Krypto-Wochenbericht | Marktanalyse vom 24.01.2026

KRYPTO – Meine Sicht (Autor: Markus van de Weyer, Gründer und Geschäftsführer alpha beta asset management gmbh)

Krypto Wochenanalyse: Bitcoin, Ethereum und Markttrends

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Werfen wir in der Marktanalyse zuerst einen Blick auf die Zu- und Abflüsse dieser Handelswoche in den Bitcoin und Ethereum ETF:

Die Bitcoin ETF erlebten in dieser Woche einen stimmungsgetriebenen Handel, der durch einen Feiertag am Montag in den USA verkürzt war. Durch die Zolldrohung von Trump gegen verschiedene europäische Staaten war die Stimmung am letzten Wochenende jäh gekippt, was sich besonders am 24/7 handelnden Kryptomarkt bemerkbar machte. Von Dienstag bis Freitag gab es Abgaben bei den ETF, die jedoch volumenmäßig am Donnerstag und Freitag abebbten. In Summe flossen insgesamt 1,34 Mrd. USD aus den ETF, nach 1,42 Mrd. USD Zufluss in der Vorwoche.

Ein absolut vergleichbares Muster sehen wir bei den Ethereum ETF, mit der gleichen Struktur. In der Summe ergibt sich ein Abfluss von 600,7 Mio. USD, nach einem Zufluss von 479 Mio. USD in der Vorwoche.

Die neuen Solana ETF erfreuen sich trotz der wiederholten Belastungen aus der Politik weiterhin großer Beliebtheit. In Summe ergibt sich eine weitere positive Woche, mit einem Wochensaldo von circa 10 Mio. USD. Die Zuflüsse seit dem Handelsstart summieren sich mittlerweile auf gut 875 Mio. USD – die sich mit gewisser Wahrscheinlichkeit zum Teil auch aus Verkäufen aus Bitcoin oder Ethereum ETF speisen.

Wie bewegte sich der Kryptomarkt in den letzten Handelstagen?

Von Aufbruch zu Vorsicht: Politische Unsicherheit dreht das Sentiment

Nach der überraschend konstruktiven Vorwoche hat sich das Bild am Kryptomarkt in den vergangenen Tagen spürbar eingetrübt. Der Optimismus, der sich zuletzt im Zuge des ersten ernsthaften Ausbruchsversuchs aus der mehrwöchigen Konsolidierungsrange aufgebaut hatte, wurde abrupt gebremst. Auslöser war weniger eine krypto-interne Entwicklung als vielmehr ein politischer Impuls von Trump, der das globale Risikosentiment insgesamt unter Druck setzte.

Bitcoin: Politische Risiken überlagern die technische Struktur

Bitcoin hatte in der Vorwoche erstmals seit längerer Zeit wieder den Eindruck vermittelt, dass der Markt bereit sein könnte, die etablierte Handelsspanne nach oben zu verlassen. Dieses positive Momentum wurde jedoch durch die Ankündigungen von Donald Trump am vergangenen Samstag jäh unterbrochen. Die Aussicht auf mögliche Strafzölle gegenüber europäischen Ländern im Zusammenhang mit den Verhandlungen über Grönland traf die Märkte zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt.

Besonders belastend war dabei der Timing-Effekt: In den USA war der darauffolgende Montag ein Feiertag. Während in Europa und Asien bereits gehandelt wurde, blieb der wichtigste Liquiditätsanker zunächst aus. Marktteilnehmer mussten Positionen bewerten, ohne zu wissen, wie die US-Märkte die geopolitische Eskalation einschätzen würden. In einem solchen Umfeld überwiegt erfahrungsgemäß Vorsicht – und genau das war auch diesmal zu beobachten.

Bitcoin blieb im Wochenverlauf unter Druck und fiel wieder zurück in die zuvor etablierte Range. Der Markt bewegte sich erneut in der Nähe der 90.000 USD-Marke, die schon seit Wochen wie ein „Magnet“ funktioniert. Das spricht dafür, dass die strukturelle Bodenbildung der vergangenen Wochen nicht aufgehoben, wohl aber unterbrochen wurde. Der kurzfristige Ausbruchsversuch ist damit zunächst gescheitert, ohne dass sich daraus automatisch ein neues Abwärtsszenario ableiten ließe.

Ethereum: Bestätigung der Schwäche, aber keine Eigenständigkeit nach unten

Ethereum folgte der Entwicklung von Bitcoin, wenn auch mit etwas geringerer Dynamik. Auch hier wurde der positive Eindruck der Vorwoche revidiert. Entscheidend ist jedoch, dass Ethereum keine zusätzliche Schwäche zeigte, sondern sich im Gleichschritt mit dem Gesamtmarkt bewegte. Das deutet darauf hin, dass es sich nicht um ein projektspezifisches Problem handelt, sondern um eine makro- und politikgetriebene Risikoreduktion.

Gerade in solchen Phasen wird deutlich, wie stark Ethereum inzwischen als Bestandteil des breiteren Kryptomarkts gehandelt wird. Eigenständige Narrative treten in den Hintergrund, während das Asset als Teil eines globalen Risikoportfolios betrachtet wird. Die Tatsache, dass auch Ethereum trotz des Drucks keine neuen markanten Tiefs ausgebildet hat, spricht für eine weiterhin vorhandene Grundstabilität.

Der Stimmungsumschwung: Von Zuversicht zu Abwarten

Der entscheidende Faktor dieser Woche war weniger die absolute Preisbewegung als der Stimmungswechsel. Aus einer Phase vorsichtiger Zuversicht wurde binnen weniger Tage ein Modus des Abwartens. Politische Unsicherheit – insbesondere wenn sie handelspolitische Maßnahmen und geopolitische Fragen miteinander verknüpft – wirkt direkt auf Risikoassets. Kryptowährungen reagieren darauf erfahrungsgemäß sensibel, vor allem dann, wenn die Marktstruktur zuvor bereits angespannt war.

Hinzu kommt, dass der Markt nach dem positiven Verlauf der Vorwoche nicht mehr unterinvestiert war. Das erhöhte die Anfälligkeit für Gewinnmitnahmen, sobald neue Risiken auftauchten. Der Rückzug erfolgte daher nicht panikartig, sondern kontrolliert – ein weiteres Indiz dafür, dass es sich um eine Neubewertung von Risiken, nicht um eine Kapitulation handelt.

Einordnung: Konsolidierung bleibt das übergeordnete Thema

Trotz der schwächeren Woche bleibt das übergeordnete Bild unverändert: Der Kryptomarkt befindet sich weiterhin in einer Konsolidierungsphase, die sich seit den Tiefständen Ende November herausgebildet hat. Die Handelsspanne, in der sich Bitcoin seit Wochen bewegt, wurde erneut bestätigt. Das Scheitern des jüngsten Ausbruchsversuchs ist enttäuschend, aber nicht ungewöhnlich in einem Umfeld erhöhter Unsicherheit.

Entscheidend ist, dass die Marktreaktion bislang geordnet bleibt. Es gibt keine Anzeichen für systemischen Stress, keine beschleunigten Abverkäufe und keine Auflösung der Unterstützungszonen, die in den vergangenen Wochen aufgebaut wurden. Die politische Unsicherheit hat das Momentum gedämpft, aber die Struktur nicht zerstört.

Ausblick: Politische Signale als kurzfristiger Taktgeber

Für die kommenden Tage dürfte das Marktgeschehen weiterhin stark von politischen Entwicklungen geprägt sein. Die Frage, ob es zu einer weiteren Eskalation oder zu einer Entschärfung der handelspolitischen Spannungen kommt, wird entscheidend dafür sein, ob sich das Risikosentiment stabilisiert.

Erst wenn diese Unsicherheit abnimmt, dürfte der Markt wieder Raum finden, die positiven strukturellen Themen der vergangenen Wochen aufzugreifen. Bis dahin ist mit einer Fortsetzung des volatilen Seitwärtsmarkts zu rechnen – mit schnellen Richtungswechseln, aber ohne klare Trendentscheidung.

In diesem Umfeld bleibt Geduld gefragt. Der Markt hat einen Rückschlag verarbeitet, nicht aber seine mittelfristige Perspektive aufgegeben.

Der Blick auf die Makrodaten, Politik und Unternehmen 

Makroökonomische Einordnung – Davos im Schatten geopolitischer Eskalation

Das Weltwirtschaftsforum in Davos stand in dieser Woche unter außergewöhnlichen Vorzeichen. Während das Treffen traditionell als Bühne für wirtschaftspolitische Koordination, langfristige Strategien und internationale Zusammenarbeit dient, wurde es diesmal nahezu vollständig von geopolitischen Spannungen und handelspolitischen Drohkulissen überlagert. Die Märkte reagierten entsprechend nervös, da gleich mehrere Konfliktlinien parallel sichtbar wurden – mit potenziell direkten Auswirkungen auf Wachstum, Inflation und Geldpolitik.

USA: Strafzölle, geopolitischer Druck und innenpolitische Unsicherheit

Ausgangspunkt der Verunsicherung war eine Ankündigung von Donald Trump, die er letzten Samstag veröffentlichte. Trump hatte erklärt, Strafzölle gegen mehrere europäische Länder verhängen zu wollen, die ab dem 1. Februar in Kraft treten sollten, falls es zu keinem Abkommen mit Dänemark über einen Abtritt Grönlands an die USA komme. Auch wenn der tatsächliche Umsetzungspfad dieser Drohung offen blieb, war die Signalwirkung erheblich.

Für die Finanzmärkte war weniger die konkrete Wahrscheinlichkeit der Maßnahme entscheidend als die Erkenntnis, dass handelspolitische Instrumente erneut als geopolitisches Druckmittel eingesetzt werden könnten. In Davos dominierte diese Frage viele Gespräche – sowohl offiziell auf den Podien, als auch in bilateralen Treffen. Besonders die europäischen Delegationen zeigten sich alarmiert, da Strafzölle in einem ohnehin fragilen konjunkturellen Umfeld zusätzlichen Druck erzeugen würden.

Die Rede von Trump am Mittwoch wurde aus diesem Grund „der“ zentrale Baustein der Veranstaltung. Trump bekräftigte zunächst, keine militärischen Mittel einsetzen zu wollen, eine Aussage, die zumindest etwas entspannte. Im weiteren Verlauf des Tages nahm er die zum 1. Februar angedrohten Zölle zurück, da auf Gesprächsebene ein Plan erarbeitet werden soll. Dessen ungeachtet hat auch dieser Vorstoß, sich Grönland „einzuverleiben“, das Verhältnis zwischen den USA und Europa weiter belastet, und die Verlässlichkeit der amerikanischen Politik erodiert weiter.

Parallel dazu rückte ein weiteres geopolitisches Thema in den Fokus: erneute Gespräche über ein mögliches Ende des Krieges in der Ukraine. Auch wenn konkrete Ergebnisse bislang ausblieben, wurde allein die Tatsache von Sondierungen an den Märkten positiv registriert. Ein glaubwürdiger Pfad zu einer Deeskalation hätte weitreichende Folgen – von Energiepreisen über Lieferketten bis hin zur fiskalischen Belastung europäischer Staaten.

Gleichzeitig demonstrieren die USA militärische Stärke in einer anderen Region. Eine amerikanische Flotte ist unterwegs, um gegenüber dem Iran militärische Präsenz zu zeigen. Diese Machtdemonstration unterstreicht, dass die geopolitische Lage nicht nur durch diplomatische Gespräche, sondern auch durch harte sicherheitspolitische Signale geprägt bleibt. Für die Märkte erhöht das die Unsicherheit, insbesondere mit Blick auf Energiepreise und globale Handelsrouten. Trump hatte in der Vorwoche die Drohungen gegenüber der Führung des Iran zurückgenommen, die Entsendung der Flotte zeigt aber seine Entschiedenheit, von seinen Forderungen nicht abzurücken.

US-Wirtschaft und Geldpolitik: Stabilität, aber wachsende Spekulation

Trotz dieser außenpolitischen Spannungen bleibt die wirtschaftliche Lage in den USA vergleichsweise robust. Die Konjunktur zeigt sich widerstandsfähig, der Arbeitsmarkt bleibt solide, und die Inflation ist gegenüber den Hochständen der Vorjahre deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig wächst jedoch die Unsicherheit über den geldpolitischen Kurs im weiteren Jahresverlauf.

Ein zentrales Thema in Davos war dabei die Spekulation über den nächsten Vorsitzenden der Federal Reserve. Mit dem planmäßigen Ende der Amtszeit von Jerome Powell im Mai rückt die Frage nach der zukünftigen Ausrichtung der Federal Reserve zunehmend in den Vordergrund. Marktteilnehmer versuchen bereits jetzt, mögliche Kandidaten und deren geldpolitische Haltung einzuordnen, Trump hatte in Davos eine Entscheidung in Kürze angekündigt.

Diese Unsicherheit wirkt subtil, aber nachhaltig. Während kurzfristig Zinssenkungen oder -pausen diskutiert werden, liegt der eigentliche Fokus auf der Frage, ob die nächste Fed-Führung eher wachstumsorientiert oder inflationssensibel agieren wird. Für Risikoanlagen bedeutet das ein Umfeld, in dem positive Konjunkturdaten nicht automatisch als bullisch interpretiert werden, sondern stets im Kontext geldpolitischer Reaktionsfunktionen stehen.

Europa: Zwischen geopolitischem Druck und struktureller Schwäche

In Europa trafen die handelspolitischen Drohungen aus den USA auf eine ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage. Das Wachstum bleibt schwach, insbesondere in den großen Volkswirtschaften der Eurozone. Die Aussicht auf mögliche Strafzölle verschärft die Sorgen zusätzlich, da exportorientierte Branchen besonders anfällig wären.

Politisch zeigte sich in Davos eine Mischung aus Gesprächsbereitschaft und Unsicherheit. Einerseits gibt es Bemühungen, eine Eskalation zu vermeiden und diplomatische Lösungen zu finden – sowohl im Handelskonflikt als auch im Ukraine-Krieg. Andererseits wird zunehmend klar, dass Europa reaktiv agiert und wenig eigenen Gestaltungsspielraum besitzt, solange zentrale geopolitische Entscheidungen in Washington getroffen werden.

Geldpolitisch bleibt die Europäische Zentralbank vorsichtig und abwartend. Angesichts der schwachen Konjunktur wären Zinssenkungen grundsätzlich möglich, gleichzeitig möchte die EZB nicht den Eindruck erwecken, politischen Druck zu monetarisieren. Für die Märkte bedeutet das ein Umfeld geringer Dynamik, aber auch begrenzter geldpolitischer Überraschungen.

Asien: Abseits des Zentrums, aber nicht unberührt

In Asien wurde das Geschehen in Davos aufmerksam verfolgt, auch wenn die Region nicht im Mittelpunkt der aktuellen Eskalationen steht. Besonders China beobachtet die handelspolitischen Spannungen zwischen den USA und Europa mit Interesse, da eine Verschärfung transatlantischer Konflikte indirekte Effekte auf globale Lieferketten haben könnte.

Japan wiederum bleibt mit seiner geldpolitischen Normalisierung ein Sonderfall. Die Bank of Japan setzt ihren vorsichtigen Kurs fort, was in einem Umfeld globaler Unsicherheit zu einer Neujustierung von Kapitalflüssen führen kann. Insgesamt bleibt Asien jedoch eher Beobachter als Treiber der aktuellen Marktdynamik.

Gesamtbild: Märkte zwischen Politik und Fundamentaldaten

Zusammengefasst war die Woche weniger von harten Konjunkturdaten als von politischen Signalen geprägt. Das Treffen in Davos machte deutlich, wie stark wirtschaftliche Erwartungen derzeit von geopolitischen Entscheidungen abhängen. Strafzoll-Drohungen, Friedensgespräche, militärische Machtdemonstrationen und geldpolitische Personalfragen überlagern klassische Wachstums- und Inflationsmodelle.

Für die Märkte bedeutet das ein Umfeld erhöhter Sensibilität. Fundamentaldaten bleiben wichtig, werden aber zunehmend durch politische Risiken gefiltert. Gerade für das Jahr 2026 zeichnet sich damit ein Szenario ab, in dem Volatilität weniger aus wirtschaftlichen Schocks, sondern aus politischen Entscheidungen und deren Kommunikation entsteht.

Welche Projekte und Nachrichten stehen gerade im Fokus?

Trotz der großen Marktbewegungen in den letzten Wochen und Monaten, die durch die Geopolitik als auch die Zollverhandlungen ausgelöst wurden, gibt es in jeder Woche zusehends mehr Nachrichten mit großer Tragweite für den Kryptomarkt. Die Adaption der Technologie schreitet weiter voran, regulatorisch mehr und mehr unterstützt, da das Potential auch politisch weiter in den Fokus rückt. „Krypto ist gekommen, um zu bleiben“, und wird Tag für Tag sichtbarer in unserer Welt.

Ethereum: Skalierung wird operativ – von der Roadmap zur Produktionsreife

Ethereum hat in dieser Woche weniger durch Schlagzeilen als durch operative Klarheit überzeugt. Mit den jüngsten Entwickler-Updates und der fortschreitenden Konkretisierung der Roadmap wird deutlich, dass sich das Netzwerk weiter von theoretischen Skalierungsversprechen entfernt und stattdessen auf belastbare Produktionsreife zusteuert.

Im Zentrum steht dabei weniger ein einzelnes Upgrade als vielmehr das Zusammenspiel mehrerer Bausteine: Data Availability Sampling, die Weiterentwicklung der Blob-Architektur sowie die Vorbereitung der nächsten großen Upgrade-Zyklen. Nach den grundlegenden Änderungen der vergangenen Jahre geht es nun um Feinjustierung, Effizienz und Verlässlichkeit – also genau jene Eigenschaften, die für institutionelle Nutzung entscheidend sind.

Für den Markt ist diese Phase besonders relevant. Ethereum wird zunehmend nicht mehr nur als Plattform für Smart Contracts wahrgenommen, sondern als Settlement-Layer für Stablecoins, tokenisierte Vermögenswerte und künftig auch für kapitalmarktnähere Anwendungen. Die hohe Stablecoin-Aktivität, die wachsende Bedeutung von Layer-2-Netzwerken und die zunehmende Einbindung in regulatorische Pilotprojekte zeigen, dass diese Rolle nicht mehr hypothetisch ist.

Auffällig ist dabei, dass Ethereum aktuell nicht durch aggressive Marketing-Narrative auffällt. Stattdessen dominiert eine technische, fast nüchterne Kommunikation. Das ist ein Reifezeichen. In einem Umfeld, in dem Regulierung, Verwahrung und Verlässlichkeit wichtiger werden als maximale Geschwindigkeit, spielt Ethereum seine strukturellen Stärken aus: ein etabliertes Entwickler-Ökosystem, hohe Sicherheit und ein klarer Fokus auf langfristige Skalierung.

Für Investoren bedeutet das: Ethereum entwickelt sich weniger spektakulär, aber zunehmend fundamental. Das mag kurzfristig weniger Kurstreiber liefern, stärkt aber die Rolle des Netzwerks als infrastrukturelles Rückgrat des Kryptomarkts.

Solana: Hohe Ambitionen treffen auf Realitätscheck

Während Ethereum auf schrittweise Reife setzt, positioniert sich Solana weiterhin als leistungsorientierte Alternativemit dem Anspruch, kapitalmarktfähige Anwendungen direkt onchain abzubilden. In dieser Woche wurde diese Ambition erneut deutlich – zugleich aber auch die Herausforderungen, die damit einhergehen.

Solana wird zunehmend als Kandidat für hochfrequente, orderbuchbasierte Anwendungen diskutiert, teils mit dem Narrativ einer „dezentralen Nasdaq“. Research-Beiträge und Entwicklerdiskussionen betonen, dass Solana aufgrund seiner Architektur besonders gut geeignet sei, um Handels- und Zahlungsanwendungen mit sehr niedrigen Latenzen abzubilden. Diese Positionierung zielt klar auf institutionelle Use-Cases, die über klassische DeFi-Anwendungen hinausgehen.

Gleichzeitig zeigt die Realität, dass dieser Anspruch hohe Anforderungen an Stabilität und Ausfallsicherheit stellt. Frühere Netzwerkunterbrechungen sind im Markt noch präsent und prägen die Wahrnehmung professioneller Nutzer. In einem Umfeld, in dem Blockchains zunehmend als Teil kritischer Finanzinfrastruktur gedacht werden, sind Ausfälle kein Randthema mehr, sondern ein zentrales Kriterium.

Für Solana ist das ein entscheidender Punkt im Jahr 2026. Das Netzwerk hat technologisch viel zu bieten und genießt hohe Aufmerksamkeit. Ob es sich langfristig als Infrastruktur für institutionelle Anwendungen etabliert, wird jedoch davon abhängen, ob die Betriebsstabilität den hohen Ambitionen standhält. Die Diskussionen dieser Woche zeigen: Der Markt nimmt Solana ernst – aber er bewertet auch kritischer.

Regulierung und Tokenisierung: Politischer Druck steigt – die Umsetzung bleibt komplex

Kaum ein Thema prägt den Kryptomarkt zu Beginn des Jahres 2026 so stark wie die weiterhin ausstehende regulatorische Klarheit in den USA. Während technologische und infrastrukturelle Entwicklungen mit hohem Tempo voranschreiten, bleibt die Gesetzgebung ein politisches Nadelöhr. Die Ereignisse dieser Woche zeigen jedoch, dass sich der Druck deutlich erhöht hat – sowohl politisch als auch institutionell.

CLARITY Act und Market Structure Bill: Ein bekanntes Thema mit neuem Zeitplan

Im Zentrum der Diskussion steht weiterhin der sogenannte CLARITY Act, der ursprünglich bereits im Jahr 2025 als umfassendes Regelwerk zur Klärung der Zuständigkeiten zwischen der U.S. Securities and Exchange Commission und der Commodity Futures Trading Commission gedacht war. Ziel war es, klare Definitionen für digitale Vermögenswerte zu schaffen und insbesondere die Unsicherheit zu beenden, ob bestimmte Token als Wertpapiere oder als Rohstoffe zu behandeln sind.

Nach intensiven Debatten im vergangenen Jahr – die letztlich durch Sommerpause, politische Prioritätenverschiebung und den anschließenden Government Shutdown ausgebremst wurden – wurde der Gesetzentwurf nun erneut aufgegriffen. Am 18. Januar veröffentlichte das Senate Agriculture Committee eine überarbeitete Version, die den bisherigen Diskussionsstand reflektiert, aber auch neue Streitpunkte enthält.

Besonders kritisch gesehen werden dabei strengere Bedingungen für Marktteilnehmer, insbesondere im Bereich DeFi und tokenisierter Wertpapiere. Coinbase zog daraufhin öffentlich seine Unterstützung zurück und argumentierte, dass der aktuelle Entwurf in Teilen zu restriktiv sei und Innovation gefährde. Diese Reaktion unterstreicht, wie sensibel die Balance zwischen Regulierung und Marktentwicklung bleibt.

In der politischen Praxis bedeutet das: Eine Verabschiedung in den nächsten Wochen gilt als unwahrscheinlich. Beobachter rechnen nun mit einer Verzögerung bis Ende Februar oder sogar März, nicht zuletzt, weil sich der politische Fokus im Kongress derzeit auf andere Themen – etwa die Wohnungs- und Immobilienaffordabilität – verlagert hat. Damit setzt sich ein Muster fort, das den Kryptomarkt bereits 2025 geprägt hat: regulatorische Ambitionen treffen auf politische Realität.

Trump erhöht in Davos den Druck – Krypto als Standortfrage

Neu ist jedoch der politische Ton, der in dieser Woche angeschlagen wurde. In seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos betonte Donald Trump erneut, dass die USA Gefahr liefen, bei digitalen Vermögenswerten und Finanzinnovation ins Hintertreffen zu geraten. Er stellte in Aussicht, die regulatorischen Prozesse zu beschleunigen und die USA gezielt als „Crypto Capital of the World“ zu positionieren.

Diese Aussagen sind weniger als konkrete Gesetzesankündigung zu verstehen, entfalten aber politisch Wirkung. Sie rahmen Krypto nicht mehr primär als Aufsichtsproblem, sondern als Standort- und Wettbewerbsfrage. In der Folge mehren sich Spekulationen, dass insbesondere die Integration von Banken in den Kryptomarkt – etwa über Verwahrung, Stablecoins oder tokenisierte Einlagen – politisch Rückenwind erhalten könnte.

SEC und CFTC rücken zusammen – Signalwirkung für 2026

Ein besonders wichtiges Signal in diesem Zusammenhang ist die Ankündigung, dass SEC und CFTC in der kommenden Woche eine gemeinsame Veranstaltung abhalten werden, um ihre Bemühungen zu koordinieren. Das erklärte Ziel: die Umsetzung des politischen Versprechens, die USA zum führenden Standort für Krypto-Innovation zu machen.

Dass beide Behörden gemeinsam auftreten, ist bemerkenswert. In der Vergangenheit waren Kompetenzstreitigkeiten zwischen SEC und CFTC ein zentrales Problem für Marktteilnehmer. Ein koordiniertes Vorgehen deutet darauf hin, dass zumindest auf Verwaltungsebene der Wille besteht, den regulatorischen Stillstand zu überwinden – auch wenn der legislative Prozess weiterhin Zeit benötigt.

Tokenisierung: Infrastruktur läuft der Regulierung voraus – NYSE und Chainlink gehen voran

Parallel zur politischen Debatte schreitet die Marktinfrastruktur weiter voran. Die New York Stock Exchange hat in dieser Woche erneut bestätigt, dass sie an einer eigenen Plattform für tokenisierte Wertpapiere arbeitet. Geplant ist eine neue Handelsumgebung mit nahezu durchgängigem Handel, schneller Abwicklung und stablecoin-basierter Finanzierung. Auch wenn es sich um ein Zukunftsprojekt handelt, ist die strategische Aussage eindeutig: Tokenisierung wird als eigenständige Marktstruktur gedacht, nicht als bloßes Add-on bestehender Börsen. Weitere Details zu dem ambitionierten Konzept finden Sie hier.

Ergänzt wird dieses Bild durch Chainlink, das neue onchain-Datenfeeds für US-Aktien und ETFs bereitgestellt hat. Dabei geht es nicht um den Handel der Aktien selbst, sondern um die Dateninfrastruktur, die als Voraussetzung für tokenisierte Kapitalmarktprodukte dient. Ohne verlässliche, börsennahe Marktdaten lassen sich weder tokenisierte Aktien noch komplexe Derivate seriös abbilden.

Einordnung: Regulierung als Prozess, nicht als Ereignis

In der Zusammenschau entsteht ein klares Bild: Die formale Regulierung in den USA bleibt fragmentiert und verzögert, während politischer Druck und technische Umsetzung deutlich zunehmen. Gesetzesinitiativen wie der CLARITY Act sind weiterhin wichtig, aber sie sind nicht mehr der alleinige Taktgeber. Vielmehr entwickelt sich Regulierung zunehmend als mehrstufiger Prozess aus Gesetzgebung, Behördenpraxis und Marktrealität.

Für den Kryptomarkt ist das eine ambivalente, aber konstruktive Situation. Die Unsicherheit bleibt, doch sie wird begleitet von sichtbaren Fortschritten in Infrastruktur und politischer Aufmerksamkeit. Für 2026 deutet vieles darauf hin, dass sich regulatorische Klarheit nicht schlagartig, sondern in Etappen einstellen wird – mit Tokenisierung und Bankenintegration als zentralen Leitmotiven.

Podcast mit der „WirtschaftsWoche“

Wir folgten einer Einladung, und in der neuen Folge des WirtschaftsWoche Podcasts „Bitcoin & Beyond“ spricht Host Philipp Frohn mit Markus van de Weyer, Gründer und Geschäftsführer von alpha beta asset management, über ein turbulentes Kryptojahr 2025 und die Frage, ob 2026 für Bitcoin und andere digitale Assets wieder besser werden könnte.

Im Fokus der Folge:

    • welche Trends den Kryptomarkt 2025 wirklich geprägt haben,

    • warum es sich trotz aller Schlagzeilen längst nicht mehr nach Bullenmarkt anfühlt,

    • und warum es in 2026 für Bitcoin und Co. wieder besser werden könnte.

Den aktuellen Podcast finden Sie hier.

Schönen Gruß aus Frankfurt – und ein entspanntes Wochenende! ☀️

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Markus van de Weyer, Gründer und Geschäftsführer alpha beta asset management gmbh

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Markus van de Weyer

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