Krypto-Wochenbericht | Marktanalyse vom 01.08.2026
Krypto Wochenanalyse: Bitcoin, Ethereum und Markttrends
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Werfen wir in der Marktanalyse zuerst einen Blick auf die Zu- und Abflüsse dieser Handelswoche in den Bitcoin und Ethereum ETF:
Die amerikanischen Bitcoin-ETF starteten zunächst schwach in die Handelswoche. Am Montag wurden netto 11,6 Mio. USD abgezogen, am Dienstag folgten weitere Abflüsse von 49,7 Mio. USD.
Am Mittwoch änderte sich das Bild erstmals. Den Produkten flossen netto 32,1 Mio. USD zu. Am Donnerstag verstärkte sich die Nachfrage deutlich. Die Bitcoin-ETF verzeichneten Zuflüsse von 233,1 Mio. USD.
Bis einschließlich Donnerstag ergab sich damit ein Nettozufluss von 203,9 Mio. USD. Die positive Zwischenbilanz hielt jedoch nicht. Am Freitag wurden insgesamt 265,4 Mio. USD aus den Bitcoin-ETF abgezogen.
Für die gesamte Woche ergibt sich bei den Bitcoin-ETF somit ein Nettoabfluss von 61,5 Mio. USD. Die hohe Nachfrage vom Donnerstag wurde am folgenden Handelstag mehr als vollständig aufgezehrt.
Die Wochenbilanz ist nicht dramatisch negativ. Sie zeigt aber, wie instabil die Nachfrage derzeit bleibt. Auf einzelne Tage mit hohen Zuflüssen folgen immer wieder ähnlich starke oder noch größere Abflüsse. Von einer kontinuierlichen Rückkehr neuen Kapitals kann deshalb noch nicht gesprochen werden.
Bei den Ethereum-ETF verlief die Woche wesentlich ruhiger. Zuflüssen von zusammen 21,1 Mio. USD am Montag und Dienstag standen am Mittwoch Abflüsse von 32,9 Mio. USD gegenüber. Am Donnerstag flossen wieder 12,8 Mio. USD zu. Am Freitag kamen weitere 9,0 Mio. USD hinzu.
Für die gesamte Woche verbleibt damit ein Nettozufluss von 10,0 Mio. USD. Das Ergebnis ist positiv, fällt gemessen am Gesamtvolumen der Produkte aber sehr gering aus. Eine breite oder besonders dynamische institutionelle Nachfrage nach Ethereum lässt sich daraus nicht ableiten.
Im direkten Vergleich entwickelte sich Ethereum dennoch besser als Bitcoin. Während aus den Bitcoin-Produkten netto Kapital abgezogen wurde, konnten die Ethereum-ETF zumindest eine leicht positive Wochenbilanz vorweisen.
Bei den Solana-ETF konzentrierte sich die gesamte Bewegung auf die ersten beiden Handelstage. Am Montag flossen 1,0 Mio. USD zu. Am Dienstag wurden 18,1 Mio. USD abgezogen. Von Mittwoch bis Freitag wurden keine Nettoveränderungen ausgewiesen.
Für die Woche ergibt sich dadurch ein Abfluss von 17,1 Mio. USD.
Insgesamt zeigen die ETF-Daten erneut ein uneinheitliches Bild. Die über die regulierten US-Produkte sichtbare Nachfrage ist nicht verschwunden. Sie reicht derzeit aber nicht aus, um dem Kryptomarkt einen stabilen Aufwärtsimpuls zu geben.
Gerade die Entwicklung vom Donnerstag auf den Freitag erinnert daran, einzelne Tage nicht überzubewerten. Für eine nachhaltige Verbesserung müssten die Zuflüsse über mehrere Wochen anhalten, auf verschiedene Anbieter verteilt sein und sich schließlich auch in einer stabileren Kursentwicklung niederschlagen.
Wie bewegte sich der Kryptomarkt in den letzten Handelstagen?
Bitcoin startete am vergangenen Samstagmorgen bei rund 64.000 US-Dollar in die neue Berichtswoche.
Am Wochenende und zu Beginn der Woche verbesserte sich die Stimmung zunächst. Der Kurs stieg bis Montag zeitweise auf knapp 65.700 US-Dollar. Der Bereich zwischen ungefähr 65.500 und 66.000 US-Dollar erwies sich jedoch erneut als Widerstand.
Bereits im Verlauf des Montags wurden die Gewinne weitgehend abgegeben. Bitcoin fiel bis in den Bereich von 63.700 US-Dollar zurück und bewegte sich anschließend mehrere Tage überwiegend zwischen 63.000 und 65.000 US-Dollar.
Am Donnerstag sorgten die hohen ETF-Zuflüsse und eine freundlichere Entwicklung an den amerikanischen Aktienmärkten vorübergehend für eine Stabilisierung. Bitcoin stieg erneut bis über 65.000 US-Dollar, konnte dieses Niveau aber wiederum nicht halten.
Am Freitag verschlechterte sich das Bild deutlich. Der Kurs fiel von knapp 64.800 US-Dollar bis auf rund 62.500 US-Dollar. Am Samstagmorgen notierte Bitcoin wieder bei ungefähr 63.000 US-Dollar.
Gegenüber dem vergangenen Samstagmorgen ergibt sich damit ein Wochenverlust von rund 1,7 %. Die geringe Veränderung am Ende der Woche verdeckt allerdings die erheblichen Schwankungen innerhalb des Berichtszeitraums.
Die Unterstützungszone hat zunächst gehalten
Der Rückgang am Freitag führte Bitcoin erneut in die Unterstützungszone zwischen ungefähr 62.000 und 63.000 US-Dollar.
Dass der Kurs im Bereich von 62.500 US-Dollar zunächst Käufer fand und am Samstagmorgen wieder knapp oberhalb von 63.000 US-Dollar notierte, ist konstruktiv. Eine belastbare Trendwende lässt sich daraus jedoch noch nicht ableiten.
Sollte Bitcoin nachhaltig unter 62.000 US-Dollar fallen, würde sich das technische Bild deutlich eintrüben. In diesem Fall wäre ein erneuter Test der Marke von 60.000 US-Dollar wahrscheinlich. Dieser Bereich bleibt die wichtigste mittelfristige Unterstützung.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand inzwischen wieder zwischen ungefähr 64.000 und 65.000 US-Dollar. Bitcoin müsste zunächst die am Freitag verlorenen Kursniveaus zurückerobern.
Darüber folgt die wesentlich wichtigere Zone zwischen ungefähr 65.500 und 67.000 US-Dollar. An ihr ist der Markt in den vergangenen Wochen mehrfach gescheitert. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über diesen Bereich würde bestätigen, dass die seit Juni laufende Bodenbildung abgeschlossen ist.
Die Bodenbildung bleibt damit möglich. Sie ist aber weiterhin nicht bestätigt.
Die ETF-Flows drehten gemeinsam mit dem Markt
Bis einschließlich Donnerstag hatten die Bitcoin-ETF einen Nettozufluss von mehr als 200 Mio. USD verzeichnet. Gleichzeitig konnte sich Bitcoin oberhalb seiner Unterstützungszone halten.
Am Freitag änderten sich Kursentwicklung und ETF-Flows gleichzeitig. Bitcoin fiel um fast 3 %, während aus den ETF netto 265,4 Mio. USD abgezogen wurden.
Der zeitliche Zusammenhang ist deutlich. Er beweist jedoch nicht, dass die ETF-Abflüsse allein den Kursrückgang ausgelöst haben. Ebenso ist möglich, dass beide Entwicklungen Reaktionen auf dieselben Belastungsfaktoren waren.
Zu diesen gehörten die stark gestiegenen Renditen langfristiger amerikanischer Staatsanleihen, die Aussicht auf länger hohe oder erneut steigende Leitzinsen und verschiedene negative Meldungen aus dem Kryptosektor.
Die ETF-Daten zeigen dennoch, dass die Schwäche am Freitag nicht ausschließlich von internationalen Kryptobörsen oder den Derivatemärkten ausging. Auch Anleger in den regulierten amerikanischen Produkten reduzierten ihre Positionen.
Die Wochenbilanz von minus 61,5 Mio. USD ist für sich genommen noch kein außergewöhnlich hoher Abfluss. Problematischer ist die fehlende Beständigkeit. Selbst ein sehr starker Zuflusstag reichte nicht aus, um die Woche positiv zu beenden.
Bitcoin entwickelte sich schwächer als die Aktienmärkte
Auffällig war die Entwicklung am Freitag auch im Vergleich zu den amerikanischen Aktienmärkten.
Der S&P 500 und der Nasdaq legten zu, unterstützt durch starke Kursgewinne einzelner großer Technologieunternehmen. Bitcoin fiel gleichzeitig auf den niedrigsten Stand seit rund zwei Wochen.
Von einer einfachen Bewegung gemeinsam mit den Technologieaktien kann deshalb für diesen Handelstag nicht gesprochen werden.
Gleichzeitig stiegen die Renditen langfristiger amerikanischer Staatsanleihen deutlich. Höhere Renditen erhöhen die Attraktivität sicherer Anlagen mit laufenden Erträgen. Für Bitcoin, das selbst keine Zinsen oder Dividenden erwirtschaftet, verschlechtern sich dadurch kurzfristig die relativen Rahmenbedingungen.
Hinzu kamen kryptospezifische Belastungen. Die schwächeren Geschäftszahlen von Coinbase und die veränderte Kapitalstrategie von Strategy dürften die Unsicherheit verstärkt haben. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass eine einzelne Unternehmensmeldung den gesamten Kursrückgang verursacht hat.
Wahrscheinlicher ist eine Kombination aus höheren Renditen, nachlassender ETF-Nachfrage, Gewinnmitnahmen und einer insgesamt vorsichtigeren Positionierung im Kryptomarkt.
Bitcoin bleibt kurzfristig eine risikosensitive Anlage
Die Woche bestätigte erneut, dass Bitcoin in kurzfristigen Stressphasen noch nicht zuverlässig wie ein klassischer sicherer Hafen reagiert.
Als sich das Marktumfeld zu Wochenbeginn vorübergehend entspannte, stieg Bitcoin gemeinsam mit anderen Risikoanlagen. Mit höheren Anleiherenditen und zunehmender Unsicherheit geriet der Kurs wieder unter Druck.
Langfristig kann Bitcoin aufgrund seines begrenzten Angebots, seiner globalen Handelbarkeit und seiner Unabhängigkeit von einzelnen Staaten Eigenschaften eines alternativen Wertspeichers entwickeln.
Kurzfristig wird der Kurs jedoch weiterhin stark von Liquidität, Zinsen, ETF-Flows und der allgemeinen Bereitschaft der Anleger beeinflusst, Risiken einzugehen.
Ethereum entwickelte sich relativ besser als Bitcoin
Ethereum startete bei rund 1.860 US-Dollar in die Woche.
Am Sonntag und Montag stieg der Kurs kräftig und erreichte zeitweise knapp 1.980 US-Dollar. Damit näherte sich Ethereum erneut der psychologisch wichtigen Marke von 2.000 US-Dollar.
Der Ausbruch gelang jedoch nicht. Bereits am Montag wurden große Teile der Gewinne wieder abgegeben. Im weiteren Wochenverlauf bewegte sich Ethereum überwiegend zwischen ungefähr 1.860 und 1.940 US-Dollar.
Am Freitag fiel der Kurs zeitweise bis knapp unter 1.850 US-Dollar. Am Samstagmorgen notierte Ethereum wieder bei rund 1.870 US-Dollar.
Im Wochenvergleich ergibt sich damit ein leichtes Plus von ungefähr 0,4 %. Ethereum entwickelte sich somit besser als Bitcoin, obwohl auch hier die Gewinne vom Wochenanfang nahezu vollständig verloren gingen.
Positiv ist, dass der Bereich zwischen 1.850 und 1.870 US-Dollar erneut gehalten hat. Auf der Unterseite bleibt anschließend die Marke von 1.800 US-Dollar die wichtigste Unterstützung.
Auf der Oberseite bildet der Bereich zwischen 1.950 und 2.000 US-Dollar weiterhin die entscheidende Hürde. Erst eine nachhaltige Etablierung oberhalb von 2.000 US-Dollar würde das technische Bild deutlich verbessern.
Die leicht positive ETF-Bilanz unterstützt die relative Entwicklung, ist mit 10 Mio. USD aber zu gering, um bereits von einer nachhaltigen institutionellen Umschichtung zugunsten von Ethereum zu sprechen.
Solana gibt die zwischenzeitlichen Gewinne vollständig ab
Solana begann die Woche bei rund 74 US-Dollar.
Am Wochenende und zu Wochenbeginn stieg der Kurs zeitweise bis auf ungefähr 77,40 US-Dollar. Anschließend drehte die Entwicklung. Bereits am Montag wurden die Gewinne größtenteils abgegeben.
In der zweiten Wochenhälfte bewegte sich Solana zunächst zwischen ungefähr 73 und 75 US-Dollar. Am Freitag fiel der Kurs bis auf rund 72,60 US-Dollar. Am Samstagmorgen notierte Solana bei knapp 73 US-Dollar.
Gegenüber dem vergangenen Samstag ergibt sich damit ein Verlust von ungefähr 1,6 %.
Der Bereich zwischen 72 und 73 US-Dollar bleibt die erste wichtige Unterstützung. Sollte er nicht halten, würde sich der Blick erneut auf die Marke von 70 US-Dollar richten.
Auf der Oberseite liegen zwischen 76 und 78 US-Dollar mehrere Widerstände. Der Markt konnte diesen Bereich in der vergangenen Woche zwar erreichen, aber nicht nachhaltig überwinden.
Die negative ETF-Wochenbilanz belastete die Stimmung zusätzlich. Aufgrund des vergleichsweise kleinen Produktvolumens lässt sich die Kursbewegung jedoch nicht allein mit den ETF-Flows erklären.
Der breitere Kryptomarkt bleibt zurückhaltend
Auch bei vielen weiteren Kryptowährungen wurden zwischenzeitliche Kursgewinne bis zum Ende der Woche wieder abgegeben.
Die relative Stabilität von Ethereum führte nicht zu einer breiten Umschichtung in kleinere Token. Viele Marktteilnehmer konzentrieren sich weiterhin auf die liquidesten und etabliertesten Kryptowährungen.
Von einer neuen Altcoin-Saison kann deshalb nicht gesprochen werden. Dafür müsste Bitcoin seine Unterstützungszone zuverlässig verteidigen, Ethereum nachhaltig relative Stärke entwickeln und die Liquidität im Gesamtmarkt deutlich zunehmen.
Insgesamt bleibt der Kryptomarkt in einer volatilen Seitwärts- und Bodenbildungsphase. Die Käufer verhindern bislang einen Rückgang auf neue Tiefstände. Gleichzeitig reicht die Nachfrage noch nicht aus, um die zentralen Widerstände zu überwinden und einen neuen Aufwärtstrend zu bestätigen.
Der Blick auf die Makrodaten, Politik und Unternehmen
Die amerikanische Wirtschaft wächst langsamer – die Binnennachfrage bleibt robust
Die amerikanische Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal mit einer auf das Gesamtjahr hochgerechneten Rate von 1,5 %. Damit verlangsamte sich die Entwicklung gegenüber dem ersten Quartal und blieb hinter den Erwartungen vieler Ökonomen zurück.
Der schwächere Gesamtwert vermittelt allerdings nur ein unvollständiges Bild. Belastet wurde das Wachstum vor allem durch ein höheres Handelsdefizit und sinkende Lagerbestände.
Die inländische Nachfrage entwickelte sich dagegen weiterhin robust. Der private Konsum wuchs mit einer annualisierten Rate von 3,2 %. Die Investitionen der Unternehmen in Ausrüstung erhöhten sich sogar um mehr als 15 %. Ein erheblicher Teil dieser Investitionen entfiel erneut auf Rechenzentren, Halbleiter und andere Infrastruktur für künstliche Intelligenz.
Die amerikanische Wirtschaft befindet sich damit nicht in einer Rezession. Gleichzeitig mehren sich jedoch die Anzeichen, dass die bisherige Dynamik nicht dauerhaft aufrechterhalten werden kann.
Die privaten Haushalte profitieren nicht mehr im gleichen Umfang von Steuererstattungen wie im Frühjahr. Höhere Benzinpreise belasten die verfügbaren Einkommen, während die Sparquote auf den niedrigsten Stand seit mehreren Jahren gefallen ist. Viele Verbraucher haben ihre Ausgaben somit teilweise dadurch stabilisiert, dass sie weniger zurücklegen.
Für die zweite Jahreshälfte ergibt sich daraus ein fragileres Bild. Die Binnenwirtschaft ist noch robust, verfügt aber über geringere Reserven, um einen erneuten Energiepreisschock oder deutlich höhere Finanzierungskosten aufzufangen.
Die amerikanische Notenbank wartet ab – bleibt aber deutlich wachsam
Die amerikanische Notenbank ließ ihren Leitzins in dieser Woche unverändert in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 %.
Bemerkenswert war weniger die Entscheidung selbst als die ungewöhnlich große Uneinigkeit innerhalb des geldpolitischen Ausschusses. Drei Mitglieder sprachen sich für eine sofortige Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte aus.
Die Entscheidung wurde deshalb von vielen Marktteilnehmern als „hawkish hold“ eingeordnet: Die Notenbank erhöhte die Zinsen nicht, machte aber deutlich, dass weitere Straffungen möglich bleiben.
Die Inflation liegt weiterhin deutlich oberhalb des Zielwerts von 2 %. Der von der Notenbank besonders beachtete Kernindex der persönlichen Konsumausgaben stieg im Juni gegenüber dem Vorjahr um rund 3,3 %.
Hinzu kommt das Risiko, dass höhere Ölpreise und Zölle den Preisauftrieb erneut beschleunigen. Die Notenbank steht damit vor einem schwierigen Zielkonflikt.
Hebt sie die Zinsen weiter an, könnte sie das bereits schwächere Wachstum und den Immobilienmarkt zusätzlich belasten. Bleibt sie zu lange untätig, besteht die Gefahr, dass sich die Inflation erneut verfestigt.
Für risikoreiche Anlagen ist dieses Umfeld anspruchsvoll. Solange eine weitere Zinserhöhung nicht ausgeschlossen werden kann, bleiben Geldmarktanlagen und kurzfristige Staatsanleihen attraktive Alternativen. Gleichzeitig verteuern höhere Renditen die Finanzierung spekulativer und wachstumsorientierter Anlagen.
Die Quartalszahlen der Technologieunternehmen zeigen große Unterschiede
Die Berichtssaison der großen amerikanischen Technologieunternehmen lieferte in dieser Woche ein uneinheitliches Bild.
Microsoft überzeugte mit einem starken Wachstum seiner Cloud-Sparte und einer positiven Umsatzprognose. Die Ergebnisse wurden als Hinweis gewertet, dass die hohen Investitionen in künstliche Intelligenz zumindest bei einigen Unternehmen bereits zu deutlich steigenden Erlösen führen.
Die Microsoft-Aktie verzeichnete daraufhin einen außergewöhnlich starken Kursanstieg und stützte am Donnerstag den gesamten amerikanischen Aktienmarkt.
Bei Meta fiel die Reaktion dagegen negativ aus. Obwohl die Umsätze deutlich stiegen, brach der freie Cashflow gegenüber dem Vorjahr ein. Die hohen Ausgaben für Rechenzentren, Chips und KI-Modelle werfen zunehmend die Frage auf, wann sich diese Investitionen wirtschaftlich auszahlen.
Amazon meldete ein starkes Wachstum seiner Cloud-Sparte, erhöhte aber zugleich seine Investitionspläne. Apple übertraf mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen, enttäuschte jedoch mit einem vorsichtigeren Ausblick und verwies auf Engpässe bei modernen Chips.
Die Reaktionen zeigen, dass Anleger hohe KI-Investitionen nicht mehr pauschal honorieren. Entscheidend ist zunehmend, ob Unternehmen einen nachvollziehbaren Zusammenhang zwischen den Ausgaben und zukünftigen Erträgen darstellen können.
Für den Kryptomarkt bleibt die Entwicklung wichtig. Bitcoin und insbesondere Altcoins reagieren häufig auf Veränderungen der Risikobereitschaft im Technologiesektor. Der starke Anstieg der Microsoft-Aktie trug am Donnerstag zur Erholung bei, während die schwächeren Reaktionen auf andere Unternehmenszahlen die Unsicherheit bestehen ließen.
Die europäische Wirtschaft überrascht positiv
Die Wirtschaft der Eurozone wuchs im zweiten Quartal um 0,4 % gegenüber dem Vorquartal. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöhte sich die Wirtschaftsleistung um 1,0 %.
Damit fiel das Wachstum deutlich besser aus als erwartet. Deutschland, Frankreich und Italien legten jeweils um 0,2 % zu. Spanien blieb mit einem Wachstum von 0,7 % erneut der stärkste unter den größeren Mitgliedstaaten.
Die europäische Wirtschaft profitierte von staatlichen Ausgaben, einer stabileren Konsumnachfrage und steigenden Investitionen in Verteidigung, Infrastruktur und künstliche Intelligenz. Auch die Industrie entwickelte sich weniger schwach als in den vergangenen Jahren.
Gleichzeitig sollte das Ergebnis nicht überbewertet werden. Das Wachstum bleibt gemessen an früheren Aufschwungphasen niedrig. Mehrere positive Effekte könnten zudem nur vorübergehender Natur sein.
Die hohen Energiepreise stellen für Europa ein größeres Risiko dar als für die USA. Die Eurozone ist stark von importiertem Öl und Gas abhängig. Ein dauerhaft höherer Energiepreis belastet deshalb Verbraucher, Industrie und Außenhandel gleichzeitig.
Positiv ist, dass die Arbeitslosenquote im Euroraum mit 6,3 % weiterhin niedrig blieb. Der Arbeitsmarkt stützt den Konsum und verhindert bislang einen stärkeren Konjunktureinbruch.
Die entscheidende Frage für die zweite Jahreshälfte wird sein, ob die wirtschaftliche Erholung stark genug ist, um die Belastungen aus Energiepreisen, Zöllen und höheren Finanzierungskosten aufzufangen.
China verliert erneut an wirtschaftlicher Dynamik
Aus China kamen am Freitagmorgen schwache Konjunktursignale.
Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe fiel im Juli auf 49,2 Punkte. Im Juni hatte er noch bei 50,3 Punkten gelegen. Werte unterhalb von 50 signalisieren eine schrumpfende wirtschaftliche Aktivität.
Auch der Index für Dienstleistungen und Baugewerbe fiel mit 49 Punkten unter die Wachstumsschwelle. Besonders schwach entwickelten sich die Auftragseingänge.
Die Daten bestätigen, dass die chinesische Wirtschaft nach einem vergleichsweise robusten Jahresbeginn an Dynamik verliert. Das Wachstum hatte sich bereits im zweiten Quartal auf 4,3 % abgeschwächt.
Die strukturellen Probleme bleiben unverändert: Der Immobilienmarkt belastet Vermögen und Vertrauen der privaten Haushalte. Der Konsum wächst nur schwach, während viele lokale Regierungen hoch verschuldet sind.
Die politische Führung kündigte in dieser Woche an, bereits geplante Staatsausgaben zu beschleunigen. Ein großes neues Konjunkturprogramm wurde jedoch nicht beschlossen.
China setzt damit weiterhin vor allem auf Infrastruktur, Industrie und Exporte. Eine umfassende Stärkung der Einkommen und des privaten Konsums bleibt dagegen aus.
Für die Weltwirtschaft ist dies relevant. China ist ein wichtiger Nachfrager nach Rohstoffen und Industrieprodukten. Eine schwächere chinesische Wirtschaft belastet exportorientierte Länder und Unternehmen, kann gleichzeitig aber den globalen Preisauftrieb bei bestimmten Rohstoffen dämpfen.
Japan hält an einem vorsichtigen Straffungskurs fest
Die Bank of Japan ließ ihren Leitzins am Freitagmorgen unverändert bei 1 %. Die Entscheidung fiel mit acht zu einer Stimme. Ein Mitglied des geldpolitischen Ausschusses sprach sich für eine Erhöhung auf 1,25 % aus.
Die Notenbank machte gleichzeitig deutlich, dass weitere Zinserhöhungen möglich bleiben, falls sich der Inflationsdruck verstärkt.
Japan befindet sich in einer ungewöhnlichen Situation. Nach Jahrzehnten sehr niedriger Inflation steigen die Preise inzwischen nachhaltig. Hohe Energieimporte und ein schwacher Yen verteuern zahlreiche Waren.
Gleichzeitig entwickelt sich die Industrie vergleichsweise robust. Die Produktion stieg im Juni gegenüber dem Vormonat um 1,3 % und damit stärker als erwartet.
Eine weitere Straffung der Geldpolitik könnte den Yen stabilisieren und den importierten Inflationsdruck verringern. Sie würde aber zugleich die Finanzierungskosten eines hoch verschuldeten Staates erhöhen und könnte die wirtschaftliche Erholung belasten.
Für die internationalen Märkte ist die japanische Geldpolitik relevant, weil japanische Anleger große Vermögen im Ausland investiert haben. Steigende Zinsen in Japan können dazu führen, dass Kapital aus amerikanischen oder europäischen Anleihen zurückgeführt wird.
Die Ukraine weitet ihre Angriffe auf russische Infrastruktur aus
Die Ukraine verstärkte in dieser Woche erneut ihre Angriffe auf russische Energie-, Industrie- und Logistikinfrastruktur.
Ukrainische Drohnen trafen unter anderem Ziele in Perm, Rjasan, Taganrog und auf der von Russland besetzten Krim. Angegriffen wurden nach übereinstimmenden Berichten Raffinerien, Logistikzentren, Industrieanlagen, ein Exportterminal und militärische Einrichtungen.
Auch große Lagerhäuser wurden beschädigt. Die Angriffe reichen inzwischen teilweise mehr als 1.000 Kilometer tief in das russische Staatsgebiet hinein.
Die ukrainische Strategie verfolgt mehrere Ziele. Raffinerien und Treibstofflager sind für die Versorgung des russischen Militärs wichtig. Gleichzeitig sind Einnahmen aus Öl und Ölprodukten eine wesentliche Finanzierungsquelle des russischen Staates.
Darüber hinaus zwingt die Bedrohung aus der Luft Russland dazu, Flugabwehrsysteme aus Frontgebieten abzuziehen und zum Schutz von Industrieanlagen und Städten im Hinterland einzusetzen.
Die zunehmenden Angriffe zeigen offenbar Wirkung. In mehreren Regionen kam es zu Treibstoffengpässen. Russland weitete Beschränkungen für den Export von Diesel und anderen Kraftstoffen aus, um die heimische Versorgung zu stabilisieren.
Die militärische und wirtschaftliche Bedeutung sollte dennoch nicht überschätzt werden. Russland verfügt über ein sehr großes Netz von Raffinerien und kann beschädigte Anlagen teilweise reparieren oder Produktionsmengen verlagern.
Die Angriffe erhöhen aber die Kosten des Krieges und treffen zunehmend auch zivile Logistik- und Handelsstrukturen.
Russland reagierte mit weiteren Angriffen auf ukrainische Städte, Häfen, Industrieanlagen und Schiffe im Schwarzen Meer. Beide Seiten erweitern den Krieg damit auf Infrastruktur, die auch für den internationalen Handel mit Energie und Agrarprodukten relevant ist.
Die Gefahr steigender Öl-, Treibstoff- und Lebensmittelpreise nimmt dadurch zu.
Die Eskalation zwischen den USA und dem Iran prägt weiterhin die Märkte
Die Entwicklung zwischen den USA und dem Iran verlief in dieser Woche in zwei entgegengesetzten Phasen.
Zu Wochenbeginn erhöhte sich zunächst die Hoffnung auf eine diplomatische Entspannung. Präsident Donald Trump setzte größere Angriffe vorübergehend aus und verwies auf Gespräche mit Iran. Teheran bestritt zwar direkte Verhandlungen, signalisierte aber grundsätzlich Gesprächsbereitschaft.
Ölpreise und Risikoprämien gingen daraufhin zurück. Bitcoin und Aktien reagierten positiv.
Die Entspannung hielt jedoch nicht lange an. Iran feuerte anschließend mehrere ballistische Raketen auf amerikanische Militärstützpunkte in Jordanien. Nach amerikanischen Angaben wurden die Raketen abgefangen.
Trump kündigte daraufhin eine harte Reaktion an. Das amerikanische Militär griff in einer rund zweistündigen Operation zahlreiche Ziele der iranischen Revolutionsgarden an. Dazu gehörten Kommandozentralen, Raketen- und Drohnenanlagen sowie maritime und küstennahe militärische Einrichtungen.
Der Ölpreis stieg nach der erneuten Eskalation zeitweise deutlich. Brent-Rohöl notierte am Freitagmorgen zwar wieder bei ungefähr 88 US-Dollar, lag im Monatsvergleich aber weiterhin rund 20 % höher.
Die Entwicklung bleibt für die Weltwirtschaft von großer Bedeutung. Durch die Straße von Hormus wird normalerweise rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte abgewickelt. Gleichzeitig drohen die mit Iran verbündeten Huthi weiterhin mit Angriffen auf Schiffe im Roten Meer.
Selbst wenn Tanker die Routen weiterhin nutzen können, erhöhen höhere Versicherungsprämien, Frachtraten und Sicherheitskosten den Preis des Transports.
Für den Kryptomarkt ergibt sich daraus ein indirekter, aber nachvollziehbarer Zusammenhang. Höhere Ölpreise erhöhen die Inflationsgefahr. Dadurch wächst die Wahrscheinlichkeit länger hoher oder weiter steigender Zinsen. Dies belastet wiederum Aktien, Anleihen mit längeren Laufzeiten und Kryptowährungen.
Die Kurs- und ETF-Daten dieser Woche zeigen allerdings, dass der Zusammenhang nicht mechanisch ist. Gerade am Donnerstag, nach der erneuten militärischen Eskalation, verzeichneten die Bitcoin-ETF hohe Zuflüsse. Geopolitische Risiken waren somit ein Belastungsfaktor für die allgemeine Stimmung, verhinderten aber nicht, dass institutionelle Anleger gleichzeitig Bitcoin-Positionen aufbauten.
Welche Projekte und Nachrichten stehen gerade im Fokus?
Trotz der großen Marktbewegungen in den letzten Wochen und Monaten, die durch die Geopolitik als auch die Zollverhandlungen ausgelöst wurden, gibt es in jeder Woche zusehends mehr Nachrichten mit großer Tragweite für den Kryptomarkt. Die Adaption der Technologie schreitet weiter voran, regulatorisch mehr und mehr unterstützt, da das Potential auch politisch weiter in den Fokus rückt. „Krypto ist gekommen, um zu bleiben“, und wird Tag für Tag sichtbarer in unserer Welt.
Die vergangenen sieben Tage haben erneut gezeigt, dass sich der Kryptomarkt zunehmend verändert. Während in den vergangenen Jahren häufig neue Blockchain-Projekte oder spektakuläre Kursbewegungen die Schlagzeilen bestimmten, stehen inzwischen andere Themen im Vordergrund: Regulierung, institutionelle Infrastruktur und die Integration digitaler Vermögenswerte in das bestehende Finanzsystem.
Diese Entwicklung verläuft oftmals weitgehend unbemerkt. Gerade deshalb halten wir sie für besonders interessant.
Ob Regierungen Kryptowährungen rechtlich neu einordnen, zentrale Finanzmarktinfrastrukturen mit der Tokenisierung beginnen oder Stablecoins erstmals in regulierte Finanzprozesse integriert werden – all diese Entwicklungen schaffen die Grundlagen dafür, dass digitale Vermögenswerte langfristig einen festen Platz innerhalb der globalen Finanzmärkte einnehmen können.
Die wichtigsten Nachrichten der vergangenen Woche verdeutlichen diesen Wandel eindrucksvoll.
Der CLARITY Act verzögert sich erneut
Die Hoffnungen auf eine schnelle Verabschiedung des amerikanischen CLARITY Act haben in dieser Woche einen Dämpfer erhalten.
Der Gesetzentwurf soll einen umfassenden regulatorischen Rahmen für den Kryptomarkt schaffen. Er soll insbesondere klarer regeln, welche digitalen Vermögenswerte als Wertpapiere und welche als digitale Rohstoffe behandelt werden. Zudem enthält er Vorgaben für Börsen, Broker, Stablecoins und dezentrale Finanzanwendungen.
Nachdem in der vergangenen Woche Fortschritte gemeldet worden waren, stellte die Führung des Senats bislang keine ausreichende Beratungszeit vor der Sommerpause zur Verfügung.
Der Entwurf ist damit nicht gescheitert. Eine Verabschiedung in der ursprünglich erhofften Geschwindigkeit ist aber unwahrscheinlicher geworden.
Zu den Streitpunkten gehören weiterhin Ethikregeln für politische Amtsträger und deren Familien. Daneben verlangen Banken strengere Vorgaben für Stablecoin-Anbieter und mögliche Vergütungen auf Stablecoin-Guthaben.
Für die Kryptoindustrie ist die Verzögerung relevant. Viele Unternehmen hatten erwartet, dass die rechtliche Abgrenzung zwischen SEC und CFTC zeitnah geklärt wird.
Ohne ein Gesetz bleibt ein Teil der regulatorischen Unsicherheit bestehen. Dies erschwert langfristige Investitionsentscheidungen und begünstigt größere Unternehmen, die sich umfangreiche Rechts- und Compliance-Abteilungen leisten können.
Der politische Prozess zeigt dennoch, dass der Gesetzentwurf weiterhin ernsthaft verhandelt wird. Die entscheidende Frage ist inzwischen weniger, ob ein regulatorischer Rahmen kommt, sondern wann und mit welchen Einschränkungen.
Internationale Banken testen tokenisiertes Zentralbank- und Giralgeld
Ein Projekt der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich erreichte in dieser Woche einen wichtigen Meilenstein.
Im Rahmen von „Project Agorá“ testeten 28 Finanzinstitute und Zentralbanken grenzüberschreitende Zahlungen mit echtem Geldwert. Die Transaktionen hatten ein Gesamtvolumen von rund 800.000 Schweizer Franken und umfassten 17 verschiedene Anwendungsszenarien.
Verwendet wurden tokenisierte Zentralbankreserven und tokenisierte Einlagen von Geschäftsbanken. Die durchschnittliche Zeit von der Auslösung einer Zahlung bis zu ihrer Abwicklung lag bei rund 80 Sekunden. Weitere Details finden Sie hier.
Das Ziel besteht nicht darin, Bitcoin oder andere Kryptowährungen als Zahlungsmittel zu nutzen. Vielmehr werden bestehende Formen von Bankgeld auf einer gemeinsamen programmierbaren Infrastruktur dargestellt.
Der Unterschied zu Stablecoins ist wichtig. Stablecoins werden meist von privaten Unternehmen ausgegeben und stellen Forderungen gegen den jeweiligen Emittenten dar. Tokenisierte Bankeinlagen bleiben dagegen regulierte Einlagen bei einer Geschäftsbank. Die endgültige Abwicklung zwischen Banken erfolgt weiterhin mit Zentralbankgeld.
Durch eine gemeinsame Infrastruktur können Zahlung und Gegenleistung gleichzeitig ausgeführt werden. Entweder werden beide Seiten einer Transaktion vollständig abgewickelt oder keine von beiden. Dadurch können Abwicklungs-, Gegenpartei- und Liquiditätsrisiken verringert werden.
Das Projekt zeigt, dass die traditionelle Finanzindustrie wesentliche Elemente der Blockchain-Technologie übernimmt, ohne das bestehende zweistufige Bankensystem aufzugeben.
Für den Kryptomarkt ist dies grundsätzlich positiv. Die Bedeutung liegt weniger in einer unmittelbaren Nachfrage nach einzelnen Token als in der zunehmenden Akzeptanz digitaler und programmierbarer Finanzinfrastruktur.
Coinbase schreibt den dritten Quartalsverlust in Folge
Coinbase meldete für das zweite Quartal den dritten Verlust in Folge.
Die Transaktionserlöse fielen gegenüber dem Vorjahr um 21 % auf 599 Mio. USD. Das Geschäft mit Abonnements und Dienstleistungen, zu dem unter anderem Verwahrung und Stablecoin-Erträge gehören, ging um rund 12 % auf 555 Mio. USD zurück.
Unter dem Strich entstand ein Verlust von etwa 360 Mio. USD. Die Aktie reagierte nachbörslich mit deutlichen Kursverlusten.
Die Zahlen zeigen, wie stark das Geschäft vieler Kryptobörsen weiterhin von Handelsaktivität und Marktstimmung abhängt.
Coinbase hat seine Einnahmequellen in den vergangenen Jahren zwar verbreitert. Das Unternehmen erzielt Erlöse aus Verwahrung, Stablecoins, Staking und institutionellen Dienstleistungen. Diese Bereiche konnten den Rückgang des Handelsgeschäfts im abgelaufenen Quartal jedoch nicht vollständig ausgleichen.
Für Anleger ist die Entwicklung auch deshalb interessant, weil die Börse zu den wichtigsten Gewinnern einer klareren amerikanischen Regulierung gehören könnte. Verzögert sich der CLARITY Act weiter, verzögern sich möglicherweise auch neue Geschäftsmöglichkeiten.
Die Schwäche von Coinbase ist allerdings nicht mit einer grundlegenden Schwäche der Blockchain-Technologie gleichzusetzen. Sie zeigt vielmehr, dass selbst etablierte Kryptounternehmen noch stark zyklischen Geschäftsmodellen unterliegen.
Schwach erzeugte Wallet-Schlüssel ermöglichen den Diebstahl von rund 594 Bitcoin
Am Freitagmorgen wurde ein außergewöhnlich großer Diebstahl aus älteren Bitcoin-Wallets bekannt.
Innerhalb von weniger als 30 Minuten wurden rund 594 Bitcoin im Wert von ungefähr 38 Mio. USD aus etwa 500 verschiedenen Adressen abgezogen.
Erste Analysen deuten darauf hin, dass bestimmte Versionen der Coldcard-Mk3-Hardware-Wallet bei der Erzeugung neuer Wallet-Schlüssel nicht genügend Zufall verwendet haben könnten. Dadurch wären eigentlich kaum erratbare private Schlüssel mathematisch vorhersehbarer geworden.
Der Hersteller Coinkite warnte vorsorglich Nutzer, deren Seed-Phrase mit bestimmten Firmware-Versionen des Mk3-Geräts erzeugt wurde. Neuere Modelle scheinen nach dem bisherigen Stand nicht betroffen zu sein.
Der genaue Zusammenhang zwischen der vermuteten Schwachstelle und allen beobachteten Transaktionen wird noch untersucht. Eine endgültige technische Analyse steht aus.
Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen dem Bitcoin-Netzwerk und einem einzelnen Wallet-Produkt. Die Bitcoin-Blockchain selbst wurde nicht angegriffen. Betroffen war offenbar die Erzeugung oder Verwaltung der privaten Schlüssel auf bestimmten Geräten.
Ein privater Schlüssel ist die technische Zugangsberechtigung zu den Bitcoin einer Adresse. Kann ein Angreifer ihn berechnen oder erlangen, kann er die Vermögenswerte unwiderruflich übertragen.
Der Vorfall erinnert daran, dass Selbstverwahrung nicht automatisch risikolos ist. Die Sicherheit hängt nicht nur von der Blockchain, sondern ebenso von Hardware, Software, Herstellungsprozessen, Sicherung der Seed-Phrase und der praktischen Anwendung ab.
Gerade bei größeren Vermögen können Mehrfachsignaturen, die Verteilung auf mehrere Wallets und die Nutzung institutioneller Verwahrstrukturen das Risiko einzelner technischer Fehler reduzieren.
Südkorea will die Besteuerung von Kryptogewinnen 2027 beginnen
Südkorea plant nach derzeitiger Rechtslage, Kryptogewinne ab dem 1. Januar 2027 zu besteuern.
Jährliche Gewinne von mehr als 2,5 Mio. Won, umgerechnet ungefähr 1.700 bis 1.800 US-Dollar, sollen mit insgesamt 22 % belastet werden. Darin enthalten sind die nationale Einkommensteuer und eine lokale Steuer.
Die Einführung war bereits mehrfach verschoben worden. Die Regierung signalisiert nun, dass es keine weitere Verzögerung geben soll.
Politisch ist die Regelung jedoch weiterhin umstritten. Oppositionspolitiker und Branchenvertreter kritisieren insbesondere den niedrigen Freibetrag und die fehlende Möglichkeit, Verluste unbegrenzt in Folgejahre vorzutragen.
Auch die Ermittlung der Anschaffungskosten stellt eine Herausforderung dar. Viele Anleger haben ihre Token über mehrere Börsen oder Wallets bewegt und verfügen nicht über eine lückenlose Dokumentation sämtlicher Transaktionen.
Die Entwicklung ist auch für andere Staaten relevant. Steuerbehörden weltweit versuchen, Kryptoeinkünfte stärker in bestehende Meldesysteme einzubeziehen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass zu komplexe oder unausgewogene Regeln Anleger auf ausländische Plattformen verdrängen.
Südkorea gehört zu den aktivsten Kryptomärkten der Welt. Die Umsetzung der Besteuerung dürfte deshalb genau beobachtet werden und könnte als Vorbild oder Warnung für andere Länder dienen.
Unsere Sicht
Der Kryptomarkt zeigte in dieser Woche erneut eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit, ohne jedoch ein überzeugendes neues Aufwärtssignal zu liefern.
Bitcoin notiert am Freitagmorgen ungefähr auf dem Niveau des vergangenen Wochenendes. Innerhalb der Woche schwankte der Kurs zwischen rund 62.700 und 65.700 US-Dollar. Die Bewegungen waren damit deutlich größer, als es die geringe Wochenveränderung erkennen lässt.
Positiv ist, dass die Unterstützungszone um 62.500 bis 63.000 US-Dollar erneut gehalten hat. Auch die hohen Bitcoin-ETF-Zuflüsse am Donnerstag zeigen, dass institutionelle Nachfrage grundsätzlich vorhanden bleibt.
Negativ ist, dass der Markt den Bereich oberhalb von 65.500 US-Dollar nicht verteidigen konnte. Der entscheidende Widerstand um 67.000 US-Dollar bleibt unangetastet.
Die Bodenbildung ist daher weiterhin möglich, aber nicht abgeschlossen.
Ethereum entwickelte sich etwas besser, konnte die Marke von 2.000 US-Dollar aber erneut nicht erreichen. Die ETF-Flows waren nahezu ausgeglichen. Von einer nachhaltigen institutionellen Umschichtung von Bitcoin zu Ethereum kann deshalb weiterhin nicht gesprochen werden.
Das makroökonomische Umfeld bleibt anspruchsvoll. Die amerikanische Wirtschaft wächst, verliert aber an Geschwindigkeit. Gleichzeitig ist die Inflation noch zu hoch, um der Notenbank eine klare Lockerung zu ermöglichen. Drei abweichende Stimmen zugunsten einer Zinserhöhung zeigen, wie ernst die Inflationsrisiken genommen werden.
In Europa fiel das Wachstum besser aus als erwartet. Die Region bleibt jedoch besonders anfällig für höhere Energiepreise. China verliert erneut an Dynamik, während Japan vorsichtig auf eine weitere geldpolitische Straffung zusteuert.
Die geopolitischen Risiken haben sich nicht verringert. Die Ukraine greift zunehmend russische Energie- und Logistikinfrastruktur an. Russland setzt seine Angriffe auf ukrainische Städte, Häfen und Industrieanlagen fort.
Zwischen den USA und dem Iran wechselten sich in dieser Woche diplomatische Hoffnungen und eine erneute militärische Eskalation innerhalb weniger Tage ab. Solange die Straße von Hormus und die Schifffahrtswege im Roten Meer bedroht bleiben, dürfte eine erhebliche Risikoprämie im Ölpreis enthalten bleiben.
Für Bitcoin ist dieses Umfeld ambivalent.
Einerseits stärkt die Unsicherheit über Staatsschulden, Inflation und geopolitische Konflikte langfristig das Argument für ein knappes, global übertragbares und nicht von einer einzelnen Regierung kontrolliertes Gut.
Andererseits führen höhere Ölpreise kurzfristig zu höheren Inflationserwartungen, steigenden Anleiherenditen und einer geringeren Risikobereitschaft. In solchen Phasen wird Bitcoin weiterhin häufig gemeinsam mit Technologieaktien und anderen Risikoanlagen verkauft.
Fundamental schreitet die Integration digitaler Vermögenswerte in das Finanzsystem weiter voran. Das BIS-Projekt mit tokenisierten Bankeinlagen zeigt, wie schnell Elemente der Blockchain-Technologie in die klassische Finanzinfrastruktur übernommen werden.
Gleichzeitig erinnern die Verluste von Coinbase und der mutmaßliche Fehler bei Hardware-Wallets daran, dass die wirtschaftlichen und technischen Risiken erheblich bleiben.
Aus unserer Sicht sollten für eine bestätigte Verbesserung des Marktbildes mehrere Voraussetzungen erfüllt sein:
Bitcoin müsste den Bereich zwischen 66.000 und 67.000 US-Dollar nachhaltig überwinden. Ethereum müsste sich oberhalb von 2.000 US-Dollar etablieren. Die ETF-Flows müssten über mehrere Wochen und nicht nur an einzelnen Handelstagen positiv bleiben. Schließlich dürfte sich das geopolitische und geldpolitische Umfeld nicht weiter verschlechtern.
Bis dahin bleibt ein ausgewogener Blick angemessen. Die langfristige Institutionalisierung setzt sich fort. Kurzfristig befindet sich der Markt jedoch weiterhin in einer volatilen Seitwärts- und Bodenbildungsphase.
Podcast mit der „WirtschaftsWoche“
Wir folgten einer Einladung, und in der neuen Folge des WirtschaftsWoche Podcasts „Bitcoin & Beyond“ spricht Host Philipp Frohn mit Markus van de Weyer, Gründer und Geschäftsführer von alpha beta asset management, über die Frage, ob der „Clarity Act“ den Kryptomarkt aus dem Winterschlaf holen könnte.
Im Fokus der Folge:
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- was hinter der neuen Krypto-Gesetzesinitiative in den USA steckt und warum sie als möglicher Katalysator gilt,
- ob ein regulatorischer Fortschritt tatsächlich für eine Trendwende beim Bitcoin ausreicht,
- aktuelle Entwicklungen rund um Ether.
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Den aktuellen Podcast finden Sie hier.
Schönen Gruß aus Frankfurt – und ein entspanntes Wochenende! ☀️
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Markus van de Weyer
Gründer und Geschäftsführer
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