in dem lokale Eskalationen jederzeit möglich bleiben, selbst wenn auf übergeordneter Ebene Gespräche stattfinden.
USA: Solide Konjunktur, aber Energiepreise erschweren den Zinspfad
Die US-Wirtschaft zeigt sich weiterhin vergleichsweise robust. Der Arbeitsmarkt bleibt stabil, der Konsum hält sich besser als in vielen anderen Regionen, und eine unmittelbare Rezession ist aus den aktuellen Daten nicht ableitbar. Gleichzeitig verschiebt der Energiepreisschock die geldpolitische Diskussion. Wenn Öl- und Gaspreise länger hoch bleiben, steigt das Risiko, dass der disinflationäre Trend unterbrochen wird.
Für die Federal Reserve bedeutet das: Zinssenkungen werden schwieriger zu begründen, solange der Arbeitsmarkt stabil bleibt und Energiepreise neuen Preisdruck erzeugen. Die Fed dürfte daher vorerst vorsichtig bleiben und stärker auf eingehende Daten reagieren. Der Wechsel von Powell zu Warsh als neuen Vorsitzenden der Fed reduziert in diesem Kontext die Unsicherheit nicht, sondern schafft zusätzliche Fragen.
Europa: Schwache Dynamik und hohe Energieempfindlichkeit
Europa bleibt die verwundbarste große Wirtschaftsregion. Die Wachstumsdynamik ist ohnehin schwach, und höhere Energiepreise treffen Industrie, Verbraucher und öffentliche Haushalte direkt. Besonders Deutschland leidet unter der Kombination aus schwacher Industrieproduktion, hohen Kosten und geringer Investitionsdynamik.
Die EZB steht damit vor einem unangenehmen Zielkonflikt. Konjunkturell gäbe es Argumente für Entlastung. Inflationsseitig sprechen volatile Energiepreise aber gegen zu frühe Lockerung. Europa bleibt daher stark abhängig davon, ob sich die Lage im Nahen Osten stabilisiert.
Asien: Robuster als Europa, aber abhängig von Hormus
Asien zeigt ein gemischtes, aber insgesamt stabileres Bild. China sendet weiterhin bessere Konjunktursignale als noch vor einigen Monaten, und Indien bleibt einer der stärksten Wachstumstreiber. Japan profitiert von einer gewissen industriellen Stabilisierung, bleibt aber wie Südkorea und viele andere asiatische Volkswirtschaften stark von Energieimporten abhängig.
Eine längere Störung der Straße von Hormus wäre für Asien besonders problematisch. Selbst wenn die Nachfrage stabil bleibt, können steigende Transport- und Energiekosten Margen und Handelsströme erheblich belasten.
Ausblick: Kontrollierte Unsicherheit statt echter Entspannung
Für die kommenden Wochen bleibt das Basisszenario eine Phase kontrollierter Unsicherheit. Solange die Hintergrundgespräche laufen, ist eine unmittelbare Eskalation nicht zwingend. Solange aber kein belastbarer politischer Rahmen sichtbar wird, bleibt der Risikoaufschlag bestehen.
Für die Märkte sind drei Punkte entscheidend: erstens die Sicherheit der Straße von Hormus, zweitens die Entwicklung der Ölpreise und drittens die Reaktion der Zentralbanken auf mögliche Zweitrundeneffekte bei der Inflation. Erst wenn Energiepreise nachhaltig zurückkommen und die diplomatischen Gespräche konkrete Ergebnisse liefern, dürfte wieder mehr Vertrauen in Risikoanlagen entstehen.
Welche Projekte und Nachrichten stehen gerade im Fokus?
Trotz der großen Marktbewegungen in den letzten Wochen und Monaten, die durch die Geopolitik als auch die Zollverhandlungen ausgelöst wurden, gibt es in jeder Woche zusehends mehr Nachrichten mit großer Tragweite für den Kryptomarkt. Die Adaption der Technologie schreitet weiter voran, regulatorisch mehr und mehr unterstützt, da das Potential auch politisch weiter in den Fokus rückt. „Krypto ist gekommen, um zu bleiben“, und wird Tag für Tag sichtbarer in unserer Welt.
Regulierung, institutionelle Integration und neue Marktstrukturen im Fokus
Die vergangene Woche hat einmal mehr verdeutlicht, dass sich der Kryptomarkt zunehmend entlang struktureller und regulatorischer Linien weiterentwickelt. Während Preisbewegungen kurzfristig von geopolitischen Ereignissen dominiert bleiben, entstehen im Hintergrund neue Rahmenbedingungen, die langfristig von deutlich größerer Bedeutung sind. Besonders auffällig ist dabei die zunehmende Verzahnung zwischen staatlicher Regulierung, institutionellen Akteuren und neuen Marktsegmenten.
Die folgenden Entwicklungen zeigen, wie sich der Markt in Richtung eines stärker regulierten, institutionell geprägten Systems bewegt – und gleichzeitig neue Herausforderungen entstehen.
Prediction Markets im Fokus – erster Insiderfall bringt neue regulatorische Dimension
Eine der bedeutendsten Entwicklungen der Woche betrifft die Plattform Polymarket und die damit verbundene Frage, wie Prediction Markets künftig regulatorisch eingeordnet werden. Der Fall eines US-Soldaten, der auf Basis vertraulicher Informationen Wetten auf den Ausgang einer militärischen Operation abgeschlossen haben soll, markiert einen Wendepunkt in der Wahrnehmung dieser Märkte.
Die CFTC hat am 23. April eine Klage gegen den US-Soldaten Gannon Ken Van Dyke eingereicht. Er soll mit nichtöffentlichen, klassifizierten Informationen über die Maduro-Operation auf Polymarket über 409.000 US-Dollar Gewinn erzielt haben. Parallel wurde eine strafrechtliche Anklage im Southern District of New York bekannt. Weitere Details zu diesem Fall und Vermutungen zu einer Vielzahl anderer Insiderfälle finden Sie hier.
Erstmals wird hier ein klassischer Insiderhandelsvorwurf auf eine Plattform angewendet, die bislang eher als experimenteller Teil des Krypto-Ökosystems galt. Dass sowohl zivilrechtliche als auch strafrechtliche Schritte eingeleitet wurden, zeigt deutlich, dass Behörden Prediction Markets nicht länger als Randphänomen betrachten, sondern als potenziell systemrelevante Finanzinstrumente.
Die Implikationen sind weitreichend. Zum einen wird deutlich, dass bestehende Gesetze zum Schutz vertraulicher Informationen auch in neuen Marktstrukturen Anwendung finden. Zum anderen dürfte dieser Fall den regulatorischen Druck auf Plattformen wie Polymarket deutlich erhöhen. Themen wie KYC, Zugangsbeschränkungen und Marktüberwachung werden damit stärker in den Fokus rücken.
Langfristig könnte sich daraus eine neue Assetklasse entwickeln, die zwischen Derivatemarkt, Informationshandel und dezentraler Infrastruktur angesiedelt ist – allerdings unter deutlich strengeren regulatorischen Bedingungen als bisher.
Großbritannien treibt Stablecoin-Regulierung voran – Integration in Zahlungsinfrastruktur
Parallel dazu hat das Vereinigte Königreich einen wichtigen Schritt in Richtung Integration digitaler Zahlungsformen gemacht. Mit einem neuen regulatorischen Rahmen sollen Stablecoins und tokenisierte Einlagen künftig gemeinsam mit klassischen Zahlungsinstrumenten reguliert werden.
Der Ansatz ist bemerkenswert, da er nicht auf eine Sonderbehandlung von Krypto setzt, sondern auf eine Integration in bestehende Strukturen. Ziel ist es, gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und gleichzeitig Innovation zu ermöglichen. Dabei wird deutlich, dass Stablecoins nicht mehr als rein technologische Innovation betrachtet werden, sondern als potenzieller Bestandteil der Zahlungsinfrastruktur.
Für den Markt bedeutet das einen weiteren Schritt in Richtung Institutionalisierung. Während andere Jurisdiktionen noch über grundlegende Regulierungsfragen diskutieren, geht Großbritannien bereits in die operative Umsetzung. Das könnte langfristig zu einem Wettbewerb zwischen Standorten führen, in dem regulatorische Klarheit ein entscheidender Faktor wird.
BIS warnt vor globalen Risiken – Stablecoins als geopolitischer Faktor
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hat in dieser Woche erneut auf die Risiken eines unkoordinierten Stablecoin-Wachstums hingewiesen. Im Zentrum stehen dabei weniger technische Fragen als vielmehr makroökonomische und geopolitische Auswirkungen.
Besonders hervorgehoben wurden mögliche Szenarien wie Kapitalflucht, regulatorische Arbitrage und die zunehmende Rolle von Stablecoins im internationalen Währungssystem. Die Warnung vor einer möglichen „Dollarisation“ durch Stablecoins zeigt, dass diese Instrumente zunehmend als geopolitisches Werkzeug wahrgenommen werden.
Diese Einschätzung passt in das größere Bild: Stablecoins sind längst nicht mehr nur Teil des Kryptomarktes, sondern entwickeln sich zu einem Instrument globaler Finanzpolitik. Für Regulierer bedeutet das, dass nationale Lösungen allein nicht ausreichen. Die Forderung nach internationaler Abstimmung dürfte daher in den kommenden Monaten weiter an Bedeutung gewinnen.
Société Générale baut Krypto-Geschäft aus – Banken werden zu Infrastruktur-Anbietern
Ein weiteres wichtiges Signal kommt aus dem traditionellen Bankensektor. Die französische Großbank Société Générale baut ihr Krypto-Geschäft über die Tochter SG-Forge weiter aus und betreut inzwischen eine wachsende Zahl institutioneller Kunden aus dem Kryptobereich.
Besonders relevant ist dabei, dass die Bank nicht nur als Dienstleister auftritt, sondern selbst aktiv an der Entwicklung von Krypto-Infrastruktur beteiligt ist. Mit eigenen Stablecoin-Initiativen und Custody-Lösungen positioniert sich Société Générale zunehmend als Anbieter innerhalb des digitalen Finanzsystems.
Diese Entwicklung zeigt, wie sich die Rollen verschieben. Banken agieren nicht mehr nur als Schnittstelle zwischen Fiat- und Kryptomarkt, sondern werden selbst Teil der Infrastruktur. Für den Markt bedeutet das eine zunehmende Professionalisierung, aber auch eine stärkere Integration in bestehende Finanzstrukturen.
CLARITY Act bleibt im Fokus – regulatorische Unsicherheit hält an
Abgerundet wird die Woche durch die anhaltende Diskussion um den CLARITY Act in den USA. Trotz Fortschritten bleibt der Gesetzgebungsprozess komplex und von unterschiedlichen Interessen geprägt.
Neben der bekannten Debatte um Stablecoin-Yield sind weitere Faktoren hinzugekommen, die den Prozess verzögern. Dazu gehören politische Spannungen, personelle Engpässe bei Regulierungsbehörden sowie neue Fragen im Zusammenhang mit geopolitischen Entwicklungen.
Für den Markt bedeutet das eine Phase anhaltender Unsicherheit. Zwar ist die Richtung klar – eine stärkere Regulierung und Strukturierung des Marktes ist politisch gewollt –, doch die konkrete Ausgestaltung bleibt offen. Diese Unsicherheit wirkt kurzfristig belastend, ist langfristig jedoch Teil eines notwendigen Reifeprozesses.
Gesamtfazit
Die vergangene Woche zeigt ein konsistentes Bild: Der Kryptomarkt entwickelt sich zunehmend in Richtung eines regulierten und institutionell geprägten Systems. Neue Marktsegmente wie Prediction Markets geraten unter regulatorische Beobachtung, während gleichzeitig klassische Finanzakteure ihre Rolle neu definieren.
Stablecoins stehen dabei im Zentrum der Entwicklung – sowohl als technologische Innovation als auch als geopolitischer Faktor. Gleichzeitig wird deutlich, dass Regulierung nicht mehr als Hindernis, sondern als Voraussetzung für weiteres Wachstum verstanden werden muss.
Für Anleger bedeutet dies, dass die entscheidenden Impulse derzeit nicht aus kurzfristigen Marktbewegungen kommen, sondern aus den strukturellen Veränderungen, die das System langfristig prägen werden.
Podcast mit der „WirtschaftsWoche“
Wir folgten einer Einladung, und in der neuen Folge des WirtschaftsWoche Podcasts „Bitcoin & Beyond“ spricht Host Philipp Frohn mit Markus van de Weyer, Gründer und Geschäftsführer von alpha beta asset management, über die Frage, ob der „Clarity Act“ den Kryptomarkt aus dem Winterschlaf holen könnte.
Im Fokus der Folge:
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- was hinter der neuen Krypto-Gesetzesinitiative in den USA steckt und warum sie als möglicher Katalysator gilt,
- ob ein regulatorischer Fortschritt tatsächlich für eine Trendwende beim Bitcoin ausreicht,
- aktuelle Entwicklungen rund um Ether.
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Den aktuellen Podcast finden Sie hier.
Schönen Gruß aus Frankfurt – und ein entspanntes Wochenende! ☀️
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Markus van de Weyer
Gründer und Geschäftsführer
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