Krypto-Wochenbericht | Marktanalyse vom 03.01.2026
Krypto Wochenanalyse: Bitcoin, Ethereum und Markttrends
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Werfen wir in der Marktanalyse zuerst einen Blick auf die Zu- und Abflüsse dieser feiertagsbedingt verkürzten Handelswoche in den Bitcoin und Ethereum ETF:
Die Bitcoin ETF erlebten auch in dieser Woche einen Handel, der von deutlich reduzierer Liquidität um die Feiertage und die Zeit zwischen den Jahren bestimmt war. Zumindest drei der vier Handelstage zeigten „normale“ Handelsvolumina. In Summe flossen insgesamt 459 Mio. USD in die ETF, nach 782 Mio. USD Abfluss in der Vorwoche.
Ein ähnliches Muster sehen wir bei den Ethereum ETF, mit einem sehr freundlichen Start in das neue Jahr. In der Summe ergibt sich ein Zufluss von 160,8 Mio. USD, nach einem Abfluss von 102,4 Mio. USD in der Vorwoche.
Die neuen Solana ETF erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit. In Summe ergibt sich eine weitere positive Woche, ausschließlich mit Zuflüssen, mit einem Ergebnis von fast 20 Mio. USD. Die Zuflüsse seit dem Handelsstart summieren sich mittlerweile auf circa 775 Mio. USD – die sich mit gewisser Wahrscheinlichkeit zum Teil auch aus Verkäufen aus Bitcoin oder Ethereum ETF speisen.
Wie bewegte sich der Kryptomarkt in den letzten Handelstagen?
Marktanalyse: Ruhiger Jahresauftakt bei weiterhin reduzierter Liquidität
Auch die abgelaufene Woche war – ähnlich wie die Vorwoche – durch den Jahreswechsel und die damit verbundene Abwesenheit vieler Marktteilnehmer geprägt. Der Handel an den Kryptomärkten verlief insgesamt ruhig, die Liquidität blieb reduziert, und größere Impulse blieben aus. Entsprechend standen weniger neue Informationen als vielmehr die Verarbeitung bereits bekannter Themen im Vordergrund.
Marktübersicht – Konsolidierung setzt sich fort
Bitcoin und Ethereum bewegten sich auch in dieser Woche in einer vergleichsweise engen Handelsspanne. Bitcoin pendelte überwiegend im Bereich knapp unterhalb und oberhalb der Marke von 90.000 USD, während Ethereum weiter um die Zone von rund 3.000 USD oszillierte. Neue Tiefpunkte wurden nicht markiert, gleichzeitig fehlte es aber auch an der Dynamik, um nachhaltig neue Hochs anzulaufen.
Dieses Muster passt gut in das Bild der fortgesetzten Bodenbildung, das sich seit dem deutlichen Rücksetzer im vierten Quartal etabliert hat. Der Markt wirkt derzeit weder euphorisch noch unter akutem Druck. Vielmehr dominiert ein abwartender Modus, der typisch ist für Phasen geringer Liquidität und fehlender externer Impulse.
Auffällig bleibt, dass kurzfristige Bewegungen teilweise stärker ausfallen, als es das Nachrichtenumfeld vermuten ließe. Das ist weniger ein Zeichen erhöhter Nervosität als vielmehr eine Folge der aktuell dünneren Orderbücher: Schon kleinere Orders oder technische Anpassungen können sichtbare Preisreaktionen auslösen.
Jahresend-Effekte: Angebotsdruck durch steuerlich bedingte Verkäufe lässt nach
Ein wichtiger Aspekt, der für die kommenden Tage und Wochen relevant bleibt, ist der nachlassende Angebotsdruck durch steuerliche Verlustrealisierungen. In den letzten Wochen des Jahres haben insbesondere US-Investoren Kursrückgänge genutzt, um Verluste zu realisieren und steuerlich geltend zu machen. Dieser Effekt hat den Verkaufsdruck temporär erhöht, ohne eine grundlegend negative Einschätzung des Marktes widerzuspiegeln.
Mit dem Übergang ins neue Jahr fällt dieser Faktor naturgemäß weg. Das bedeutet nicht automatisch steigende Kurse, reduziert aber einen wichtigen saisonalen Belastungsfaktor auf der Angebotsseite. Gerade in einem Markt, der sich ohnehin in einer Konsolidierungsphase befindet, kann das zur Stabilisierung beitragen.
Übersicht der wichtigsten kryptospezifischen Nachrichten dieser Woche
DAC8 tritt zum 1. Januar 2026 in Kraft – regulatorischer Wendepunkt für Europa
Die mit Abstand wichtigste kryptospezifische Entwicklung dieser Woche ist nicht an einen Kurssprung gebunden, sondern an einen regulatorischen Stichtag: Mit dem Jahreswechsel tritt in der Europäischen Union die DAC8-Richtlinie in Kraft.
DAC8 erweitert den bestehenden automatischen Informationsaustausch der Steuerbehörden auf Krypto-Assets und Krypto-Dienstleister. Börsen, Broker, Verwahrer und andere sogenannte Reporting Crypto-Asset Service Providers sind ab 2026 verpflichtet, detaillierte Informationen über ihre Kunden und deren Transaktionen an die nationalen Steuerbehörden zu melden. Diese Daten werden anschließend automatisch zwischen den EU-Mitgliedstaaten ausgetauscht.
Wichtig ist die Einordnung: DAC8 ist keine neue Steuer und auch kein Verbot von Kryptowährungen. Sie ändert nicht die steuerliche Behandlung an sich, sondern die Transparenz und Durchsetzbarkeit bestehender Regeln. Für Anleger bedeutet das, dass die korrekte Deklaration von Krypto-Gewinnen und -Verlusten noch stärker in den Fokus rückt. Für Dienstleister bedeutet DAC8 einen erheblichen Ausbau von Compliance-, Reporting- und IT-Strukturen. Weitere Informationen finden Sie hier.
In Kombination mit MiCA entsteht damit erstmals ein relativ geschlossenes Regelwerk für den europäischen Kryptomarkt – von der Produktregulierung bis zur steuerlichen Transparenz. Gerade im ansonsten ruhigen Jahreswechselumfeld ist DAC8 deshalb die zentrale strukturelle Weichenstellung für das Jahr 2026.
Jahreswechsel ohne Options- und Steuerdruck: Angebotsseite entspannt sich strukturell
Das zweite relevante Thema dieser Woche ist kein einzelnes Ereignis, sondern ein marktrelevanter Übergang, der exakt in dieses Zeitfenster fällt: Mit dem Jahreswechsel sind zwei der wichtigsten saisonalen Belastungsfaktoren der vergangenen Wochen weggefallen.
Erstens endet der steuerlich motivierte Verkaufsdruck durch „Tax-Loss-Harvesting“, der insbesondere in den USA zum Jahresende bei vielen Investments eine Rolle spielt. Viele Investoren hatten Kursrückgänge genutzt, um Verluste zu realisieren und steuerlich zu verrechnen. Dieser Angebotsdruck war bilanziell begründet, nicht fundamental – und ist mit dem Jahreswechsel naturgemäß ausgelaufen.
Zweitens ist der Markt nun auch frei von den großen Dezember-Optionsverfällen, die in den Vorwochen zusätzlich für technische Volatilität gesorgt hatten. Damit verschiebt sich die Preisbildung wieder stärker in Richtung tatsächlicher Positionierung und weniger in Richtung technischer Sondereffekte.
Für den Kryptomarkt ist diese Kombination nicht spektakulär, aber wichtig: Sie bedeutet, dass sich das Marktgleichgewicht zum Jahresanfang ohne künstlichen Angebotsdruck neu einstellen kann. Das ist keine Garantie für steigende Kurse, reduziert aber einen zentralen Belastungsfaktor der vergangenen Wochen.
Turkmenistan legalisiert Krypto-Mining und Kryptobörsen – bemerkenswerter Kurswechsel in einem (ansonsten) restriktiven Umfeld
Abseits der großen westlichen Finanzzentren gab es in dieser Woche eine regulatorische Entwicklung, die vor allem unter geopolitischen und strukturellen Gesichtspunkten bemerkenswert ist. Turkmenistan hat überraschend entschieden, Krypto-Mining sowie den Betrieb von Kryptobörsen zu legalisieren und damit einen deutlichen politischen Kurswechsel vollzogen. Die neue Regulierung ordnet digitale Vermögenswerte dem Zivilrecht zu, führt ein formales Zulassungs- und Lizenzierungsverfahren für Krypto-Dienstleister ein und überträgt die Aufsicht über diesen Sektor der Zentralbank des Landes.
Wichtig ist die Einordnung: Kryptowährungen werden in Turkmenistan weiterhin nicht als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt. Der Staat öffnet also nicht den Zahlungsverkehr für Krypto, sondern schafft vielmehr einen klar abgegrenzten regulatorischen Rahmen für Mining-Aktivitäten und Handelsplattformen. Damit unterscheidet sich der Schritt deutlich von früheren Grauzonen-Lösungen, wie sie in vielen Schwellenländern zu beobachten waren.
Gerade vor dem Hintergrund der traditionell sehr restriktiven Kapital-, Medien- und Internetpolitik des Landes ist diese Entscheidung bemerkenswert. Sie zeigt, dass selbst Staaten mit enger staatlicher Kontrolle beginnen, digitale Assets nicht mehr ausschließlich als Risiko, sondern auch als ökonomisch zu regulierendes Phänomen zu betrachten. Für die globale Krypto-Industrie ist das weniger wegen des konkreten Marktvolumens relevant, sondern wegen des Signals: Regulierung breitet sich nicht nur in Europa und den USA, sondern zunehmend auch in politisch abgeschotteten Regionen aus.
In der Gesamtbetrachtung fügt sich die Entscheidung Turkmenistans in einen breiteren Trend ein. Während westliche Märkte mit MiCA, DAC8 oder US-Bankenlizenzen an Detailfragen der Regulierung arbeiten, beginnen andere Staaten erst jetzt, formale Grundstrukturen zu schaffen. Für den Kryptomarkt unterstreicht das, dass die nächste Entwicklungsphase weniger von Wildwuchs geprägt sein dürfte, sondern von einer global sehr heterogenen, aber zunehmenden institutionellen Einbettung digitaler Assets.
Feiertagsmodus statt Nachrichtenwelle
Abgesehen von diesen Punkten blieb der Nachrichtenfluss im Kryptosektor überschaubar. Neue Produktstarts, größere Partnerschaften oder regulatorische Einzelentscheidungen blieben aus. Das ist typisch für die Zeit zwischen den Jahren und kein Ausdruck mangelnder Aktivität im Markt.
Stattdessen dominieren weiterhin Marktmechanik, Liquiditätseffekte und saisonale Faktoren das Geschehen. Erst mit der Rückkehr der Marktteilnehmer in der ersten vollständigen Handelswoche des neuen Jahres ist wieder mit einem deutlich dichteren Daten- und Nachrichtenfluss zu rechnen.
Einordnung und Ausblick
Zusammengefasst lässt sich sagen: Der Kryptomarkt startet ruhig ins neue Jahr. Die Konsolidierung bei Bitcoin und Ethereum hält an, kurzfristige Schwankungen sind vor allem technischen und saisonalen Effekten geschuldet. Gleichzeitig setzt mit DAC8 ein regulatorischer Rahmen in Europa ein, der die Marktstruktur langfristig prägen wird. Und mit Turkmenistan schafft ein weiterer Staat ein Regelwerk für digitale Vermögenswerte.
Für die kommenden Wochen bedeutet das: Mit nachlassendem Jahresend-Angebotsdruck und zunehmender Liquidität dürften sich klarere Trends herausbilden. Der nächste Wochenbericht wird entsprechend wieder datenreicher und substanzvoller ausfallen.
Podcast mit der „WirtschaftsWoche“
Wir folgten einer Einladung, und in der neuen Folge des WirtschaftsWoche Podcasts „Bitcoin & Beyond“ spricht Host Philipp Frohn mit Markus van de Weyer, Gründer und Geschäftsführer von alpha beta asset management, über ein turbulentes Kryptojahr 2025 und die Frage, ob 2026 für Bitcoin und andere digitale Assets wieder besser werden könnte.
Im Fokus der Folge:
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welche Trends den Kryptomarkt 2025 wirklich geprägt haben,
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warum es sich trotz aller Schlagzeilen längst nicht mehr nach Bullenmarkt anfühlt,
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und warum es in 2026 für Bitcoin und Co. wieder besser werden könnte.
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Den aktuellen Podcast finden Sie hier.
Schönen Gruß aus Frankfurt – und ein entspanntes Wochenende! ☀️
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Markus van de Weyer
Gründer und Geschäftsführer
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