Krypto-Wochenbericht | Marktanalyse vom 29.08.2026

KRYPTO – Meine Sicht (Autor: Markus van de Weyer, Gründer und Geschäftsführer alpha beta asset management gmbh)

Krypto Wochenanalyse: Bitcoin, Ethereum und Markttrends

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Executive Summary:

  • Bitcoin gab nach der Rede von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole einen Teil seiner Wochengewinne wieder ab und notiert am Samstagmorgen bei rund 77.700 US-Dollar. Die zwischenzeitliche Bewegung über 80.000 US-Dollar konnte nicht gehalten werden. 
  • Die ETF-Nachfrage war eines der stärksten Signale der Woche. Trotz Abflüssen von 168,5 Mio. US-Dollar bei Bitcoin am Freitag verblieb dort ein Wochenzufluss von rund 958 Mio. US-Dollar. Noch bemerkenswerter entwickelten sich Ethereum mit rund 816 Mio. US-Dollar und Solana mit knapp 148 Mio. US-Dollar Nettozuflüssen. Die institutionelle Nachfrage verbreitert sich damit sichtbar über Bitcoin hinaus. 
  • Ethereum notiert am Samstagmorgen bei rund 2.440 US-Dollar, Solana bei rund 104 US-Dollar. Bis zur Rede von Fed-Chef Kevin Warsh am Freitag war die Marktbreite deutlich konstruktiv; insbesondere Solana zeigte eine starke Wochenperformance. Die anschließende Risk-off-Bewegung wirkt bislang eher wie Gewinnmitnahmen und Positionsbereinigung nach einer starken Woche als wie ein fundamentaler Bruch des positiven Wochenbildes. 
  • Makroökonomisch war Jackson Hole der entscheidende Impuls. Warsh bekräftigte den Kampf gegen die weiterhin zu hohe Inflation und ließ eine Zinserhöhung im September ausdrücklich möglich erscheinen. Dollar und US-Renditen stiegen, Risikoanlagen gerieten am Freitag unter Druck. 
  • Die strukturellen Kryptonachrichten der Woche sind substanziell: 39 US-Bankenverbände bauen mit der BankChain Alliance eine eigene Blockchain-Infrastruktur; die SEC arbeitet an modernisierten Custody-Regeln; Revolut rollt einen Euro-Stablecoin aus; StarkWare demonstrierte eine experimentelle quantensichere Bitcoin-Transaktion; Visa und Nium testen Stablecoin-Settlement im Rahmen der singapurischen BLOOM-Initiative. 
  • Das Gesamtbild bleibt konstruktiv, aber nicht euphorisch: Institutionelle Nachfrage und reale Blockchain-Adoption nehmen zu, während hohe Zinsen und hartnäckige Inflation kurzfristig gegen einen ungebremsten Kursanstieg sprechen. 

Werfen wir in der Marktanalyse zuerst einen Blick auf die Zu- und Abflüsse dieser Handelswoche in den Bitcoin und Ethereum ETF:

Die ETF-Nachfrage war in dieser Woche eines der stärksten Signale des Kryptomarktes. Dabei fällt besonders auf, dass sich die institutionelle Nachfrage deutlich über Bitcoin hinaus verbreitert hat. 

Die amerikanischen Bitcoin-ETF verzeichneten von Montag bis Donnerstag vier positive Handelstage. Am Montag flossen 337,6 Mio. USD zu, am Dienstag 314,3 Mio. USD, am Mittwoch 232,2 Mio. USD und am Donnerstag 242,3 Mio. USD. Am Freitag drehte sich das Bild mit einem Nettoabfluss von 168,5 Mio. USD. Für die gesamte Woche verbleibt dennoch ein kräftiger Nettozufluss von 957,9 Mio. USD. 

Bei Ethereum war die Entwicklung noch bemerkenswerter. Den Produkten flossen am Montag 115,6 Mio. USD, am Dienstag 179,8 Mio. USD, am Mittwoch 192,4 Mio. USD, am Donnerstag 225,8 Mio. USD und am Freitag weitere 102,1 Mio. USD zu. Damit verzeichneten die Ethereum-ETF an allen fünf Handelstagen Zuflüsse und kommen auf eine Wochenbilanz von 815,7 Mio. USD. 

Gemessen an der deutlich kleineren Größe des Ethereum-ETF-Marktes ist diese Summe außergewöhnlich. Sie zeigt, dass institutionelle Anleger ihre Kryptoallokation zunehmend nicht mehr ausschließlich über Bitcoin aufbauen. Gleichzeitig ist auffällig, dass der Ether-Kurs die hohe Nachfrage bislang nur teilweise widerspiegelt. Offenbar steht den ETF-Käufen weiterhin ein erhebliches Verkaufsangebot aus anderen Marktsegmenten gegenüber. 

Auch bei Solana war die Woche ausgesprochen stark. Nach Zuflüssen von 33,5 Mio. USD am Montag, 32,2 Mio. USD am Dienstag und 3,6 Mio. USD am Mittwoch kamen am Donnerstag 60,9 Mio. USD und am Freitag weitere 17,3 Mio. USD hinzu. Für die Woche ergibt sich damit ein Nettozufluss von 147,5 Mio. USD. 

Gerade bei Solana ist diese Größenordnung relativ zur noch jungen und wesentlich kleineren ETF-Landschaft bemerkenswert. Zusammen mit der starken Kursentwicklung bis Freitag spricht dies dafür, dass die Risikobereitschaft innerhalb des Kryptomarktes breiter geworden ist. 

Die Entwicklung vom Freitag mahnt dennoch zur Differenzierung. Während Ethereum und Solana auch am letzten Handelstag positive Flows verzeichneten, wurden aus den Bitcoin-Produkten Mittel abgezogen. Zeitlich fiel dies mit der restriktiven Rede von Fed-Chef Kevin Warsh, steigenden US-Renditen, einem festeren Dollar und einer breiteren Risk-off-Bewegung zusammen. 

Insgesamt bleibt die Wochenbilanz klar positiv: rund 958 Mio. USD Zufluss bei Bitcoin, rund 816 Mio. USD bei Ethereum und knapp 148 Mio. USD bei Solana. Besonders die Altcoin-Flows sind aus unserer Sicht ein wichtiges Signal. Institutionelle Nachfrage verbreitert sich sichtbar – ein Muster, das in den kommenden Wochen bestätigt werden müsste, um von einer nachhaltigen Veränderung der Marktstruktur zu sprechen. 

Wie bewegte sich der Kryptomarkt in den letzten Handelstagen?

Bitcoin startete am vergangenen Samstag bei rund 78.300 US-Dollar in die Berichtswoche. Im Verlauf der Woche verbesserte sich das Bild zunächst deutlich. Der Kurs überschritt zeitweise die Marke von 80.000 US-Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit mehreren Monaten. Unterstützt wurde die Bewegung durch hohe ETF-Zuflüsse, einen zeitweise schwächeren US-Dollar und die wieder intensiver geführte Debatte über die langfristige Tragfähigkeit der amerikanischen Staatsverschuldung. 

Der entscheidende Gegenimpuls kam am Freitag aus Jackson Hole. Fed-Chef Kevin Warsh machte deutlich, dass die Notenbank den Kampf gegen die Inflation nicht als abgeschlossen betrachtet. Ohne überzeugende Fortschritte in Richtung des Zwei-Prozent-Ziels müsse die Geldpolitik restriktiv bleiben; eine weitere Zinserhöhung ist damit nicht vom Tisch. Die Renditen amerikanischer Staatsanleihen und der Dollar stiegen, während Aktien und Bitcoin nachgaben. 

Bitcoin verlor am Freitag mehr als zwei Prozent und notiert am Samstagmorgen bei rund 77.700 US-Dollar. Damit ist der zwischenzeitliche Ausbruch über 80.000 US-Dollar zunächst gescheitert. Gegenüber dem vergangenen Samstag ergibt sich nur eine geringe Veränderung. Die Woche war damit wesentlich bewegter, als die reine Wochenperformance vermuten lässt. 

Technisch bleibt der Bereich zwischen 80.000 und 81.000 US-Dollar die erste entscheidende Hürde. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde das mittelfristige Bild deutlich verbessern. Auf der Unterseite liegt die erste wichtige Unterstützung nun wieder im Bereich von 76.000 bis 77.000 US-Dollar. Darunter würde die Zone zwischen 73.000 und 75.000 US-Dollar erneut relevant. 

Bemerkenswert ist das Verhältnis zwischen ETF-Flows und Kursentwicklung. Trotz eines bestätigten Nettozuflusses von fast einer Milliarde US-Dollar in die Bitcoin-ETF konnte der Kurs auf Wochensicht kaum zulegen. Die neue Nachfrage trifft weiterhin auf ein erhebliches Verkaufsangebot aus anderen Marktsegmenten. 

Ethereum entwickelte sich im Wochenvergleich schwächer. Am vergangenen Samstag lag Ether bei rund 2.515 US-Dollar, am Samstagmorgen notiert der Kurs bei etwa 2.440 US-Dollar. Das entspricht einem Rückgang von knapp drei Prozent. Dies ist insofern auffällig, als die Ethereum-ETF bis Donnerstag sehr hohe Zuflüsse verzeichneten. Der Markt zeigt damit erneut, dass selbst starke institutionelle Nachfrage nicht automatisch in kurzfristig steigende Kurse übersetzt wird. 

Solana bleibt der auffälligste große Altcoin der Woche. Der Kurs stieg von rund 93,70 US-Dollar am vergangenen Samstag auf aktuell etwa 104 US-Dollar. Trotz einer Korrektur von mehr als zwei Prozent in den vergangenen 24 Stunden ergibt sich damit ein Wochengewinn von rund elf Prozent. Die Bewegung wurde von einer deutlich stärkeren Nachfrage nach Solana-ETF begleitet. 

Insgesamt war die Marktbreite bis Freitag deutlich konstruktiver als in vielen früheren Erholungsphasen. Besonders Solana zeigte relative Stärke, während gleichzeitig erhebliche Mittel in Ethereum- und Solana-ETF flossen. Erst die restriktive Rede von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole schickte die Märkte in eine breitere Risk-off-Bewegung. Nach der starken Entwicklung der vorangegangenen Tage wirkt die Reaktion bislang eher wie eine Kombination aus Gewinnmitnahmen und kurzfristiger Positionsbereinigung als wie der Beginn einer fundamentalen Trendwende. Entscheidend wird sein, ob die zuvor aufgebauten Kursgewinne und insbesondere die neue relative Stärke verschiedener Altcoins in der kommenden Woche verteidigt werden können. 

Der Blick auf die Makrodaten, Politik und Unternehmen 

USA: robuste Wirtschaft, aber hartnäckige Inflation 

Die US-Wirtschaft sendet weiter gemischte Signale. Das Wachstum bleibt grundsätzlich robust, Unternehmensgewinne und Investitionen – insbesondere rund um künstliche Intelligenz – entwickeln sich stark. Gleichzeitig lag der PCE-Preisindex im Juli 3,7 Prozent über dem Vorjahr, die Kernrate bei 3,3 Prozent. Damit bleibt die Inflation klar oberhalb des Fed-Ziels. Vor der Rede von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole ist deshalb offen, ob die Notenbank die zuletzt wieder gestiegenen Zinserwartungen dämpft oder bestätigt. 

Treasury, Dollar und Debasement-Debatte 

Das US-Finanzministerium hat die Rückkäufe länger laufender Staatsanleihen ausgeweitet. Die Maßnahme soll Marktliquidität verbessern und den Druck auf das lange Ende der Zinskurve begrenzen. Gleichzeitig hat sie eine Debatte ausgelöst, ob die Regierung zunehmend versucht, Marktpreise von Staatsanleihen aktiv zu beeinflussen. Für Bitcoin ist diese Debatte relevant, weil sie die Sorge vor einer schleichenden Entwertung staatlicher Währungen und einer zunehmenden Monetarisierung hoher Schulden verstärkt. 

Europa: vorsichtige Stabilisierung, EZB bleibt restriktiv 

In Europa verbessert sich das Stimmungsbild etwas. Der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im August stärker als erwartet. Gleichzeitig zeigen die Protokolle der EZB, dass viele Ratsmitglieder eine weitere Zinserhöhung weiterhin für wahrscheinlich halten. Die europäische Wirtschaft ist damit in einer schwierigen Lage: erste konjunkturelle Stabilisierung trifft auf weiterhin zu hohe Inflation und hohe Energiepreisrisiken. 

Asien: KI-Investitionen stützen, China bleibt zweigeteilt 

In Asien bleibt das Bild uneinheitlich. Chinas Hochtechnologie- und Exportsektor profitiert stark vom weltweiten KI-Investitionszyklus. Gleichzeitig bleiben Immobilienmarkt und Binnenkonsum strukturell schwach. Japan kämpft weiter mit einem schwachen Yen und importiertem Inflationsdruck. Die Region profitiert von der globalen Nachfrage nach Chips und Rechenzentrumsinfrastruktur, bleibt aber anfällig für Handelskonflikte und Energiepreise. 

USA und Iran: wirtschaftlicher Druck statt schneller militärischer Entscheidung 

Der Konflikt zwischen den USA und Iran bleibt ein zentraler geopolitischer Faktor. Washington weitete die Sanktionen aus, verzichtete bislang aber auf die härtesten verfügbaren Optionen. Parallel wird über eine Entspannung beim Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus verhandelt. Der Ölpreis reagierte mit Rückgängen. Das Risiko bleibt jedoch hoch: Der Konflikt hat sich zunehmend zu einer wirtschaftlichen und energiepolitischen Auseinandersetzung entwickelt, die auch 2027 fortbestehen könnte. 

Ukraine und Russland: Angriffe auf wirtschaftliche Infrastruktur eskalieren 

Die Ukraine setzt ihre Angriffe auf russische Raffinerien, Pipelines, Logistik- und andere wirtschaftliche Ziele fort. Russland verlangt im Gegenzug, dass jede Vereinbarung über sichere Schifffahrt im Schwarzen Meer auch ukrainische Angriffe auf russische Energieinfrastruktur einschließt. Gleichzeitig verschärfte Moskau seine Drohungen gegenüber Großbritannien wegen des Einsatzes britischer Storm-Shadow-Raketen durch die Ukraine. Das erhöht das Risiko einer weiteren Internationalisierung des Konflikts. 

Nvidia bestätigt den KI-Investitionszyklus 

Nvidia legte erneut sehr starke Quartalszahlen vor. Die Rechenzentrumsumsätze haben sich mehr als verdoppelt, und das Unternehmen erwartet für 2027 weiteres starkes Wachstum. Auch Salesforce und andere Softwareunternehmen berichteten positiv. Der KI-Investitionszyklus bleibt damit einer der stärksten Wachstumstreiber der Weltwirtschaft und stützt Technologieaktien sowie die Nachfrage nach Halbleitern, Stromversorgung und Rechenzentren.

Welche Projekte und Nachrichten stehen gerade im Fokus?

Trotz der großen Marktbewegungen in den letzten Wochen und Monaten, die durch die Geopolitik als auch die Zollverhandlungen ausgelöst wurden, gibt es in jeder Woche zusehends mehr Nachrichten mit großer Tragweite für den Kryptomarkt. Die Adaption der Technologie schreitet weiter voran, regulatorisch mehr und mehr unterstützt, da das Potential auch politisch weiter in den Fokus rückt. „Krypto ist gekommen, um zu bleiben“, und wird Tag für Tag sichtbarer in unserer Welt.

Die vergangenen sieben Tage haben erneut gezeigt, dass sich der Kryptomarkt zunehmend verändert. Während in den vergangenen Jahren häufig neue Blockchain-Projekte oder spektakuläre Kursbewegungen die Schlagzeilen bestimmten, stehen inzwischen andere Themen im Vordergrund: Regulierung, institutionelle Infrastruktur und die Integration digitaler Vermögenswerte in das bestehende Finanzsystem.

Diese Entwicklung verläuft oftmals weitgehend unbemerkt. Gerade deshalb halten wir sie für besonders interessant.

Ob Regierungen Kryptowährungen rechtlich neu einordnen, zentrale Finanzmarktinfrastrukturen mit der Tokenisierung beginnen oder Stablecoins erstmals in regulierte Finanzprozesse integriert werden – all diese Entwicklungen schaffen die Grundlagen dafür, dass digitale Vermögenswerte langfristig einen festen Platz innerhalb der globalen Finanzmärkte einnehmen können.

Die wichtigsten Nachrichten der vergangenen Woche verdeutlichen diesen Wandel eindrucksvoll.

39 US-Bankenverbände bauen mit der BankChain Alliance eine eigene Blockchain-Infrastruktur 

Am 25. August haben 39 staatliche Bankenverbände in den USA die BankChain Alliance gegründet. Geplant ist ein von der Bankenbranche selbst entwickeltes und kontrolliertes Blockchain-Netzwerk, das insbesondere kleineren und mittelgroßen Instituten den Zugang zu tokenisierten Einlagen, Stablecoin-Zahlungen, Smart Payments und automatisierter Abwicklung ermöglichen soll. Der Start ist für 2027 vorgesehen; ein Technologiepartner wird noch ausgewählt. Die Bedeutung liegt weniger in einem einzelnen neuen Produkt als in der strategischen Richtungsentscheidung: Teile des klassischen US-Bankensystems wollen Blockchain-Infrastruktur nicht mehr nur von außen nutzen, sondern selbst besitzen und steuern. Weitere Details finden Sie hier.

Die SEC arbeitet an neuen Verwahrregeln für Kryptoassets 

Die amerikanische Börsenaufsicht arbeitet an einer Modernisierung der Custody-Regeln für Investment Adviser und Fonds. Der regulatorische Prozess sieht ausdrücklich vor, die Verwahrung von Kryptoassets in den bestehenden Regeln des Investment Advisers Act und des Investment Company Act klarer abzubilden. Für institutionelle Anleger ist dies ein zentraler Punkt: Die Frage, welche Verwahrer zulässig sind und welche organisatorischen und rechtlichen Anforderungen gelten, entscheidet darüber, wie einfach Banken, Vermögensverwalter und Fonds digitale Vermögenswerte für Kunden halten können. Noch handelt es sich nicht um eine endgültige Regel. 

Revolut beginnt mit dem Rollout eines Euro-Stablecoins 

Revolut hat in dieser Woche mit dem tatsächlichen Rollout seines Euro-Stablecoins EURR begonnen. Zunächst wird der Token ausgewählten Kunden in Dänemark, Polen und Portugal angeboten; eine breitere Einführung im Europäischen Wirtschaftsraum ist vorgesehen. Der Stablecoin ist eins zu eins an den Euro gekoppelt und soll auf mehreren Blockchains nutzbar sein. Die Nachricht ist deshalb relevant, weil Stablecoins in Europa bislang stark vom US-Dollar dominiert werden. Ein Euro-Stablecoin innerhalb einer großen Endkundenplattform könnte die Nutzung digitaler Euro-Liquidität für Zahlungen, Handel und Blockchain-Anwendungen verbreitern. 

Erste experimentelle quantensichere Bitcoin-Transaktion im Mainnet 

StarkWare hat am 26. August eine experimentelle Bitcoin-Transaktion im Mainnet bestätigt, die gegen einen zukünftigen Angreifer mit leistungsfähigem Quantencomputer geschützt sein soll. Das Verfahren konnte innerhalb der bestehenden Bitcoin-Regeln umgesetzt werden und erforderte keine Änderung des Konsensmechanismus. Die Meldung sollte allerdings nicht missverstanden werden: Bitcoin ist dadurch nicht insgesamt quantensicher. Das Experiment zeigt vielmehr, dass einzelne Guthaben bereits mit heutigen Script-Möglichkeiten anders abgesichert werden können. Für einen umfassenden langfristigen Schutz wären weiterhin Änderungen auf Protokollebene sinnvoll. 

Visa und Nium testen Stablecoin-Abwicklung außerhalb klassischer Bankzeiten 

Visa und der Zahlungsdienstleister Nium testen im Rahmen der BLOOM-Initiative der Monetary Authority of Singapore die Abwicklung von Zahlungen mit Dollar- und Euro-Stablecoins. Besonders interessant ist die Möglichkeit einer Abwicklung an sieben Tagen pro Woche, also auch an Wochenenden und Feiertagen, wenn klassische Bank- und Korrespondenzsysteme nur eingeschränkt arbeiten. Der Test ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Stablecoins zunehmend als technische Abwicklungsinfrastruktur und nicht nur als Kryptohandelsinstrument betrachtet werden. 

Unsere Sicht

Die Woche zeigt ein konstruktives Bild mit deutlich breiterer institutioneller Nachfrage. Neben dem Wochenzufluss von rund 958 Mio. USD bei Bitcoin flossen rund 816 Mio. USD in Ethereum- und knapp 148 Mio. USD in Solana-Produkte. Gerade relativ zur kleineren Produktbasis sind die Altcoin-Flows bemerkenswert und passen zur starken Marktbreite, die sich bis Freitag insbesondere bei Solana zeigte. 

Der Gegenimpuls kam am Freitag aus Jackson Hole. Die restriktive Rede von Fed-Chef Kevin Warsh ließ Renditen und Dollar steigen und löste eine breitere Risk-off-Bewegung aus. Nach der starken Woche wirkt die Korrektur bislang jedoch eher wie Gewinnmitnahmen und eine kurzfristige Positionsbereinigung als wie ein fundamentaler Bruch des positiven Bildes. 

Für die kommenden Wochen wird entscheidend sein, ob Bitcoin den Bereich um 76.000 bis 77.000 US-Dollar verteidigt und anschließend 80.000 bis 81.000 US-Dollar nachhaltig überwindet. Ebenso wichtig ist, ob die ungewöhnlich starken Zuflüsse in Ethereum und Solana anhalten. Bestätigt sich diese Verbreiterung der institutionellen Nachfrage, wäre dies strukturell wichtiger als die kurzfristigen Gewinnmitnahmen vom Freitag. 

Podcast mit dem „Handelsblatt“

Wir folgten einer Einladung, in der aktuellen Folge des Handelsblatt Today Podcasts spricht Host Anis Mičijević mit Markus van de Weyer, Gründer und Geschäftsführer von alpha beta asset management, über die jüngste Erholung am Kryptomarkt – und die Frage, ob der Bitcoin-Bärenmarkt nun vor dem Ende steht.

Während der Zollstreit zwischen den USA und Kanada eskaliert, sendet der Kryptomarkt neue Erholungssignale: Der Bitcoin war innerhalb einer Woche um rund 24 % gestiegen und sprang zeitweise über die Marke von 80.000 US-Dollar – den höchsten Stand seit Mai. Doch die Erinnerung an die damalige Zwischenrally mahnt zur Vorsicht: Auf sie folgte ein erneuter Rückgang auf unter 60.000 US-Dollar. Markus van de Weyer ordnet die aktuelle Bewegung ein und erklärt, auf welche Kursmarken es jetzt ankommt.

Im Fokus der Folge:

  • Bedeutung des jüngsten Kursanstiegs um rund 24 %
  • Frage, ob der Bitcoin-Bärenmarkt tatsächlich vor dem Ende steht
  • Lehren aus der vorherigen Zwischenrally und dem anschließenden Rückgang
  • Kursmarken, die Anlegerinnen und Anleger jetzt im Blick behalten sollten

Einordnung: Ist der Bitcoin-Bärenmarkt vor dem Ende?

Was Anlegerinnen und Anleger jetzt beachten sollten

  • Rally nicht überbewerten: Ein kurzfristiger Kurssprung ist noch keine Bestätigung für einen neuen Bullenmarkt.
  • Kursmarken beobachten: Für die weitere Entwicklung ist entscheidend, ob sich die jüngsten Gewinne stabilisieren.
  • Risikomanagement beibehalten: Trotz der Erholung bleibt Bitcoin eine volatile Anlageklasse, die eine klar definierte Allokation erfordert.

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Schönen Gruß aus Frankfurt – und ein entspanntes Wochenende! ☀️

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