đȘ Hump of the week: Die Bundestagswahl und der Kapitalmarkt
Autor: Carsten Vennemann, CFA, Geschäftsführer alpha beta asset management gmbh
- Am Tag nach der Bundestagswahl ist der DAX um 0,6% gestiegen; viel hinein interpretieren lässt sich dabei nicht; heute Morgen handelt der DAX weniger als 1% vom Allzeithoch entfernt…
- Eine „Aufbruchskoalition“ wäre wünschenswert, ist aber leider nicht absehbar; der totale „GAU“ ist glücklicherweise auch nicht passiert, zumindest sollte eine stabile(re) Regierung möglich sein
- Wahrscheinlich ist nun die „große“ Koalition aus CDU/CSU und SPD, in der beide Parteien massive Zugeständnisse an die andere Seite machen müssen; wie diese genau aussehen, ist offen
- Eines ist sehr wahrscheinlich: Es wird Geld kosten! Eine expansive Fiskalpolitik mit Schwerpunkt Verteidigung, hoffentlich aber auch Bildung und Infrastruktur, ist absehbar
- So hat sich der Zinsmarkt am Montag bereits bewegt und leicht höhere Langfristzinsen gepreist (was sich aber bereits wieder korrigiert hat)👍
- Eine schnelle Regierungsbildung mit einem konjunkturfreundlichen Koalitionsvertrag könnte die Stimmung hierzulande verbessern; Ziel muss sein, dass nicht nur der DAX läuft (weil die US-Leitbörsen performen), sondern auch der MDAX und die deutsche Wirtschaft als Ganzes wieder vorankommt! Thema: Bürokratieabbau!
- Es gilt dabei, die EZB-Politik zu beobachten: Frau Schnabel ist sich nicht mehr sicher, ob die aktuellen 2,75% noch „restriktiv“ sind; auch wenn dies nicht die Meinung von Frau Lagarde sein mag, die vom Markt erwarteten 4 Zinssenkungen bis zum Sommer sind alles andere als sicher!
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Gegenüber dem Swap-Markt, der – vereinfacht ausgedrückt – Bankenrisiken abbildet, handeln Bundesanleihen nun auf dem historisch niedrigsten Bewertungsniveau; anders ausgedrückt: Für (europäische) Bankenrisiken gibt es im Schnitt keinen Zinsaufschlag mehr gegenüber Bundesanleihen
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Fazit 1: Die Weltpolitik mag noch nach Deutschland schauen, die Weltbörsen tun es nicht!🙈
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Fazit 2: Deutschlands und Europas Chancen liegt in Einigkeit; Macrons Besuch bei Trump war ein erster Schritt; Europa bleibt auf dem Weg zur politischen Einigkeit wenig Zeit; der Druck von außen (Trump, Putin) und von innen (Orban, Populismus) nimmt zu👍
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Fazit 3: Die Richtung für den DAX hängt im Wesentlichen an der Trumpschen Zollpolitik sowie der globalen Geldpolitik; für den MDAX könnte eine neue Regierung allerdings durchaus neue Impulse bedeuten👍
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Fazit 4: Der Trend an den Rentenmärkten ist klar: Die deutschen bzw. europäischen Mammutaufgaben müssen finanziert werden; ein Zinsrückgang bei langen Laufzeiten ist wenig wahrscheinlich; und: Tendenziell werden sich in einem einigen Europa die Zinsdifferenzen angleichen, d.h. Bundesanleihen werden relativ betrachtet verlieren; der Markt preist (erwartet) die Aufgabe der Schuldenbremse sowie weitere „Sondervermögen“!

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