Krypto-Wochenbericht | Marktanalyse vom 11.07.2026

KRYPTO – Meine Sicht (Autor: Markus van de Weyer, Gründer und Geschäftsführer alpha beta asset management gmbh)

Krypto Wochenanalyse: Bitcoin, Ethereum und Markttrends

Wenn Ihnen dieser Bericht gefallen hat, teilen Sie ihn gerne!

Werfen wir in der Marktanalyse zuerst einen Blick auf die Zu- und Abflüsse dieser Handelswoche in den Bitcoin und Ethereum ETF:

Die Bitcoin ETF erlebten auch in dieser Woche einen nervösen Handel, der wie in den Vorwochen insbesondere durch die Schlagzeilen rund um den Krieg im Iran dominiert wurde. Alle Handelstage bis auf Mittwoch und Donnerstag zeigten Zuflüsse. In Summe flossen insgesamt 107 Mio. USD in die ETF, nach 526 Mio. USD Abfluss in der Vorwoche. Nach acht Wochen mit Abflüssen verzeichnen wir nun die erste Woche mit Zuflüssen.

Auch bei den Ethereum ETF sehen wir ein ähnliches Bild, den einzigen Abfluss gab es am Donnerstag. In der Summe ergibt sich ein Zufluss von 65,9 Mio. USD, nach einem Abfluss von 13,7 Mio. USD in der Vorwoche.

Die Solana ETF konnten sich in diesem Umfeld gut behaupten. In Summe ergibt sich ein Zufluss von circa 2 Mio USD. Die Zuflüsse seit dem Handelsstart summieren sich mittlerweile auf mehr als 1.1 Mrd. USD – die sich mit gewisser Wahrscheinlichkeit zum Teil auch aus Verkäufen aus Bitcoin oder Ethereum ETF speisen.

Wie bewegte sich der Kryptomarkt in den letzten Handelstagen?

Die Bodenbildung gewinnt an Kontur

Die vergangene Woche hat das zuletzt vorsichtig konstruktivere Bild am Kryptomarkt bestätigt.

Bitcoin und Ethereum notieren gegenüber dem vergangenen Samstagmorgen jeweils rund 2,5 % höher. Entscheidend ist dabei weniger die absolute Größenordnung des Kursanstiegs als vielmehr die Art und Weise, wie sich der Markt entwickelt hat.

Nach den enttäuschenden Wochen zuvor ist es dem Kryptomarkt nicht nur gelungen, sich zu erholen. Er hat sich zugleich sichtbar stabilisiert.

Bitcoin fiel im Wochenverlauf zwar noch einmal bis in den Bereich von rund 61.500 US-Dollar zurück. Dieser Rückgang löste jedoch keine neue, aggressive Verkaufswelle aus. Stattdessen fanden sich auf dem niedrigeren Niveau erneut Käufer, und der Kurs arbeitete sich anschließend wieder nach oben.

Zum Ende des Berichtszeitraums handelt Bitcoin nahe seinem Wochenhoch.

Das ist aus unserer Sicht ein wichtiges Signal. In den vergangenen Wochen wurden Erholungsversuche häufig bereits nach kurzer Zeit wieder verkauft. In dieser Woche konnte sich der Markt dagegen schrittweise nach oben bewegen und die erzielten Kursgewinne weitgehend behaupten.

Der Verkaufsdruck verliert an Intensität

Besonders auffällig war, dass die Verkäufer nicht mehr mit derselben Entschlossenheit auftraten wie noch vor wenigen Wochen.

Während frühere Rückgänge häufig durch dynamische Verkäufe verstärkt wurden, wirkten die Abwärtsbewegungen diesmal deutlich kontrollierter. Auch der erneute Test tieferer Kursniveaus führte nicht zu einem Bruch der Marktstruktur.

Das spricht dafür, dass die Aggressivität auf der Verkäuferseite nachgelassen hat.

Damit ist selbstverständlich noch nicht bewiesen, dass die Korrektur vollständig abgeschlossen ist. Eine Bodenbildung verläuft selten geradlinig. Häufig wechseln sich Erholungen, Rücksetzer und längere Seitwärtsphasen über mehrere Wochen ab.

Genau dieses Muster scheint sich derzeit auszubilden.

Der Markt versucht nicht, die vorangegangenen Verluste innerhalb weniger Tage vollständig zurückzugewinnen. Stattdessen entsteht schrittweise ein neues Gleichgewicht zwischen Käufern und Verkäufern.

Aus unserer Sicht ist das die gesündere Entwicklung.

Bitcoin verteidigt die entscheidenden Kursbereiche

Die Kurszone knapp oberhalb von 60.000 US-Dollar bleibt für Bitcoin von hoher Bedeutung.

In den vergangenen Wochen wurde dieser Bereich mehrfach getestet. Jeder Test erhöhte zunächst die Sorge, dass die Unterstützung irgendwann nachhaltig brechen könnte.

Bislang ist jedoch das Gegenteil eingetreten.

Der Markt konnte sich nach jedem Rückgang wieder stabilisieren. Auch das Wochentief bei rund 61.500 US-Dollar wurde vergleichsweise schnell aufgefangen.

Je häufiger eine Kurszone erfolgreich verteidigt wird, desto stärker kann sie sich als Unterstützung etablieren. Gleichzeitig muss man berücksichtigen, dass wiederholte Tests eine Unterstützung auch schwächen können.

Für eine belastbare Einschätzung ist deshalb nicht nur entscheidend, ob eine Marke kurzfristig hält. Wichtig ist auch, wie der Markt anschließend reagiert.

In dieser Woche fiel diese Reaktion positiv aus. Bitcoin entfernte sich wieder deutlich vom Wochentief und handelt zum Ende des Berichtszeitraums nahe dem höchsten Stand der Woche.

Das unterstützt unsere These, dass sich der Markt weiterhin in einer Bodenbildungsphase befindet.

Ethereum stabilisiert sich ebenfalls

Auch Ethereum konnte im Wochenvergleich rund 2,5 % zulegen.

Nach der deutlich stärkeren Entwicklung der Vorwoche fiel der relative Vorsprung gegenüber Bitcoin diesmal geringer aus. Dennoch ist auch bei Ethereum eine zunehmende Stabilisierung erkennbar.

Das ist für den Gesamtmarkt relevant.

Eine nachhaltige Verbesserung des Marktumfelds lässt sich in der Regel nicht allein an Bitcoin ablesen. Wichtig ist, dass auch Ethereum und andere Altcoins ihre Unterstützungszonen verteidigen und wieder verlässliches Kaufinteresse entwickeln.

Genau das war in dieser Woche zumindest in Ansätzen zu beobachten.

Von einer breiten Risikobereitschaft im gesamten Kryptomarkt kann zwar noch nicht gesprochen werden. Dafür bleibt die Stimmung zu vorsichtig und das Vertrauen in eine schnelle Erholung zu gering.

Dennoch hat sich die Marktbreite gegenüber den schwächsten Phasen der Korrektur verbessert.

Die Stimmung bleibt vorsichtig, aber weniger angespannt

Die Anlegerstimmung folgt weiterhin stark der Kursentwicklung.

Nach den deutlichen Verlusten der vergangenen Monate ist das Vertrauen vieler Marktteilnehmer angeschlagen. Jede erneute Schwäche wird deshalb genau beobachtet und schnell als mögliches Signal für eine Fortsetzung der Korrektur interpretiert.

Gleichzeitig verändert sich die Wahrnehmung langsam.

Wenn Rücksetzer nicht mehr unmittelbar in neue Tiefs münden und der Markt stattdessen Kaufinteresse entwickelt, lässt auch der psychologische Druck nach. Anleger müssen dann nicht mehr befürchten, dass jede kleinere Erholung sofort wieder vollständig verkauft wird.

Diese Veränderung war in der vergangenen Woche spürbar.

Die Stimmung ist noch nicht optimistisch. Sie wirkt jedoch weniger angespannt und deutlich ausgeglichener als noch vor einigen Wochen.

Das ist häufig eine wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige Bodenbildung.

Noch keine bestätigte Trendwende

Trotz der konstruktiven Entwicklung wäre es verfrüht, bereits von einer abgeschlossenen Trendwende zu sprechen.

Dafür müsste Bitcoin nicht nur einzelne Unterstützungen verteidigen, sondern auch wichtige Widerstände überwinden und anschließend höhere Tiefpunkte ausbilden. Erst dann würde aus einer Stabilisierung ein neuer belastbarer Aufwärtstrend.

Bislang befinden wir uns in einer Übergangsphase.

Der Markt fällt nicht mehr mit derselben Dynamik wie zuvor. Gleichzeitig fehlt noch die Kraft für eine überzeugende und breit getragene Aufwärtsbewegung.

Diese Zwischenphase kann durchaus länger andauern.

Gerade nach stärkeren Korrekturen benötigen Märkte häufig Zeit, um das zuvor entstandene Überangebot zu verarbeiten. Kurzfristige Anleger verlassen den Markt, während langfristig orientierte Käufer schrittweise Positionen aufbauen.

Dieser Prozess ist selten spektakulär. Er ist aber häufig notwendig.

Unsere Einordnung

Die vergangene Woche war keine Woche der großen Kursbewegungen.

Sie war dennoch wichtig.

Bitcoin und Ethereum konnten gegenüber dem vergangenen Freitag jeweils rund 2,5 % zulegen. Bitcoin verteidigte erneut den Bereich oberhalb von 60.000 US-Dollar, erholte sich vom Wochentief bei rund 61.500 US-Dollar und schließt nahe dem Wochenhoch.

Vor allem aber hat die Aggressivität der Verkäufer offenbar nachgelassen.

Rückgänge werden weiterhin getestet, führen aber nicht mehr automatisch zu einer Beschleunigung der Abwärtsbewegung. Gleichzeitig zeigt sich auf niedrigeren Kursniveaus wieder verlässlicheres Kaufinteresse.

Aus unserer Sicht stützt dies die These einer fortschreitenden Bodenbildung.

Diese Bodenbildung kann sich noch über mehrere Wochen hinziehen und weitere Rücksetzer beinhalten. Entscheidend ist jedoch, dass sich die Marktstruktur langsam verbessert.

Nach den schwierigen Wochen zuvor ist das ein konstruktives Signal.

Der Blick auf die Makrodaten, Politik und Unternehmen 

Geopolitik und Konjunktur: Die Unsicherheit kehrt zurück

Nach einer kurzen Phase relativer Entspannung rückten geopolitische Risiken in der vergangenen Woche wieder stärker in den Mittelpunkt der Finanzmärkte. Das NATO-Gipfeltreffen in Ankara, neue Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie eine zunehmend schwächelnde chinesische Wirtschaft bestimmten das makroökonomische Umfeld.

Während sich die Kapitalmärkte insgesamt erstaunlich stabil zeigten, verdeutlichen die politischen Entwicklungen erneut, dass zahlreiche geopolitische Risiken weiterhin ungelöst sind. Gleichzeitig mehren sich die Hinweise, dass die Weltwirtschaft zwar wächst, dieses Wachstum jedoch zunehmend ungleich verteilt ist.

NATO-Gipfel: Geschlossenheit nach außen, Spannungen im Inneren

Der NATO-Gipfel in Ankara stand in diesem Jahr unter ungewöhnlich schwierigen Vorzeichen.

Einerseits wollten die europäischen Mitgliedsstaaten ein Signal der Geschlossenheit senden und ihre Bereitschaft unterstreichen, künftig deutlich mehr Verantwortung für die eigene Verteidigung zu übernehmen. Andererseits sorgte US-Präsident Donald Trump bereits im Vorfeld für erhebliche Spannungen innerhalb des Bündnisses.

Besonders deutlich wurde dies im Umgang mit Spanien.

Trump griff die spanische Regierung erneut scharf an und warf ihr vor, die NATO nicht ausreichend zu unterstützen. Im Zusammenhang mit den Meinungsverschiedenheiten über den Iran-Konflikt drohte er sogar mit weitreichenden handelspolitischen Maßnahmen gegen Spanien. Auch wenn unklar bleibt, wie weit diese Drohungen tatsächlich umgesetzt würden, verdeutlichen sie den zunehmend konfrontativen Ton innerhalb des Bündnisses.

Hinzu kam, dass Trump seine Forderung nach einer stärkeren amerikanischen Kontrolle über Grönland erneut bekräftigte. Obwohl dieses Thema seit Monaten immer wieder aufkommt, sorgte seine Wiederaufnahme während eines NATO-Gipfels erneut für Irritationen unter den europäischen Partnern.

Dennoch endete der Gipfel insgesamt weniger konfliktbeladen als viele Beobachter befürchtet hatten. Die Mitgliedsstaaten bekannten sich erneut zur gemeinsamen Verteidigung und kündigten umfangreiche Investitionen in ihre militärischen Fähigkeiten an. Nach außen blieb die Allianz damit geschlossen, auch wenn die politischen Differenzen innerhalb des Bündnisses unverkennbar sind.

Aus unserer Sicht zeigt das Treffen vor allem eines: Die NATO bleibt handlungsfähig, gleichzeitig verändert sich aber das Kräfteverhältnis innerhalb des Bündnisses. Europa wird in den kommenden Jahren deutlich mehr Verantwortung übernehmen müssen – sowohl finanziell als auch militärisch.

Iran: Die Hoffnungen auf eine Entspannung schwinden wieder

Noch vor wenigen Wochen hatten diplomatische Gespräche zwischen den USA und dem Iran die Hoffnung geweckt, dass sich die Lage im Nahen Osten zumindest vorübergehend beruhigen könnte.

Diese Hoffnung hat zuletzt jedoch einen deutlichen Dämpfer erhalten.

Am Rande des NATO-Gipfels erklärte Donald Trump, dass die bisherige Verständigung mit dem Iran faktisch beendet sei. Gleichzeitig verschärfte sich der Ton zwischen beiden Staaten erneut. Zwar wurden die Gesprächskanäle nicht vollständig geschlossen, das gegenseitige Vertrauen scheint jedoch erheblich gelitten zu haben.

Für die Finanzmärkte bedeutet dies vor allem eines: Die geopolitische Risikoprämie bleibt bestehen.

Zwar reagierte der Ölpreis bislang vergleichsweise gelassen. Sollte sich der Konflikt jedoch erneut zuspitzen oder der Schiffsverkehr im Persischen Golf  deutlicher beeinträchtigt werden, könnten die Energiepreise sehr schnell wieder anziehen.

Aus unserer Sicht bleibt der Iran-Konflikt deshalb einer der wichtigsten geopolitischen Risikofaktoren für die zweite Jahreshälfte.

Ukraine: Der Abnutzungskrieg setzt sich fort

Auch der Krieg zwischen Russland und der Ukraine bleibt unverändert ein bedeutender Unsicherheitsfaktor.

Die militärische Lage verändert sich weiterhin nur langsam. Gleichzeitig intensivieren beide Seiten ihre Angriffe auf Infrastruktur und Logistik. Russland setzt seine Luftangriffe auf ukrainische Städte fort, während die Ukraine zunehmend versucht, militärische Einrichtungen und Versorgungslinien weit hinter der Front anzugreifen.

Aus unserer Sicht bestätigt dies die Entwicklung der vergangenen Monate.

Der Krieg entwickelt sich immer stärker zu einem langfristigen Abnutzungskonflikt, dessen wirtschaftliche und finanzielle Belastungen auf beiden Seiten kontinuierlich steigen.

Eine kurzfristige politische Lösung zeichnet sich derzeit nicht ab.

Europa: Schwaches Wachstum, aber weiter sinkender Inflationsdruck

Die jüngsten Konjunkturdaten aus Europa zeichnen weiterhin ein gemischtes Bild.

Die Wirtschaft wächst nur langsam, gleichzeitig setzt sich der Rückgang des Inflationsdrucks fort. Besonders die zuletzt niedrigeren Energiepreise wirken sich zunehmend positiv auf die Verbraucherpreise aus.

Für die Europäische Zentralbank ist dies grundsätzlich eine erfreuliche Entwicklung.

Die Kombination aus moderatem Wachstum und nachlassender Inflation eröffnet zusätzlichen Spielraum für eine vorsichtige Lockerung der Geldpolitik in den kommenden Quartalen.

Allerdings bleibt die europäische Wirtschaft anfällig.

Vor allem die Industrie leidet weiterhin unter einer schwachen globalen Nachfrage und hohen strukturellen Kosten. Von einer kräftigen wirtschaftlichen Erholung kann deshalb bislang keine Rede sein.

China: Deflationsrisiken werden zunehmend zum Problem

Besonders aufmerksam verfolgen die Märkte derzeit die Entwicklung in China.

Die jüngsten Wirtschaftsdaten bestätigen, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt weiterhin mit einer schwachen Binnennachfrage kämpft. Produzentenpreise und Verbraucherpreise stehen erneut unter Druck, wodurch die Sorge vor einer länger anhaltenden Deflationsphase zunimmt. Weitere Details finden Sie hier.

Deflation klingt auf den ersten Blick positiv, da fallende Preise Verbraucher entlasten.

Volkswirtschaftlich stellt sie jedoch häufig ein erhebliches Problem dar.

Wenn Unternehmen damit rechnen müssen, ihre Produkte künftig nur noch günstiger verkaufen zu können, verschieben sie Investitionen. Verbraucher wiederum warten mit größeren Anschaffungen, weil sie auf weiter sinkende Preise hoffen. Dadurch kann sich eine wirtschaftliche Abschwächung selbst verstärken.

Genau dieses Risiko beobachten viele Ökonomen derzeit in China.

Hinzu kommt die weiterhin schwache Entwicklung des Immobiliensektors, der für die chinesische Wirtschaft nach wie vor von zentraler Bedeutung ist.

Aus unserer Sicht dürfte die chinesische Regierung deshalb gezwungen sein, ihre Konjunkturmaßnahmen in den kommenden Monaten weiter auszuweiten. Zusätzliche geld- oder fiskalpolitische Impulse erscheinen zunehmend wahrscheinlich.

Für die Weltwirtschaft ist dies von erheblicher Bedeutung.

China ist einer der wichtigsten Rohstoffverbraucher der Welt und spielt für zahlreiche Exportnationen eine zentrale Rolle. Eine länger anhaltende Nachfrageschwäche würde sich daher auch auf Europa und viele Schwellenländer auswirken.

Fazit

Die vergangene Woche hat gezeigt, dass geopolitische Risiken schnell wieder an Bedeutung gewinnen können.

Das NATO-Treffen machte deutlich, dass die westlichen Verbündeten zwar weiterhin geschlossen auftreten, die politischen Spannungen innerhalb des Bündnisses jedoch zunehmen. Gleichzeitig verschlechterte sich das Verhältnis zwischen den USA und dem Iran erneut, wodurch einer der wichtigsten geopolitischen Unsicherheitsfaktoren der vergangenen Monate wieder stärker in den Fokus rückt.

Wirtschaftlich bleibt das Bild zweigeteilt.

Europa profitiert von einem nachlassenden Inflationsdruck, kämpft aber weiterhin mit schwachem Wachstum. China steht dagegen zunehmend vor dem gegenteiligen Problem: Nicht Inflation, sondern eine anhaltend schwache Nachfrage und wachsende Deflationsrisiken könnten dort zur größten Herausforderung der kommenden Monate werden.

Aus unserer Sicht bleibt das makroökonomische Umfeld damit anspruchsvoll. Gleichzeitig sprechen die sinkenden Inflationsraten in Europa und die Aussicht auf weitere konjunkturstützende Maßnahmen in China dafür, dass die Zentralbanken und Regierungen in der zweiten Jahreshälfte wieder etwas mehr Handlungsspielraum gewinnen könnten.

Welche Projekte und Nachrichten stehen gerade im Fokus?

Trotz der großen Marktbewegungen in den letzten Wochen und Monaten, die durch die Geopolitik als auch die Zollverhandlungen ausgelöst wurden, gibt es in jeder Woche zusehends mehr Nachrichten mit großer Tragweite für den Kryptomarkt. Die Adaption der Technologie schreitet weiter voran, regulatorisch mehr und mehr unterstützt, da das Potential auch politisch weiter in den Fokus rückt. „Krypto ist gekommen, um zu bleiben“, und wird Tag für Tag sichtbarer in unserer Welt.

Auch in der vergangenen Woche standen weniger spektakuläre Kursbewegungen oder neue Kryptowährungen im Mittelpunkt. Stattdessen setzte sich ein Trend fort, den wir bereits seit vielen Monaten beobachten: Der Kryptomarkt entwickelt sich zunehmend zu einem eigenständigen Bestandteil des internationalen Finanzsystems. Regulierungsbehörden schaffen verbindliche Rahmenbedingungen, institutionelle Marktteilnehmer bauen ihre Infrastruktur weiter aus und Entwickler beschäftigen sich mit technologischen Fragestellungen, die weit über den aktuellen Marktzyklus hinausreichen.

Für kurzfristig orientierte Anleger mögen diese Themen auf den ersten Blick wenig aufregend erscheinen. Aus unserer Sicht sind sie jedoch von wesentlich größerer Bedeutung als die täglichen Kursschwankungen. Sie entscheiden darüber, wie belastbar und professionell der Markt in fünf oder zehn Jahren sein wird und ob digitale Vermögenswerte dauerhaft ihren Platz im globalen Finanzsystem behaupten können.

Die wichtigsten Entwicklungen der vergangenen Woche zeigen genau diese langfristige Richtung.

Quantencomputer: Die Branche bereitet sich auf die nächste technologische Herausforderung vor

Die aus unserer Sicht bedeutendste Nachricht der vergangenen Woche betrifft ein Thema, das bislang häufig nur in Fachkreisen diskutiert wurde: den Einfluss leistungsfähiger Quantencomputer auf die Sicherheit heutiger Blockchain-Netzwerke.

Hintergrund ist die Tatsache, dass nahezu alle heutigen Blockchains auf kryptographischen Verfahren basieren, die mit klassischen Computern als praktisch unknackbar gelten. Quantencomputer könnten diese Annahme eines Tages verändern. Zwar gehen die meisten Experten davon aus, dass leistungsfähige Systeme noch mehrere Jahre entfernt sind, dennoch beginnt die Branche bereits heute mit der Vorbereitung.

Das ist aus unserer Sicht ein ausgesprochen positives Signal.

Sicherheitskonzepte dürfen nicht erst dann entwickelt werden, wenn eine Bedrohung unmittelbar bevorsteht. Gerade bei öffentlichen Blockchain-Netzwerken, die Vermögenswerte im Milliardenbereich sichern, müssen neue Standards viele Jahre im Voraus geplant, getestet und schließlich von der gesamten Community übernommen werden.

Besonders Bitcoin steht dabei im Fokus der Diskussion. Bei älteren Wallets, deren öffentliche Schlüssel bereits bekannt sind, könnte ein leistungsfähiger Quantencomputer theoretisch neue Angriffsmöglichkeiten eröffnen. Noch besteht hierfür keine praktische Gefahr. Dennoch arbeiten Entwickler bereits an Strategien, wie sich Bitcoin langfristig auf sogenannte quantensichere Verschlüsselungsverfahren umstellen könnte.

Auch Ethereum beschäftigt sich intensiv mit dieser Fragestellung und plant bereits heute langfristige Anpassungen seiner kryptographischen Infrastruktur.

Aus unserer Sicht zeigt diese Entwicklung vor allem eines: Die Branche denkt längst nicht mehr nur in Quartalen oder Marktzyklen. Sie beschäftigt sich zunehmend mit Herausforderungen, die möglicherweise erst in zehn oder zwanzig Jahren relevant werden. Genau dieses langfristige Denken zeichnet eine Technologie aus, die zunehmend erwachsen wird.

Ripple profitiert von Europas neuer Regulierung

Auch regulatorisch gab es in Europa eine wichtige Entwicklung.

Ripple erhielt in Luxemburg die vollständige Zulassung als MiCA-konformer Kryptodienstleister und kann seine Dienstleistungen damit künftig grundsätzlich im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum anbieten.

Diese Nachricht geht weit über eine einzelne Unternehmensmeldung hinaus.

Mit der MiCA-Verordnung schafft Europa erstmals einen einheitlichen regulatorischen Rahmen für Kryptounternehmen. Unternehmen, die diese Anforderungen erfüllen, erhalten dadurch die Möglichkeit, ihre Dienstleistungen grenzüberschreitend innerhalb der Europäischen Union anzubieten.

Aus unserer Sicht beginnt sich nun immer deutlicher zu zeigen, welchen strategischen Wert diese Regulierung besitzt.

Während MiCA zunächst vielfach als zusätzliche Belastung wahrgenommen wurde, entwickelt sich die Verordnung zunehmend zu einem Wettbewerbsvorteil für Unternehmen, die frühzeitig in Compliance, Risikomanagement und regulatorische Strukturen investiert haben.

Ripple gehört zu diesen Unternehmen.

Gerade Banken und institutionelle Kunden legen besonderen Wert auf Rechtssicherheit und regulatorische Stabilität. Die vollständige Zulassung dürfte Ripple deshalb den Zugang zu weiteren institutionellen Kunden erleichtern und gleichzeitig die Position Europas als regulierter Kryptomarkt stärken.

Coinbase erweitert seinen Anspruch in Europa deutlich

Eine weitere bemerkenswerte Entwicklung kam in dieser Woche von Coinbase.

Das Unternehmen erhielt in Großbritannien eine neue regulatorische Zulassung und verfolgt damit konsequent seine Strategie, sich von einer klassischen Kryptobörse zu einer umfassenden Handelsplattform weiterzuentwickeln.

Künftig sollen britische Kunden nicht nur Kryptowährungen handeln können, sondern schrittweise auch Zugang zu Aktien, Derivaten und weiteren klassischen Finanzinstrumenten erhalten.

Aus unserer Sicht ist diese Entwicklung exemplarisch für den Wandel der gesamten Branche.

Über viele Jahre existierten Kryptowährungen und traditionelle Kapitalmärkte weitgehend nebeneinander. Inzwischen verschwimmen diese Grenzen zunehmend.

Traditionelle Börsen integrieren digitale Vermögenswerte in ihr Angebot. Gleichzeitig erweitern Kryptobörsen ihr Geschäftsmodell um klassische Finanzprodukte.

Langfristig dürfte sich für Anleger weniger die Frage stellen, ob sie eine Kryptobörse oder einen klassischen Broker nutzen. Vielmehr werden sich Plattformen durchsetzen, die verschiedene Anlageklassen möglichst effizient miteinander verbinden.

Coinbase positioniert sich für genau dieses Szenario.

Institutionelle Infrastruktur wächst nahezu unbemerkt weiter

Während die öffentliche Aufmerksamkeit häufig auf kurzfristigen Kursbewegungen liegt, schreitet der Ausbau der institutionellen Infrastruktur kontinuierlich voran.

Ein gutes Beispiel dafür lieferte in dieser Woche EDX Markets.

Das Unternehmen konnte in einer neuen Finanzierungsrunde 76 Millionen US-Dollar einwerben und baut seine Handels-, Clearing- und Verwahrungsinfrastruktur für professionelle Investoren weiter aus.

Auf den ersten Blick erscheint diese Nachricht wenig spektakulär.

Aus unserer Sicht gehört sie jedoch zu den wichtigsten strukturellen Entwicklungen des Marktes.

Institutionelle Investoren benötigen andere Handels- und Abwicklungsprozesse als Privatanleger. Themen wie Verwahrung, Risikomanagement, Settlement oder regulatorische Anforderungen spielen dabei eine wesentlich größere Rolle als kurzfristige Handelsgebühren.

Je stärker Banken, Versicherungen, Pensionskassen oder Vermögensverwalter digitale Vermögenswerte nutzen, desto wichtiger wird genau diese Infrastruktur.

Man könnte diesen Bereich mit dem Straßen- und Schienennetz einer Volkswirtschaft vergleichen.

Es erzeugt selbst kaum Aufmerksamkeit, bildet aber die Grundlage dafür, dass wirtschaftliche Aktivitäten überhaupt effizient stattfinden können.

Trumps Milliardenverdienst aus Kryptowährungen wird zum politischen Risiko

Eine der politisch spannendsten Entwicklungen der vergangenen Woche spielte sich nicht am Kryptomarkt, sondern in Washington ab.

Auslöser war die Veröffentlichung der jüngsten Finanzoffenlegung von US-Präsident Donald Trump. Daraus geht hervor, dass Trump im vergangenen Jahr mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar an kryptobezogenen Einkünften erzielt hat. Den größten Anteil machten dabei rund 800 Millionen US-Dollar aus seiner Beteiligung an World Liberty Financial aus. Hinzu kamen etwa 635 Millionen US-Dollar, die im Zusammenhang mit dem offiziellen TRUMP-Memecoin stehen. Weitere Details finden Sie hier.

Allein diese Zahlen zeigen, wie eng Donald Trump inzwischen wirtschaftlich mit der Kryptobranche verbunden ist.

Genau daraus entwickelt sich nun jedoch ein politisches Problem.

Demokratische Abgeordnete argumentieren, dass ein Präsident, der gleichzeitig Milliardenbeträge mit Kryptowährungen verdient, bei der Ausgestaltung der Regulierung nicht frei von Interessenkonflikten sein könne. Sie fordern deshalb zusätzliche Ethik- und Transparenzvorschriften und möchten diese möglichst mit dem derzeit im Kongress beratenen CLARITY Act verknüpfen.

Der CLARITY Act gehört zu den wichtigsten Gesetzesvorhaben für den amerikanischen Kryptomarkt. Ziel ist es, endlich klar zwischen den Zuständigkeiten der Börsenaufsicht SEC und der Terminmarktaufsicht CFTC zu unterscheiden und damit Unternehmen sowie Investoren deutlich mehr regulatorische Planungssicherheit zu geben.

Aus unserer Sicht liegt hierin die eigentliche Brisanz.

Bislang galt der CLARITY Act als eines der aussichtsreichsten Gesetzesvorhaben der laufenden Legislaturperiode. Sollte die politische Debatte um Trumps persönliche Kryptogeschäfte jedoch an Dynamik gewinnen, könnte sich der Gesetzgebungsprozess verzögern oder durch zusätzliche Ethikregelungen komplizierter werden.

Bemerkenswert ist dabei die Entwicklung der politischen Diskussion.

Noch vor wenigen Jahren wurde in den USA grundsätzlich darüber gestritten, ob Kryptowährungen überhaupt reguliert werden sollten. Heute steht diese Frage kaum noch im Mittelpunkt. Stattdessen wird darüber diskutiert, wie Kryptowährungen reguliert werden sollen – und ob diejenigen, die diese Regeln mitgestalten, selbst wirtschaftlich von ihnen profitieren.

Unabhängig von der politischen Bewertung zeigt diese Entwicklung vor allem eines: Kryptowährungen sind endgültig im Zentrum der amerikanischen Wirtschafts- und Finanzpolitik angekommen. Entscheidungen über ihre Regulierung werden inzwischen nicht mehr am Rand der Politik getroffen, sondern gehören zu den kontroversesten wirtschaftspolitischen Themen in Washington.

Fazit

Die vergangenen sieben Tage liefern erneut zahlreiche Hinweise darauf, dass sich der Kryptomarkt strukturell weiterentwickelt.

Ob quantensichere Verschlüsselung, europäische MiCA-Lizenzen, neue institutionelle Handelsinfrastruktur oder die weitere Ausgestaltung amerikanischer Krypto-Gesetze – sämtliche Themen beschäftigen sich mit der langfristigen Zukunft des Marktes und nicht mit kurzfristigen Kursbewegungen.

Aus unserer Sicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis dieser Woche.

Die Branche investiert zunehmend in Stabilität, Regulierung und professionelle Infrastruktur. Diese Entwicklungen verlaufen oftmals weniger spektakulär als starke Kursanstiege oder neue Allzeithochs. Langfristig schaffen sie jedoch die Voraussetzungen dafür, dass digitale Vermögenswerte immer stärker in das bestehende Finanzsystem integriert werden können.

Je weiter dieser Prozess voranschreitet, desto mehr dürfte sich der Kryptomarkt von einem jungen Innovationssektor zu einer etablierten Anlageklasse entwickeln. Die vergangenen Tage liefern aus unserer Sicht einen weiteren Beleg dafür, dass dieser Wandel bereits in vollem Gange ist.

Podcast mit der „WirtschaftsWoche“

Wir folgten einer Einladung, und in der neuen Folge des WirtschaftsWoche Podcasts „Bitcoin & Beyond“ spricht Host Philipp Frohn mit Markus van de Weyer, Gründer und Geschäftsführer von alpha beta asset management, über die Frage, ob der „Clarity Act“ den Kryptomarkt aus dem Winterschlaf holen könnte.

Im Fokus der Folge:

        • was hinter der neuen Krypto-Gesetzesinitiative in den USA steckt und warum sie als möglicher Katalysator gilt,
        • ob ein regulatorischer Fortschritt tatsächlich für eine Trendwende beim Bitcoin ausreicht,
        • aktuelle Entwicklungen rund um Ether.

Den aktuellen Podcast finden Sie hier.

Schönen Gruß aus Frankfurt – und ein entspanntes Wochenende! ☀️

Möchten Sie keine News zum Thema Krypto-Investments verpassen? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter:

>>Hier klicken und Newsletter abonnieren!<<

#Bitcoin #Ethereum #Krypto #ETF #Kryptowährung #Trump #FED #Powell #WirtschaftsWoche #EU #China #Zölle #Streit #BTC #ETH #SEC #Solana #EZB #Warsh  #CFTC #Gold #Silber #Russland #Iran #Israel #AAVE #Chainlink

Markus van de Weyer, Gründer und Geschäftsführer alpha beta asset management gmbh

Haben Sie Fragen zu Krypto-Investments oder suchen Sie Hilfe bei der Geldanlage?

Das ist unser Angebot für Sie: Krypto-Vermögensverwaltung

Sprechen Sie mich gerne an! Ich freue mich über Ihre Nachricht.

Per E-Mail kontaktieren

Markus van de Weyer

Gründer und Geschäftsführer

Kennen Sie unser Anlegertyp Quiz? Hier klicken und Ihren Anlegertyp bestimmen lassen.