Krypto-Wochenbericht | Marktanalyse vom 28.02.2026
Krypto Wochenanalyse: Bitcoin, Ethereum und Markttrends
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Werfen wir in der Marktanalyse zuerst einen Blick auf die Zu- und Abflüsse dieser (durch einen Feiertag verkürzten) Handelswoche in den Bitcoin und Ethereum ETF:
Die Bitcoin ETF erlebten in dieser Woche erstmals wieder einen freundlichen Handel, mit Kaufinteresse auf den erreichten Preisniveaus. Die Zuflüsse dominierten, bei insgesamt ordentlichen Volumina. In Summe flossen insgesamt 820 Mio. USD in die ETF, nach 316 Mio. USD Abfluss in der Vorwoche.
Ein ähnliches Muster sehen wir bei den Ethereum ETF, aber wie in den Vorwochen mit eher verhaltenen Ausschlägen. In der Summe ergibt sich ein Zufluss von 123 Mio. USD, nach einem Abfluss von 123 Mio. USD in der Vorwoche.
Die neuen Solana ETF verbuchten eine abermals gute Woche, und mussten keinen einzigen Tag mit Abflüssen verzeichnen. In Summe ergibt sich ein Zufluss von circa 44 Mio USD. Die Zuflüsse seit dem Handelsstart summieren sich mittlerweile auf mehr als 930 Mio. USD – die sich mit gewisser Wahrscheinlichkeit zum Teil auch aus Verkäufen aus Bitcoin oder Ethereum ETF speisen.
Wie bewegte sich der Kryptomarkt in den letzten Handelstagen?
Zwischenrally zur Wochenmitte – Ernüchterung nach Iran-Gesprächen, aber Stabilisierung am Freitag
Die Handelswoche war bei den großen Kryptowerten geprägt von einem Wechselbad aus Hoffnung und Risikoaversion. Nach einem eher defensiven Wochenstart setzte zur Wochenmitte eine spürbare Erholung ein, die sich jedoch nicht als nachhaltiger Trend etablieren konnte. Spätestens nach der Ergebnislosigkeit der Gespräche zwischen den USA und dem Iran drehte das Sentiment erneut – der Markt fiel zurück, testete wichtige Unterstützungszonen und blieb bis in den Freitag hinein anfällig für weitere Schwankungen. Dennoch lässt sich festhalten: Trotz hoher Nervosität gelang es den Leitwerten zum Wochenschluss, sich von den Tiefständen wieder zu lösen.
Am Samstagmorgen um 7:29 Uhr gab Israel bekannt, einen Präventivschlag gegen den Iran gestartet zu haben. In Teheran waren mehrere Explosionen zu hören. Der Militärschlag sei mit den USA abgestimmt, für eine Beteiligung der USA fehlt eine offizielle Bestätigung. In Israel wurde Luftalarm ausgelöst, und der Luftraum für den zivilen Luftverkehr geschlossen.
Bitcoin: Erholung zur Wochenmitte, Rücksetzer danach – aber kein Bruch der Struktur
Bei Bitcoin war zur Wochenmitte ein deutlicher Stimmungsumschwung zu beobachten. Nach dem schwächeren Wochenstart konnte BTC in der zweiten Wochenhälfte bis in den Bereich um knapp 70.000 USD anziehen. Am 25. Februar wurde intraday ein Hoch im Bereich um 69.5k–69.9k USD erreicht.
Der Impuls hielt jedoch nicht. Die Nachrichtenlage zum Iran verschob die Risikowahrnehmung erneut. Reuters berichtet, dass Ölpreise am Freitag deutlich anzogen, weil die Gespräche verlängert wurden und die Sorge vor einer Eskalation stieg. In diesem Umfeld wurden Risikoassets breit vorsichtiger gehandelt – und das spiegelte sich auch im Kryptomarkt wider.
Bitcoin gab daraufhin wieder nach und testete in der zweiten Wochenhälfte die unteren Bereiche der jüngsten Handelsspanne. Die Zone um 63–65k USD wurde in den letzten Tagen mehrfach angelaufen, ohne dass daraus ein beschleunigter Abverkauf wurde. Entscheidend ist dabei: Der Markt hat zwar die Tiefs aus dem späten November wieder ins Blickfeld gerückt, aber er hat die Unterstützungszonen bislang nicht nachhaltig gebrochen.
Zum Wochenschluss gelang dann erneut eine Stabilisierung. Der Schlusskurs am 26. Februar lag laut CoinLore bei rund 66k USD, also deutlich oberhalb der Wochen-Tiefs. Damit bleibt das übergeordnete Bild eine Konsolidierung mit erhöhter Volatilität, nicht ein klarer Trendbruch.
Ethereum: Mitgezogen, aber weniger explosiv – konsolidiert in neuer Spanne
Ethereum folgte dem Bitcoin-Muster, allerdings mit geringerer Amplitude. Nach dem Erholungsimpuls zur Wochenmitte kletterte ETH in Richtung ~2.1k USD (intraday highs um 2.119 USD am 25. Februar), bevor die Risikoaversion wieder zunahm.
Auch hier zeigt sich: Die Rücksetzer waren spürbar, aber bislang geordnet. ETH fiel zeitweise unter 2.0k, stabilisierte sich zum Wochenschluss aber wieder im Bereich um ~2.03k USD (Close 26. Februar). Die Bewegung bestätigt die hohe Korrelation der beiden Leitwerte in geopolitisch getriebenen Wochen: Wenn das Risikosentiment kippt, wird Ethereum als Teil des Gesamt-Risk-Universums mitverkauft – ohne dass dies zwangsläufig etwas über den fundamentalen Zustand des Netzwerks aussagt.
Die Metaebene: Warum der Markt so stark schwankte
Wichtig für die Einordnung ist, dass diese Woche weniger von krypto-internen Nachrichten dominiert wurde, sondern von einer Bündelung externer Risikofaktoren: geopolitische Spannungen (Iran), Unsicherheit über politische Entscheidungen in Washington und das allgemeine Bedürfnis, Risiko zu reduzieren, wenn sich Schlagzeilen verdichten.
Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran waren dabei ein zentraler Sentiment-Treiber. Berichte aus mehreren Quellen zeigen: Es gab Fortschritte in Teilfragen, aber keine Einigung in Kernpunkten – damit blieb die Risikoprämie im Markt bestehen. Sobald geopolitische Risiken wieder als „offen“ wahrgenommen werden, reagieren Risikoassets typischerweise am stärksten – und Kryptowährungen gehören in solchen Phasen weiterhin zu den sensibelsten Märkten.
Fazit: Volatilität hoch, aber Struktur hält
Unterm Strich war es eine Woche mit deutlichen Schwankungen, aber ohne strukturellen Bruch. Der kräftige Zwischenaufschwung zur Wochenmitte zeigte, dass Käufer weiterhin bereit sind, in Erholungen hineinzugehen. Die Ernüchterung nach den Iran-Gesprächen zeigte ebenso klar, dass das Umfeld weiterhin fragil ist und Nachrichten kurzfristig dominieren können.
Positiv ist, dass sowohl Bitcoin als auch Ethereum zum Wochenschluss wieder Abstand zu den Tiefs gewinnen konnten. Die Konsolidierung bleibt damit intakt – nur mit der Erkenntnis, dass der Markt derzeit stärker als sonst auf geopolitische Schlagzeilen reagiert.
Der Blick auf die Makrodaten, Politik und Unternehmen
Geopolitik, Zollpolitik und Geldpolitik – Washington bestimmt weiter den Takt
Die abgelaufene Woche war makroökonomisch weniger von überraschenden Wachstumszahlen geprägt als von politischen und geopolitischen Entwicklungen, die unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Finanzmärkte hatten. Besonders die USA standen erneut im Zentrum – nicht nur wegen neuer Konjunkturdaten, sondern vor allem wegen der außenpolitischen Lage und der weiterhin offenen handelspolitischen Fragen nach dem jüngsten Supreme-Court-Urteil.
Gespräche zwischen den USA und dem Iran – Diplomatie unter militärischer Kulisse
Am Donnerstag fanden Gespräche zwischen Vertretern der Vereinigten Staaten und des Iran statt. Diese Gespräche sind eingebettet in eine Phase deutlich erhöhter militärischer Präsenz der USA in der Region. Neben mehreren Kriegsschiffen wurden in den vergangenen Wochen auch zusätzliche Luftstreitkräfte in strategisch sensiblen Zonen stationiert.
Diese Doppelstrategie – militärische Abschreckung bei gleichzeitiger diplomatischer Gesprächsbereitschaft – signalisiert, dass Washington einerseits Eskalation verhindern möchte, andererseits aber keine Schwäche zeigen will. Für die Märkte bedeutet diese Konstellation eine permanente Unsicherheitsprämie, insbesondere im Energiesektor. Ölpreise reagieren empfindlich auf jede Veränderung der Lage, was wiederum Auswirkungen auf Inflationserwartungen und geldpolitische Einschätzungen haben kann.
Die Gespräche selbst brachten bislang keinen konkreten Durchbruch, doch allein die Fortsetzung des Dialogs verhindert kurzfristig eine weitere Eskalationsspirale. Für Investoren bleibt die Region jedoch ein latenter Risikofaktor, der jederzeit wieder in den Vordergrund rücken kann. Am Freitagnachmittag haben unter anderem China und UK ihre Bürger aufgefordert, den Iran kurzfristig zu verlassen.
Ukraine und Russland – Gespräche ohne sichtbaren Durchbruch
Parallel dazu laufen weiterhin Gespräche im Zusammenhang mit dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Auch wenn es immer wieder Signale über mögliche Annäherungen gibt, sind konkrete Ergebnisse bislang nicht erkennbar.
Für Europa bleibt der Konflikt ein struktureller Belastungsfaktor – sowohl politisch als auch wirtschaftlich. Energieabhängigkeiten, Verteidigungsausgaben und Unsicherheit über die langfristige Stabilität Osteuropas wirken weiterhin als Bremsklotz für Investitionen und Wachstum.
Die Märkte haben sich an diese Unsicherheit gewöhnt, doch jede Andeutung eines echten diplomatischen Fortschritts könnte erheblichen Einfluss auf Risikoassets haben. Derzeit dominiert jedoch die Einschätzung, dass die Gespräche eher taktischer Natur sind und keine unmittelbare Lösung erwarten lassen.
Supreme-Court-Urteil zu Trumps Zöllen – politische Autorität unter Druck
Das wohl bedeutendste politische Ereignis bleibt die Entscheidung des Supreme Court aus der vergangenen Woche, Präsident Trump das Recht zu verweigern, umfassende Zölle ohne Zustimmung des Kongresses zu verhängen.
Das Urteil wirkt weit über den juristischen Kontext hinaus. Es begrenzt nicht nur die exekutive Macht in Handelsfragen, sondern zwingt die US-Administration, ihre handelspolitische Strategie neu zu kalibrieren. Die unmittelbare Folge ist eine Phase erhöhter Unsicherheit:
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Werden neue Zölle nun über andere gesetzliche Instrumente angestrebt?
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Kommt es zu Verhandlungen mit dem Kongress?
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Oder wird die aggressive Zollrhetorik politisch zurückgefahren?
Für Unternehmen und Investoren ist vor allem die Planbarkeit entscheidend. Die Unsicherheit über künftige Importkosten, Lieferketten und bilaterale Handelsbeziehungen bleibt bestehen, auch wenn das Urteil kurzfristig als Dämpfer für eskalierende Handelskonflikte interpretiert wurde.
Gleichzeitig ist das Urteil innenpolitisch brisant. Es schwächt die unmittelbare Handlungsfähigkeit des Präsidenten in einem zentralen wirtschaftspolitischen Feld und verschiebt Macht zurück zum Kongress. Diese institutionelle Spannung wirkt sich indirekt auf die Risikowahrnehmung an den Märkten aus.
US-Konjunkturdaten – Stabilität ohne neue Dynamik
Abseits der politischen Bühne lieferten die in dieser Woche veröffentlichten US-Daten ein Bild solider, aber nicht dynamischer Entwicklung.
Die jüngsten Inflationszahlen verharren auf einem zu hohen Niveau, um Entspannung bei der Bekämpfung der Inflation signalisieren zu können. Gleichzeitig bleibt der Arbeitsmarkt robust. Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe verharren auf historisch niedrigen Niveaus, und auch wenn sich das Beschäftigungswachstum verlangsamt hat, gibt es keine Anzeichen für eine abrupte Eintrübung.
Für die Geldpolitik bedeutet das weiterhin ein Umfeld, das Geduld erlaubt, aber keine drastischen Schritte erzwingt. Die Märkte rechnen mit einem vorsichtigen Kurs der Fed, wobei Zinssenkungen zwar möglich, aber keineswegs garantiert sind. Politische Entwicklungen – insbesondere in Bezug auf den künftigen Fed-Vorsitz – bleiben dabei ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor.
Europa – strukturelle Schwäche und institutionelle Unsicherheit
In Europa bleibt das makroökonomische Bild verhalten. Die Wachstumsraten sind moderat, die Investitionstätigkeit bleibt gedämpft, und politische Unsicherheiten – von Frankreich bis Osteuropa – wirken bremsend.
Hinzu kommt die Spekulation um die Zukunft der Europäischen Zentralbank. Äußerungen von Christine Lagarde, die Raum für Interpretationen über ihre verbleibende Amtszeit lassen, haben Diskussionen über geldpolitische Kontinuität ausgelöst. Auch wenn es bislang keine formelle Ankündigung gibt, erzeugt allein die Möglichkeit eines vorzeitigen Wechsels Unsicherheit im Hinblick auf die strategische Ausrichtung der EZB.
Europa befindet sich damit in einer Phase relativer Stabilität, jedoch ohne klaren Wachstumsschub oder starke positive Impulse.
Asien – Japan stabilisiert sich politisch
In Asien stand insbesondere Japan im Fokus. Nach den jüngsten Wahlen reagierten die Aktienmärkte positiv, was als Vertrauenssignal in politische Kontinuität und wirtschaftspolitische Stabilität gewertet wurde.
Japans Wirtschaft zeigt erste Anzeichen einer moderaten Erholung, und die vorsichtige Normalisierung der Geldpolitik wird weiterhin als kontrolliert eingeschätzt. In einem global unsicheren Umfeld wirkt politische Stabilität in Japan wie ein Anker für regionale Kapitalströme.
Gesamtbild
Die Woche war weniger von konjunkturellen Überraschungen geprägt als von politischen Spannungen und institutionellen Machtfragen. Gespräche mit dem Iran, anhaltende Unsicherheiten im Ukraine-Konflikt und die Folgen des Supreme-Court-Urteils zur Zollpolitik bilden ein Umfeld, in dem politische Entscheidungen kurzfristig stärker wirken als Fundamentaldaten.
Für die Märkte bedeutet das eine Phase erhöhter Sensibilität. Stabilität ist vorhanden, doch sie ist fragil. Und solange geopolitische Risiken und handelspolitische Unklarheiten dominieren, bleibt die Volatilität ein struktureller Begleiter.
Welche Projekte und Nachrichten stehen gerade im Fokus?
Trotz der großen Marktbewegungen in den letzten Wochen und Monaten, die durch die Geopolitik als auch die Zollverhandlungen ausgelöst wurden, gibt es in jeder Woche zusehends mehr Nachrichten mit großer Tragweite für den Kryptomarkt. Die Adaption der Technologie schreitet weiter voran, regulatorisch mehr und mehr unterstützt, da das Potential auch politisch weiter in den Fokus rückt. „Krypto ist gekommen, um zu bleiben“, und wird Tag für Tag sichtbarer in unserer Welt.
Stablecoins, Marktstruktur und politische Verwerfungen prägen die Woche
Die vergangene Woche war weniger von spektakulären Kursbewegungen einzelner Token geprägt als von strukturellen Entwicklungen, die tief in die Architektur des Kryptomarktes hineinreichen. Stablecoins, Marktstrukturgesetze und politische Einflussfaktoren bestimmten die Schlagzeilen – und sie zeigen, dass 2026 zunehmend zu einem Jahr der regulatorischen und institutionellen Weichenstellungen wird.
OCC operationalisiert den GENIUS Act – Stablecoins werden bankähnlich reguliert
Mit der Veröffentlichung eines umfangreichen Regelentwurfs durch das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) ist der im Sommer 2025 verabschiedete GENIUS Act erstmals konkret in die operative Umsetzung gegangen. Während der Gesetzestext bislang einen politischen Rahmen definierte, liefert die OCC nun die technische und aufsichtsrechtliche Ausgestaltung – und diese fällt deutlich präziser und restriktiver aus, als viele Marktteilnehmer erwartet hatten.
Im Zentrum steht die verpflichtende 1:1-Reservehaltung in hochliquiden Vermögenswerten, primär kurzfristigen US-Staatsanleihen. Stablecoin-Emittenten sollen ihre Reserven nicht nur transparent nachweisen, sondern strukturell so verwalten, dass jederzeit eine vollständige Rücktauschbarkeit zum Nennwert gewährleistet ist. Kapital- und Liquiditätsanforderungen orientieren sich klar an bankaufsichtsrechtlichen Standards. Stablecoins werden damit faktisch wie eine Sonderform schmaler Banken behandelt – allerdings ohne den formellen Status klassischer Kreditinstitute.
Besonders heikel ist die Frage der Stablecoin-Rewards. Der Entwurf deutet klar an, dass Zins- oder Bonusprogramme, die als Halteanreiz fungieren, stark eingeschränkt oder faktisch untersagt werden könnten. Damit greift die OCC genau den Punkt auf, der in den vergangenen Wochen die Gespräche zwischen Banken und Kryptoindustrie blockiert hatte. Für Banken stellt ein verzinslicher Stablecoin ein direktes Konkurrenzprodukt zu Einlagen dar. Für die Kryptobranche hingegen sind Anreizmechanismen integraler Bestandteil funktionierender On-Chain-Märkte. Hier entscheidet sich, ob Stablecoins als neutraler Infrastruktur-Layer wachsen dürfen – oder ob sie regulatorisch so eingebettet werden, dass sie keine strukturelle Bedrohung für das traditionelle Bankensystem darstellen.
Senate Banking Hearing – Stablecoins als Finanzstabilitätsrisiko?
Parallel zur Veröffentlichung des OCC-Regelwerks rückte das Thema Stablecoins auch im US-Senat erneut in den Mittelpunkt. In einer Anhörung des Senate Banking Committee wurden insbesondere die Auswirkungen auf Bankeinlagen und Finanzstabilität diskutiert. Mehrere Senatoren äußerten die Sorge, dass großvolumige Stablecoin-Bestände – insbesondere wenn sie mit Ertragsversprechen versehen sind – zu Einlagenabflüssen aus dem traditionellen Bankensystem führen könnten.
Die Diskussion verdeutlicht, wie sehr Stablecoins inzwischen über den Status eines reinen Krypto-Produkts hinausgewachsen sind. Sie werden nicht mehr nur als technologische Innovation betrachtet, sondern als potenzieller Bestandteil des Geldsystems. Die Frage lautet daher nicht mehr, ob Stablecoins existieren dürfen, sondern in welcher Form sie in das bestehende Finanzgefüge integriert werden.
Die Anhörung machte auch deutlich, dass Regulierer zunehmend zwischen Zahlungs-Stablecoins und investitionsähnlichen Produkten unterscheiden wollen. Je stärker Stablecoins Renditekomponenten enthalten, desto eher geraten sie in Konkurrenz zu Geldmarktfonds oder Bankeinlagen – und desto intensiver wird die Aufsicht. Für den Kryptomarkt bedeutet das: Die regulatorische Debatte verschiebt sich von der Existenzfrage hin zur Ausgestaltung von Geschäftsmodellen.
CLARITY Act – Fortschritte mit struktureller Blockade
Während die Aufsichtsbehörden Fakten schaffen, bleibt die große Marktstrukturgesetzgebung – der Digital Asset Market Clarity Act – weiterhin unvollendet. Zwar signalisieren mehrere politische Akteure, dass Fortschritte erzielt wurden und sich ein konsensfähiger Entwurf abzeichnet, doch der entscheidende Streitpunkt rund um Stablecoin-Yield bleibt ungelöst.
Mehrere Marktbeobachter weisen darauf hin, dass eine Verabschiedung des CLARITY Act einen erheblichen institutionellen Impuls auslösen könnte. Klare Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC würden Listing- und Custody-Prozesse vereinfachen und das regulatorische Risiko für institutionelle Investoren reduzieren. Solange jedoch keine endgültige Einigung erzielt ist, bleibt dieser Impuls spekulativ.
Die aktuelle Lage ist damit paradox: Der regulatorische Rahmen wird konkreter, gleichzeitig bleibt die formelle Gesetzgebung blockiert. Für den Markt bedeutet das eine Phase der strukturellen Annäherung ohne juristische Finalität – ausreichend für vorsichtigen Optimismus, aber nicht für eine vollständige Neubewertung.
USD1 unter Druck – Vertrauen bleibt der entscheidende Faktor
Terra-Nachbeben – Juristische Aufarbeitung geht weiter
Drei Jahre nach dem dramatischen Zusammenbruch von TerraUSD und LUNA ist das Kapitel Terra juristisch noch lange nicht abgeschlossen. In dieser Woche wurde bekannt, dass gegen die Trading-Firma Jane Street rechtlich vorgegangen wird. Der Vorwurf lautet, dass Insiderwissen oder aggressive Handelsstrategien den Kollaps beschleunigt haben könnten.
Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens hat die Entwicklung Signalwirkung. Terra bleibt ein Referenzfall für Stablecoin-Design, Marktintegrität und regulatorische Verantwortung. Die juristische Aufarbeitung erinnert daran, dass die Branche noch immer unter dem Schatten vergangener Exzesse steht – und dass Vertrauen nicht nur durch Innovation, sondern auch durch Rechenschaftspflicht entsteht.
Gesamtbild
Die Woche zeigt klar: 2026 wird nicht durch neue Meme-Coins oder spektakuläre Kursbewegungen definiert, sondern durch die Frage, wie Stablecoins und Marktstruktur regulatorisch eingebettet werden. Während Aufsichtsbehörden konkretisieren und politische Gremien ringen, werden im Hintergrund die Grundlagen für die nächste Phase institutioneller Integration gelegt.
Die Kurse mögen kurzfristig schwanken – doch die eigentliche Entwicklung findet auf regulatorischer Ebene statt. Und genau dort wird entschieden, wie groß der Spielraum für den Kryptomarkt in den kommenden Jahren sein wird. Krypto wird „erwachsen“ – aus dem ursprünglichen Casino entwickeln sich Anwendungen des täglichen Lebens.
Podcast mit der „WirtschaftsWoche“
Wir folgten einer Einladung, und in der neuen Folge des WirtschaftsWoche Podcasts „Bitcoin & Beyond“ spricht Host Philipp Frohn mit Markus van de Weyer, Gründer und Geschäftsführer von alpha beta asset management, über die Frage, ob Bitcoin nun „geshortet“ werden sollte.
Im Fokus der Folge:
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- wie lukrativ ein Bitcoin-Short in den vergangenen Monaten gewesen wäre,
- warum solche Wetten grundsätzlich mit erheblichen Risiken verbunden sind,
- und wieso neue Short-Positionen ausgerechnet jetzt gefährlich sein können.
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Den aktuellen Podcast finden Sie hier.
Schönen Gruß aus Frankfurt – und ein entspanntes Wochenende! ☀️
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Markus van de Weyer
Gründer und Geschäftsführer
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