Krypto-Wochenbericht | Marktanalyse vom 19.07.2026

KRYPTO – Meine Sicht (Autor: Markus van de Weyer, Gründer und Geschäftsführer alpha beta asset management gmbh)

Krypto Wochenanalyse: Bitcoin, Ethereum und Markttrends

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Werfen wir in der Marktanalyse zuerst einen Blick auf die Zu- und Abflüsse dieser Handelswoche in den Bitcoin und Ethereum ETF:

Die Bitcoin ETF erlebten auch in dieser Woche einen nervösen Handel, der wie in den Vorwochen insbesondere durch die Schlagzeilen rund um den Krieg im Iran dominiert wurde. Alle Handelstage bis auf den Wochenstart am Montag zeigten Zuflüsse. In Summe flossen insgesamt 76 Mio. USD in die ETF, nach 197 Mio. USD Zufluss in der Vorwoche. Nach acht Wochen mit Abflüssen verzeichnen wir nun die zweite Woche mit Zuflüssen.

Auch bei den Ethereum ETF sehen wir ein ähnliches Bild, die einzigen Abflüsse gab es am Montag und Donnerstag. In der Summe ergibt sich ein Zufluss von 105 Mio. USD, nach einem Zufluss von 84 Mio. USD in der Vorwoche.

Die Solana ETF konnten sich in diesem Umfeld gut behaupten. In Summe ergibt sich ein Zufluss von circa 1 Mio USD. Die Zuflüsse seit dem Handelsstart summieren sich mittlerweile auf mehr als 1.1 Mrd. USD – die sich mit gewisser Wahrscheinlichkeit zum Teil auch aus Verkäufen aus Bitcoin oder Ethereum ETF speisen.

Wie bewegte sich der Kryptomarkt in den letzten Handelstagen?

Die Stabilisierung setzt sich fort

Der Kryptomarkt hat die vergangene Woche insgesamt ruhig beendet. Bitcoin verzeichnete im Wochenvergleich lediglich ein kleines Plus, während Ethereum etwas stärker zulegen konnte.

Auf den ersten Blick wirkt diese Entwicklung wenig spektakulär. Nach den deutlichen Schwankungen und dem zwischenzeitlichen Rückgang von Bitcoin unter 60.000 US-Dollar ist gerade die relative Ruhe jedoch bemerkenswert.

Der Markt hat sich nicht nur von den damaligen Tiefständen entfernt. Auch die Rücksetzer fallen inzwischen weniger aggressiv aus und werden auf höheren Kursniveaus aufgefangen.

Aus unserer Sicht unterstützt dies weiterhin die These, dass der Kryptomarkt an einer Bodenbildung arbeitet.

Bitcoin bewegt sich seitwärts – aber auf stabilerer Grundlage

Bitcoin schwankte im Wochenverlauf in einer vergleichsweise engen Bandbreite.

Mehrfach näherte sich der Kurs wieder dem Bereich von 65.000 US-Dollar, ohne sich bislang dauerhaft darüber etablieren zu können. Gleichzeitig blieben stärkere Anschlussverkäufe aus.

Damit unterscheidet sich die aktuelle Marktphase deutlich von den Wochen zuvor.

Während Rückgänge damals häufig weitere Verkaufsorders, Liquidationen und eine schnelle Verschlechterung der Stimmung auslösten, reagiert der Markt inzwischen kontrollierter. Schwächere Handelstage führen nicht mehr automatisch zu einem erneuten Test der bisherigen Tiefstände.

Bitcoin konnte die Woche deshalb mit einem kleinen Gewinn abschließen, obwohl die geopolitische Nachrichtenlage angespannt blieb und auch an den internationalen Aktienmärkten zeitweise deutlicher Verkaufsdruck entstand.

Dass Bitcoin in diesem Umfeld weitgehend stabil blieb, ist aus unserer Sicht zumindest konstruktiv.

Die Tiefpunkte steigen von Woche zu Woche

Der interessanteste Aspekt der Kursentwicklung liegt derzeit weniger in den Wochengewinnen als in der Struktur der Rücksetzer.

Nachdem Bitcoin zuvor unter die Marke von 60.000 US-Dollar gefallen war, lagen die darauffolgenden Wochentiefs zunehmend höher. Zunächst stabilisierte sich der Kurs im Bereich um 60.000 US-Dollar. In der folgenden Woche wurde ein Tief von ungefähr 61.500 US-Dollar erreicht. Auch in der nun abgelaufenen Woche blieben die schwächsten Kurse oberhalb der zuvor markierten Tiefstände.

Technisch gesprochen beginnt der Markt damit, höhere Tiefpunkte auszubilden.

Ein solches Muster ist häufig ein erstes Anzeichen dafür, dass die Verkäufer an Einfluss verlieren. Die Käufer sind offenbar bereit, bereits auf höheren Kursniveaus in den Markt zurückzukehren und müssen nicht mehr auf einen erneuten Einbruch warten.

Das bedeutet noch nicht, dass die Bodenbildung abgeschlossen ist.

Höhere Tiefpunkte allein reichen für einen neuen Aufwärtstrend nicht aus. Dazu müsste Bitcoin zusätzlich wichtige Widerstandsbereiche nachhaltig überwinden und anschließend auch höhere Hochpunkte ausbilden.

Der erste Teil einer solchen Entwicklung ist jedoch zunehmend erkennbar.

Die Verkäufer verlieren an Aggressivität

In den schwächsten Wochen der Korrektur wurde der Markt immer wieder von dynamischen Verkaufswellen geprägt. Selbst kleinere Rückgänge beschleunigten sich häufig, weil gehebelte Positionen geschlossen wurden und sich die negative Stimmung unmittelbar auf weitere Marktteilnehmer übertrug.

Dieses Muster hat in den vergangenen Wochen an Intensität verloren.

Verkaufsversuche sind weiterhin vorhanden. Sie führen aber nicht mehr regelmäßig zu neuen Tiefständen oder einer unkontrollierten Beschleunigung der Abwärtsbewegung.

Das spricht dafür, dass ein erheblicher Teil des kurzfristigen Verkaufsdrucks bereits verarbeitet wurde.

Möglicherweise haben Anleger, die ihre Positionen reduzieren wollten oder mussten, dies inzwischen weitgehend getan. Gleichzeitig scheinen langfristiger orientierte Käufer bereit zu sein, auf den niedrigeren Kursniveaus Positionen aufzubauen.

Dieser Prozess verläuft selten geradlinig.

Auch eine grundsätzlich konstruktive Bodenbildung kann noch einmal deutliche Rücksetzer beinhalten. Entscheidend ist daher weniger jeder einzelne Handelstag als die Frage, ob die Tiefpunkte weiter steigen und größere Abverkäufe zunehmend aufgefangen werden.

Bislang ist genau das zu beobachten.

Ethereum entwickelt sich etwas stärker

Ethereum erzielte im Wochenvergleich einen etwas höheren Gewinn als Bitcoin.

Diese relative Stärke ist grundsätzlich positiv, sollte aber noch nicht überinterpretiert werden. Ethereum hatte während der vorangegangenen Korrektur stärker als Bitcoin verloren und verfügt deshalb auch über mehr Erholungspotenzial.

Dennoch ist die Entwicklung für den Gesamtmarkt relevant.

In besonders defensiven Marktphasen konzentriert sich das Anlegerinteresse meist fast ausschließlich auf Bitcoin. Ethereum und andere digitale Vermögenswerte bleiben dann häufig deutlich zurück.

Wenn Ethereum wieder etwas stärker abschneidet, kann dies darauf hindeuten, dass sich die Risikobereitschaft innerhalb des Kryptomarktes vorsichtig verbessert.

Von einer breiten Rotation in Altcoins oder einer ausgeprägten neuen Risikophase kann bislang allerdings nicht gesprochen werden. Dafür ist die Marktbewegung noch zu selektiv und die allgemeine Stimmung weiterhin zu zurückhaltend.

Die Entwicklung zeigt jedoch, dass sich die Stabilisierung nicht ausschließlich auf Bitcoin beschränkt.

Makroökonomische Impulse bleiben widersprüchlich

Das Umfeld für Risikoanlagen war in dieser Woche keineswegs eindeutig.

Auf der einen Seite fielen die amerikanischen Inflationsdaten günstiger aus als erwartet. Ein nachlassender Preisdruck erhöht grundsätzlich den geldpolitischen Spielraum der US-Notenbank und wirkt daher unterstützend auf Aktien und Kryptowährungen.

Auf der anderen Seite nahmen die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten wieder deutlich zu. Steigende Ölpreise und die Sorge vor einer weiteren Eskalation begrenzten deshalb die Risikobereitschaft.

Bitcoin reagierte auf diese gegensätzlichen Impulse vergleichsweise ausgeglichen.

Nach positiven Inflationsdaten konnte der Kurs zeitweise über 65.000 US-Dollar steigen. Die anschließende Verschärfung der geopolitischen Lage führte zwar wieder zu Rücksetzern, löste aber keinen erneuten größeren Ausverkauf aus.

Auch dies spricht dafür, dass die Marktstruktur inzwischen robuster geworden ist.

Die Stimmung bleibt vorsichtig

Trotz der verbesserten Kursstruktur ist die Stimmung am Kryptomarkt weiterhin weit von Euphorie entfernt.

Viele Anleger haben die Rückgänge der vergangenen Monate noch deutlich vor Augen. Entsprechend werden Kursanstiege bislang eher skeptisch betrachtet und häufig als Gelegenheit zur Reduzierung von Risiken genutzt.

Diese Zurückhaltung ist nicht zwingend negativ.

Eine nachhaltige Erholung beginnt häufig in einem Umfeld, in dem die Mehrheit der Anleger noch Zweifel hat. Die Kurse stabilisieren sich, bevor sich die Stimmung sichtbar verbessert.

In der aktuellen Phase folgt die Stimmung weiterhin stark der kurzfristigen Preisentwicklung. Ein Anstieg über 65.000 US-Dollar verbessert die Wahrnehmung unmittelbar. Bereits ein Rückgang um wenige Prozent lässt die Skepsis dagegen schnell wieder zurückkehren.

Diese Unsicherheit spricht dafür, dass die Bodenbildung noch Zeit benötigen kann.

Sie zeigt aber auch, dass bislang keine neue spekulative Übertreibung entstanden ist.

Noch fehlt die Bestätigung nach oben

So konstruktiv die Entwicklung der letzten Wochen erscheint, sollte sie objektiv eingeordnet werden.

Bitcoin hat sich stabilisiert, aber noch keinen nachhaltigen Ausbruch geschafft. Der Bereich um 65.000 US-Dollar erwies sich erneut als Widerstand. Erst wenn der Kurs diese Zone überzeugend überwindet und anschließend verteidigt, würde sich das technische Bild deutlicher aufhellen.

Bis dahin bleibt der Markt in einer Konsolidierungsphase.

Das Risiko weiterer Rücksetzer ist nicht verschwunden. Insbesondere eine weitere Eskalation im Nahen Osten, stark steigende Energiepreise oder eine Schwäche an den internationalen Aktienmärkten könnten auch den Kryptomarkt erneut belasten.

Gleichzeitig hat die Unterseite an unmittelbarer Bedrohlichkeit verloren.

Der Markt fällt nicht mehr bei jeder negativen Nachricht auf neue Tiefstände. Rückgänge werden früher aufgefangen, und die Tiefkurse steigen im Vergleich zu den Vorwochen an.

Damit verbessert sich das Verhältnis zwischen Risiko und möglicher Erholung langsam.

Unsere Einordnung

Die vergangene Woche lieferte keine spektakulären Kursgewinne. Bitcoin schloss nur leicht höher, Ethereum entwickelte sich etwas besser.

Aus unserer Sicht liegt die entscheidende Nachricht jedoch nicht in der Höhe der Wochenrendite.

Wichtiger ist, dass sich die Marktstruktur weiter stabilisiert hat. Seit dem Rückgang unter 60.000 US-Dollar werden die Tiefstände schrittweise höher ausgebildet. Gleichzeitig hat die Aggressivität der Verkäufer sichtbar nachgelassen.

Das stützt unsere These einer fortschreitenden Bodenbildung.

Diese ist noch nicht abgeschlossen und kann sich durchaus über weitere Wochen hinziehen. Auch erneute Rücksetzer wären in einem solchen Prozess nicht ungewöhnlich.

Solange die Tiefpunkte jedoch weiter ansteigen und schwächere Phasen nicht mehr zu einer Beschleunigung des Verkaufsdrucks führen, bleibt das Gesamtbild konstruktiv.

Der Kryptomarkt befindet sich noch nicht in einem bestätigten neuen Aufwärtstrend. Er wirkt aber zunehmend so, als hätte er die schwierigste Phase der Korrektur zunächst hinter sich gelassen.

Der Blick auf die Makrodaten, Politik und Unternehmen 

Der Nahostkonflikt überschattet die Entspannung bei der Inflation

Die politische und wirtschaftliche Nachrichtenlage der vergangenen Woche war von einem deutlichen Gegensatz geprägt.

Auf der einen Seite fielen die amerikanischen Inflationsdaten günstiger aus als erwartet. Auch die Berichtssaison begann insbesondere bei den großen Banken und im europäischen Technologiesektor grundsätzlich solide. Auf der anderen Seite eskalierte der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran erneut. Die zuvor verkündete Waffenruhe hat sich als ausgesprochen fragil erwiesen und ist inzwischen faktisch weitgehend zusammengebrochen.

Für die Kapitalmärkte entsteht daraus ein schwieriges Umfeld. Die Konjunktur- und Inflationsdaten würden für sich genommen eine vorsichtig konstruktive Bewertung rechtfertigen. Die steigenden Ölpreise, die Gefahr einer weiteren Eskalation im Persischen Golf und die ersten größeren amerikanischen Verluste begrenzen jedoch die Risikobereitschaft.

Iran, Israel und die USA: Die Waffenruhe verliert ihre Glaubwürdigkeit

Die aus unserer Sicht wichtigste Entwicklung der Woche war die erneute militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran.

Das zuvor vereinbarte Memorandum sollte eigentlich die Kampfhandlungen begrenzen und den Weg für weitere Verhandlungen ebnen. In der Praxis haben jedoch beide Seiten einander wiederholt Verstöße vorgeworfen. Der Streit über die Kontrolle und freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus blieb ungelöst. Gleichzeitig fehlte ein belastbarer Mechanismus, der Verstöße hätte untersuchen oder sanktionieren können.

Genau darin lag von Beginn an die Schwäche der Vereinbarung.

Eine Waffenruhe ist nur dann dauerhaft tragfähig, wenn beide Seiten einen politischen Nutzen in ihrer Einhaltung sehen und ein Mindestmaß an gegenseitigem Vertrauen vorhanden ist. Beides ist derzeit kaum erkennbar.

In den vergangenen Tagen intensivierten die USA ihre Angriffe auf iranische Militäranlagen erneut. Der Iran reagierte mit Drohnen- und Raketenangriffen auf amerikanische Stützpunkte und Einrichtungen in mehreren Golfstaaten. Auch die Schifffahrt rund um die Straße von Hormus geriet wieder stärker unter Druck.

Besonders schwer wiegt, dass inzwischen mehrere amerikanische Soldaten getötet wurden. Nach den jüngsten Angriffen auf amerikanische Stellungen in Jordanien stieg die Zahl der seit Beginn des Konflikts getöteten US-Soldaten auf 16. Ein weiterer Soldat galt zuletzt als vermisst.

Damit verändert sich auch die innenpolitische Dimension des Konflikts.

Solange ein Krieg überwiegend aus der Distanz geführt wird und auf amerikanischer Seite kaum Opfer fordert, bleibt der innenpolitische Druck häufig begrenzt. Steigt jedoch die Zahl der getöteten Soldaten, wächst der Erwartungsdruck auf den Präsidenten, entweder militärisch deutlich härter zu reagieren oder eine glaubwürdige Ausstiegsstrategie vorzulegen.

Für Donald Trump wird die Situation dadurch zunehmend schwieriger. Eine Zurückhaltung könnte politisch als Schwäche interpretiert werden. Eine weitere Eskalation erhöht dagegen das Risiko, dass sich die USA immer tiefer in einen langwierigen regionalen Krieg hineinziehen lassen.

Auch Israel bleibt ein entscheidender Faktor. Die israelische Regierung betrachtet das iranische Nuklear- und Raketenprogramm weiterhin als existenzielle Bedrohung und dürfte deshalb auf eine anhaltend harte amerikanische Linie drängen. Damit schrumpft der diplomatische Spielraum zusätzlich.

Die Straße von Hormus bleibt das entscheidende Marktrisiko

Für die Finanzmärkte konzentriert sich die Aufmerksamkeit vor allem auf die Straße von Hormus.

Durch diese vergleichsweise schmale Meerenge wird ein erheblicher Teil der weltweiten Öl- und Flüssiggasexporte transportiert. Bereits die Androhung von Angriffen oder Blockaden kann deshalb ausreichen, um die Energiepreise deutlich nach oben zu bewegen.

Die erneute Eskalation führte dazu, dass Brent-Rohöl wieder oberhalb von 85 US-Dollar je Barrel gehandelt wurde. Gleichzeitig ging die Zahl der Schiffsbewegungen zeitweise deutlich zurück.

Solange die Durchfahrt nicht dauerhaft gewährleistet ist, bleibt eine geopolitische Risikoprämie im Ölpreis gerechtfertigt.

Für die Märkte ist dabei weniger ein einzelner kurzfristiger Preissprung entscheidend als die Dauer der Störung. Bleiben Öl und Gas nur wenige Tage teuer, dürften die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen begrenzt bleiben. Hält der Preisdruck dagegen mehrere Wochen oder Monate an, würde dies erneut auf Transportkosten, Produktion und Verbraucherpreise durchschlagen.

Damit könnte genau jener Inflationsdruck zurückkehren, der sich zuletzt sichtbar abgeschwächt hatte.

Das erklärt auch die zurückhaltende Reaktion der Aktienmärkte auf eigentlich erfreuliche Inflationsdaten. Anleger sehen die Verbesserung, wissen aber gleichzeitig, dass ein länger anhaltender Energieschock einen Teil dieser Entspannung wieder zunichtemachen könnte.

Auswirkungen auf Aktien, Anleihen, Dollar und Risikoanlagen

Die unmittelbare Marktreaktion auf die Eskalation folgt einem bekannten Muster.

Öl- und Rüstungswerte profitieren, während energieintensive Unternehmen, Fluggesellschaften und Teile der Industrie unter Druck geraten. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach dem US-Dollar und teilweise nach Staatsanleihen als vermeintlich sicheren Anlagen.

Allerdings ist die Reaktion der Anleihemärkte nicht eindeutig.

Geopolitische Unsicherheit spricht grundsätzlich für fallende Renditen. Steigende Ölpreise erhöhen jedoch zugleich das Inflationsrisiko und können die Renditen wieder nach oben treiben. Genau dieses Spannungsfeld war in den vergangenen Tagen zu beobachten.

Für Aktien und Kryptowährungen bleibt entscheidend, welche Interpretation sich durchsetzt.

Wird der Konflikt als begrenzte militärische Eskalation wahrgenommen, können sich Risikoanlagen relativ schnell stabilisieren. Entsteht dagegen der Eindruck eines länger dauernden Krieges mit nachhaltigen Störungen der Energieversorgung, dürfte die Risikobereitschaft deutlich zurückgehen.

Ukraine: Der Krieg verlagert sich weiter auf Infrastruktur und Schifffahrt

Auch in der Ukraine setzte sich die militärische Eskalation fort.

Russland intensivierte seine Angriffe auf ukrainische Städte, Häfen und Infrastruktur. Besonders die Schwarzmeerhäfen rund um Odessa standen erneut im Mittelpunkt. Dabei wurden Schiffe beschädigt und Menschen getötet.

Die Angriffe sind nicht nur militärisch, sondern auch wirtschaftlich relevant.

Die ukrainischen Schwarzmeerhäfen spielen eine wichtige Rolle für den Export von Getreide und anderen Agrarprodukten. Werden Hafenanlagen oder Handelsschiffe beschädigt, steigen Transport- und Versicherungskosten. Entsprechend reagierten auch die internationalen Weizenpreise zeitweise deutlich.

Gleichzeitig greift die Ukraine weiterhin russische Energie-, Logistik- und Schifffahrtsstrukturen an. Im Schwarzen Meer wurden russische Tanker getroffen, während Angriffe auf Öldepots und Versorgungsanlagen den Nachschub erschweren sollen.

Der Krieg entwickelt sich damit immer stärker zu einem Konflikt um Infrastruktur.

Beide Seiten versuchen, nicht nur militärische Einheiten an der Front zu treffen, sondern die wirtschaftliche und logistische Grundlage der gegnerischen Kriegsführung zu schwächen.

Eine kurzfristige politische Lösung ist weiterhin nicht erkennbar. Vielmehr steigt die Gefahr, dass Angriffe auf Häfen, Schiffe und Energieanlagen zunehmend auch internationale Rohstoff- und Handelsmärkte beeinflussen.

USA: Inflation fällt stärker als erwartet

Die wichtigste wirtschaftliche Nachricht aus den USA war die deutliche Abschwächung der Verbraucherpreisinflation.

Die Inflationsrate fiel im Juni auf 3,5 Prozent und damit stärker als erwartet. Besonders bemerkenswert war die Entwicklung der Kerninflation. Auf Monatssicht ging sie erstmals seit mehr als sechs Jahren leicht zurück.

Der wichtigste Entlastungsfaktor waren niedrigere Energiepreise.

Damit zeigt sich allerdings auch die Abhängigkeit der Inflationsentwicklung vom geopolitischen Umfeld. Die erfreulichen Juni-Daten spiegeln eine Phase sinkender Öl- und Benzinpreise wider. Die erneute Eskalation mit dem Iran könnte diesen Effekt in den kommenden Monaten teilweise wieder umkehren.

Dennoch verschaffen die Daten der Federal Reserve zunächst etwas Luft.

Die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Zinserhöhung ging nach der Veröffentlichung deutlich zurück. Gleichzeitig wäre es verfrüht, bereits wieder von baldigen Zinssenkungen auszugehen. Die Inflation liegt weiterhin oberhalb des Zielwerts, und die Fed wird abwarten wollen, wie dauerhaft die Entspannung tatsächlich ist.

Auch die Produzentenpreise fielen günstiger aus als erwartet. Der Erzeugerpreisindex sank im Juni um 0,3 Prozent und verzeichnete damit den stärksten Rückgang seit mehr als einem Jahr.

Die Kombination aus schwächeren Verbraucher- und Produzentenpreisen ist grundsätzlich positiv. Sie reduziert die Sorge, dass Unternehmen steigende Kosten unmittelbar an Verbraucher weiterreichen müssen.

US-Konsum und Arbeitsmarkt bleiben stabil

Auch die übrigen US-Daten zeichneten kein Rezessionsbild.

Die Einzelhandelsumsätze stiegen im Juni leicht. Niedrigere Tankstellenumsätze belasteten zwar den Gesamtwert, gleichzeitig legten Autokäufe und der Onlinehandel deutlich zu. Einige Volkswirte erhöhten daraufhin ihre Schätzungen für das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal.

Auch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen auf 208.000 und damit stärker als erwartet.

Der Arbeitsmarkt verliert zwar gegenüber den sehr starken Vorjahren an Dynamik. Von einem abrupten Einbruch kann jedoch weiterhin keine Rede sein.

Aus unserer Sicht bleibt das amerikanische Konjunkturbild daher grundsätzlich konstruktiv: Die Inflation schwächt sich ab, der Konsum hält sich und der Arbeitsmarkt bleibt stabil.

Die größte Gefahr kommt derzeit weniger aus der Binnenwirtschaft als aus dem geopolitisch bedingten Energiepreisschock.

China: Das Wachstum verliert deutlich an Kraft

In Asien stand vor allem China im Mittelpunkt.

Die chinesische Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal nur noch um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit lag das Wachstum unter den Erwartungen und erreichte den niedrigsten Wert seit dreieinhalb Jahren.

Noch problematischer als die reine Wachstumsrate ist die Zusammensetzung.

Die Industrieproduktion und die Exporte bleiben relativ robust. Die Binnennachfrage ist dagegen ausgesprochen schwach. Die Einzelhandelsumsätze stiegen im Juni lediglich um 1 Prozent, während die Investitionen in den Immobiliensektor im ersten Halbjahr um 18 Prozent einbrachen.

China produziert also weiterhin große Mengen, findet im Inland aber zu wenig Käufer.

Diese Entwicklung verstärkt die bereits vorhandenen Deflationsrisiken. Unternehmen reagieren auf schwache Nachfrage häufig mit Preisnachlässen. Sinkende Preise reduzieren wiederum Margen, Investitionsbereitschaft und Lohnwachstum.

Die chinesische Wirtschaft befindet sich damit in einem zunehmend schwierigen Kreislauf.

Beijing dürfte mittelfristig kaum um zusätzliche Konjunkturmaßnahmen herumkommen. Bislang zögert die Regierung jedoch mit einem sehr großen fiskalischen Programm, unter anderem wegen der bereits hohen Verschuldung vieler Provinzen und Kommunen.

Für Europa ist die chinesische Schwäche besonders relevant. Deutsche und europäische Industrieunternehmen sind stark vom chinesischen Absatzmarkt abhängig. Eine anhaltend schwache Nachfrage belastet daher vor allem Automobilhersteller, Chemiekonzerne und Maschinenbauer.

Europa: Wenig Wachstum und ein komplizierter Inflationsausblick

Die europäischen Wirtschaftsdaten blieben insgesamt verhalten.

Die Inflation in der Eurozone ging im Juni auf 2,8 Prozent zurück. Damit schwächte sich der Preisdruck stärker ab als erwartet, liegt aber weiterhin klar oberhalb des Zwei-Prozent-Ziels der Europäischen Zentralbank.

Für die EZB ergibt sich daraus ein schwieriges Bild.

Die schwache Konjunktur spricht gegen weitere deutliche Zinserhöhungen. Gleichzeitig könnte ein länger anhaltender Öl- und Gasschock die Inflation im Herbst wieder beschleunigen.

Aus unserer Sicht dürfte die EZB daher zunächst abwarten. Die aktuellen Daten rechtfertigen keine aggressive Straffung. Sie reichen aber auch noch nicht aus, um eine schnelle geldpolitische Lockerung einzuleiten.

Unternehmenszahlen: Banken und Halbleiterunternehmen überzeugen

Unternehmensseitig begann die Berichtssaison insgesamt erfreulich.

Die großen amerikanischen Banken profitierten von der höheren Marktvolatilität, einer Belebung der Börsengänge und guten Handelsumsätzen. Besonders Goldman Sachs überzeugte mit starken Ergebnissen und wurde vom Markt entsprechend deutlich honoriert.

Die Bankzahlen sind auch konjunkturell relevant.

Sie zeigen, dass Unternehmen und Investoren trotz der geopolitischen Unsicherheit weiterhin Kapitalmarkttransaktionen durchführen. Kreditqualität und Handelsaktivitäten deuten bislang nicht auf eine akute wirtschaftliche Krise hin.

Auch in Europa gab es ein wichtiges positives Signal.

Der niederländische Halbleiterausrüster ASML übertraf die Erwartungen und erhöhte seine Umsatzprognose für 2026 auf 43 bis 45 Milliarden Euro. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, seine Produktionskapazitäten in den kommenden zwei Jahren um rund 30 Prozent auszubauen.

Die Zahlen bestätigen, dass die Investitionen in KI-Infrastruktur und moderne Halbleiterproduktion weiterhin sehr hoch sind.

Bemerkenswert ist allerdings, dass nicht sämtliche Technologiewerte gleichermaßen profitieren. IBM enttäuschte den Markt deutlich und erlitt den stärksten Tagesverlust seiner Geschichte. Das zeigt, dass Anleger inzwischen genauer unterscheiden, welche Unternehmen tatsächlich vom KI-Boom profitieren und welche Schwierigkeiten haben, ihre Geschäftsmodelle entsprechend anzupassen.

Auch TSMC meldete einen Gewinnanstieg von 77 Prozent. Damit bleibt die Nachfrage nach modernsten Chips ausgesprochen stark.

Unsere Einordnung

Das wirtschaftliche Bild ist besser, als es die politische Nachrichtenlage vermuten lässt.

In den USA gehen Verbraucher- und Produzentenpreisinflation zurück. Konsum und Arbeitsmarkt bleiben stabil. Die ersten Unternehmenszahlen fallen überwiegend gut aus, und insbesondere der Halbleitersektor profitiert weiterhin von hohen Investitionen in künstliche Intelligenz.

Gleichzeitig sind die Risiken erheblich.

Die erneute Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran hat die Glaubwürdigkeit der Waffenruhe weitgehend zerstört. Mit den ersten größeren amerikanischen Verlusten steigt der politische Druck auf Washington. Die Straße von Hormus bleibt ein potenzieller Engpass für die weltweite Energieversorgung.

Auch der Krieg in der Ukraine verlagert sich weiter auf Häfen, Schiffe und Energieinfrastruktur und gewinnt damit zusätzliche wirtschaftliche Bedeutung.

Aus unserer Sicht bleibt die entscheidende Frage deshalb, ob die geopolitischen Konflikte regional begrenzt bleiben oder sich zu einem länger anhaltenden Energie- und Handelsschock entwickeln.

Bleibt die Ölversorgung weitgehend intakt, spricht die Kombination aus sinkender Inflation, stabilem US-Konsum und guten Unternehmensgewinnen für ein grundsätzlich konstruktives Kapitalmarktumfeld.

Kommt es dagegen zu nachhaltigen Störungen der Straße von Hormus, könnte sich das Bild sehr schnell verändern. Dann würden steigende Energiepreise die Inflation erneut anfachen, den Handlungsspielraum der Zentralbanken begrenzen und die Risikobereitschaft an den Märkten deutlich belasten.

Welche Projekte und Nachrichten stehen gerade im Fokus?

Trotz der großen Marktbewegungen in den letzten Wochen und Monaten, die durch die Geopolitik als auch die Zollverhandlungen ausgelöst wurden, gibt es in jeder Woche zusehends mehr Nachrichten mit großer Tragweite für den Kryptomarkt. Die Adaption der Technologie schreitet weiter voran, regulatorisch mehr und mehr unterstützt, da das Potential auch politisch weiter in den Fokus rückt. „Krypto ist gekommen, um zu bleiben“, und wird Tag für Tag sichtbarer in unserer Welt.

Die vergangenen sieben Tage haben erneut gezeigt, dass sich der Kryptomarkt zunehmend verändert. Während in den vergangenen Jahren häufig neue Blockchain-Projekte oder spektakuläre Kursbewegungen die Schlagzeilen bestimmten, stehen inzwischen andere Themen im Vordergrund: Regulierung, institutionelle Infrastruktur und die Integration digitaler Vermögenswerte in das bestehende Finanzsystem.

Diese Entwicklung verläuft oftmals weitgehend unbemerkt. Gerade deshalb halten wir sie für besonders interessant.

Ob Regierungen Kryptowährungen rechtlich neu einordnen, zentrale Finanzmarktinfrastrukturen mit der Tokenisierung beginnen oder Stablecoins erstmals in regulierte Finanzprozesse integriert werden – all diese Entwicklungen schaffen die Grundlagen dafür, dass digitale Vermögenswerte langfristig einen festen Platz innerhalb der globalen Finanzmärkte einnehmen können.

Die wichtigsten Nachrichten der vergangenen Woche verdeutlichen diesen Wandel eindrucksvoll.

Japan stärkt Kryptowährungen als Anlageklasse

Die aus unserer Sicht wichtigste Nachricht der Woche kam aus Japan.

Die japanische Regierung hat den Weg dafür freigemacht, Kryptowährungen künftig offiziell als Finanzanlagen einzuordnen. Bislang wurden digitale Vermögenswerte dort überwiegend im Rahmen des Zahlungsdiensterechts reguliert. Mit der neuen gesetzlichen Einordnung rücken sie nun deutlich näher an klassische Anlageformen wie Aktien, Anleihen oder Investmentfonds heran. Weitere Details finden Sie hier.

Diese Änderung mag auf den ersten Blick eher technisch erscheinen. Tatsächlich besitzt sie jedoch erhebliche Signalwirkung.

Japan gehört seit vielen Jahren zu den technologisch fortschrittlichsten und gleichzeitig am stärksten regulierten Kryptomärkten weltweit. Bereits nach dem Zusammenbruch von Mt. Gox gehörte das Land zu den ersten Staaten, die einen klaren regulatorischen Rahmen für Kryptobörsen geschaffen haben.

Die jetzige Entscheidung geht noch einen Schritt weiter.

Sie macht deutlich, dass Kryptowährungen zunehmend nicht mehr als Sonderfall oder experimentelle Technologie betrachtet werden, sondern als eigenständige Anlageklasse innerhalb des Finanzsystems.

Für institutionelle Investoren ist dies von großer Bedeutung.

Je klarer digitale Vermögenswerte regulatorisch eingeordnet werden, desto einfacher lassen sie sich in bestehende Investmentprozesse integrieren. Genau diese Rechtssicherheit ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Banken, Versicherungen oder Pensionskassen ihr Engagement langfristig weiter ausbauen.

Aus unserer Sicht bestätigt Japan damit einen weltweiten Trend: Kryptowährungen entwickeln sich Schritt für Schritt zu einem regulären Bestandteil der internationalen Kapitalmärkte.

Die Tokenisierung erreicht das Herz der Finanzmärkte

Eine mindestens ebenso bedeutende Entwicklung spielte sich in den USA ab.

Die Depository Trust & Clearing Corporation (DTCC), eine der wichtigsten Finanzmarktinfrastrukturen der Welt, hat einen weiteren entscheidenden Schritt bei der Einführung tokenisierter Wertpapiere gemacht.

Für viele Anleger ist die DTCC kaum bekannt. Tatsächlich gehört sie jedoch zu den zentralen Institutionen des amerikanischen Kapitalmarktes. Über ihre Systeme werden täglich Wertpapiertransaktionen in Billionenhöhe abgewickelt und verwahrt.

Genau deshalb besitzt diese Entwicklung eine enorme Tragweite.

Gemeinsam mit zahlreichen großen Finanzinstituten arbeitet die DTCC daran, Aktien, ETFs und US-Staatsanleihen künftig auch in tokenisierter Form handelbar zu machen.

Dabei geht es ausdrücklich nicht um neue Kryptowährungen.

Vielmehr sollen bestehende Finanzinstrumente mithilfe der Blockchain-Technologie effizienter gehandelt, übertragen und abgewickelt werden.

Aus unserer Sicht markiert dies einen wichtigen Wendepunkt.

In den vergangenen Jahren wurde häufig darüber diskutiert, ob traditionelle Finanzmärkte die Blockchain-Technologie überhaupt benötigen.

Heute stellt sich diese Frage kaum noch.

Stattdessen beschäftigen sich immer mehr Marktteilnehmer damit, wie bestehende Kapitalmarktprozesse durch Tokenisierung effizienter gestaltet werden können.

Besonders bemerkenswert ist dabei die breite Unterstützung durch führende Finanzhäuser.

Mit Unternehmen wie BlackRock, Goldman Sachs, JPMorgan, Nasdaq oder der New York Stock Exchange beteiligen sich zahlreiche Schwergewichte der internationalen Finanzindustrie an dieser Entwicklung.

Die Blockchain verlässt damit endgültig den Bereich experimenteller Pilotprojekte und erreicht zunehmend den produktiven Einsatz innerhalb der klassischen Finanzwelt.

Stablecoins entwickeln sich zur institutionellen Infrastruktur

Auch Stablecoins gewinnen weiter an Bedeutung.

In dieser Woche kündigte der Finanzdienstleister Marex an, künftig den Stablecoin USDC als Sicherheit für regulierte Derivategeschäfte zu akzeptieren.

Diese Nachricht verdient besondere Aufmerksamkeit.

Bislang wurden Sicherheiten für Terminmarktgeschäfte fast ausschließlich in Zentralbankgeld oder klassischen Wertpapieren hinterlegt.

Mit USDC wird nun erstmals ein regulierter Stablecoin in einen institutionellen Collateral-Prozess integriert.

Das zeigt, wie stark sich die Wahrnehmung digitaler Vermögenswerte verändert.

Stablecoins dienen längst nicht mehr ausschließlich dem Handel auf Kryptobörsen.

Sie entwickeln sich zunehmend zu einer Infrastruktur für internationale Zahlungsprozesse, Liquiditätsmanagement und nun auch für professionelle Finanzmärkte.

Gerade institutionelle Investoren legen großen Wert darauf, Sicherheiten möglichst flexibel und effizient einsetzen zu können.

Sollten sich Stablecoins in diesem Bereich etablieren, könnte dies ihre Bedeutung weit über den Kryptomarkt hinaus erheblich steigern.

Aus unserer Sicht gehört diese Entwicklung zu den spannendsten langfristigen Trends innerhalb der gesamten Blockchain-Industrie.

FATF erhöht den Druck auf Stablecoins

Wo digitale Vermögenswerte stärker in das Finanzsystem integriert werden, steigen allerdings auch die regulatorischen Anforderungen.

Dies wurde in dieser Woche durch den neuen Bericht der internationalen Financial Action Task Force (FATF) deutlich.

Die Organisation warnt davor, dass organisierte Kriminalität Stablecoins zunehmend für Geldwäsche, Betrugsmodelle und die Umgehung internationaler Sanktionen nutzt.

Besonders auffällig ist dabei, dass sich die Kritik nicht gegen Kryptowährungen als Technologie richtet.

Vielmehr fordert die FATF eine konsequentere Umsetzung bereits bestehender Geldwäschevorschriften.

Aus unserer Sicht ist diese Entwicklung wenig überraschend.

Je stärker Stablecoins in den internationalen Zahlungsverkehr integriert werden, desto größer wird zwangsläufig auch das Interesse der Aufsichtsbehörden.

Für seriöse Marktteilnehmer dürfte dies langfristig sogar eher positiv sein.

Klare Regeln schaffen Vertrauen und erhöhen die Akzeptanz digitaler Vermögenswerte bei institutionellen Investoren.

Kurzfristig bedeutet dies allerdings auch steigende Anforderungen an Kryptobörsen, Wallet-Anbieter und Stablecoin-Emittenten.

Pakistan zeigt die nächste Herausforderung der Regulierung

Eine interessante Entwicklung kam in dieser Woche auch aus Pakistan.

Dort geriet der geplante Ausbau des Kryptomarktes überraschend unter Druck, nachdem eine einflussreiche islamische Religionsinstitution Kryptowährungen in einem Gutachten grundsätzlich kritisch bewertet hatte.

Die Diskussion zeigt, dass sich die weltweite Regulierung digitaler Vermögenswerte längst nicht mehr ausschließlich um technische oder finanzrechtliche Fragen dreht.

Zunehmend spielen auch gesellschaftliche, kulturelle und religiöse Aspekte eine Rolle.

Besonders spannend ist dabei die Differenzierung der pakistanischen Aufsichtsbehörden.

Während hochspekulative Kryptowährungen kritisch gesehen werden, gelten tokenisierte reale Vermögenswerte oder bestimmte Stablecoin-Konzepte durchaus als mögliche Grundlage zukünftiger Finanzprodukte.

Aus unserer Sicht könnte genau diese Unterscheidung künftig auch in anderen islamisch geprägten Staaten an Bedeutung gewinnen.

Damit zeigt sich erneut, dass die Blockchain-Technologie weltweit sehr unterschiedlich eingesetzt werden dürfte – abhängig von den jeweiligen regulatorischen, wirtschaftlichen und kulturellen Rahmenbedingungen.

Unser Fazit

Die vergangenen sieben Tage verdeutlichen einmal mehr, dass sich der Kryptomarkt in einer Phase tiefgreifender struktureller Veränderungen befindet.

Japan stärkt die regulatorische Anerkennung digitaler Vermögenswerte. Die DTCC bringt die Tokenisierung mitten in die Infrastruktur der internationalen Kapitalmärkte. Stablecoins entwickeln sich Schritt für Schritt zu einem Instrument institutioneller Liquiditätssteuerung. Gleichzeitig erhöhen internationale Aufsichtsbehörden ihre Anforderungen an Geldwäscheprävention und Markttransparenz.

Aus unserer Sicht handelt es sich dabei nicht um voneinander unabhängige Einzelmeldungen.

Sie erzählen vielmehr dieselbe Geschichte.

Digitale Vermögenswerte verlassen zunehmend ihre Rolle als eigenständiger Spezialmarkt und werden Schritt für Schritt in das bestehende Finanzsystem integriert. Dieser Prozess wird nicht geradlinig verlaufen. Er wird von regulatorischen Diskussionen, politischen Debatten und technischen Herausforderungen begleitet werden.

Die Richtung erscheint jedoch immer klarer.

Während sich Anleger häufig auf die kurzfristigen Kursbewegungen konzentrieren, entstehen im Hintergrund die Strukturen, auf denen der Kryptomarkt in den kommenden Jahren weiter wachsen dürfte. Genau diese Entwicklungen werden aus unserer Sicht langfristig deutlich wichtiger sein als viele der täglichen Schwankungen an den Börsen.

Podcast mit der „WirtschaftsWoche“

Wir folgten einer Einladung, und in der neuen Folge des WirtschaftsWoche Podcasts „Bitcoin & Beyond“ spricht Host Philipp Frohn mit Markus van de Weyer, Gründer und Geschäftsführer von alpha beta asset management, über die Frage, ob der „Clarity Act“ den Kryptomarkt aus dem Winterschlaf holen könnte.

Im Fokus der Folge:

        • was hinter der neuen Krypto-Gesetzesinitiative in den USA steckt und warum sie als möglicher Katalysator gilt,
        • ob ein regulatorischer Fortschritt tatsächlich für eine Trendwende beim Bitcoin ausreicht,
        • aktuelle Entwicklungen rund um Ether.

Den aktuellen Podcast finden Sie hier.

Schönen Gruß aus Frankfurt – und ein entspanntes Wochenende! ☀️

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Markus van de Weyer, Gründer und Geschäftsführer alpha beta asset management gmbh

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