Krypto-Wochenbericht | Marktanalyse vom 09.05.2026

KRYPTO – Meine Sicht (Autor: Markus van de Weyer, Gründer und Geschäftsführer alpha beta asset management gmbh)

Krypto Wochenanalyse: Bitcoin, Ethereum und Markttrends

Wenn Ihnen dieser Bericht gefallen hat, teilen Sie ihn gerne!

Werfen wir in der Marktanalyse zuerst einen Blick auf die Zu- und Abflüsse dieser Handelswoche in den Bitcoin und Ethereum ETF:

Die Bitcoin ETF erlebten auch in dieser Woche einen nervösen Handel, der wie in den Vorwochen insbesondere durch den Krieg im Iran und die entsprechenden Nachrichten dominiert wurde. In den ersten drei Handelstagen floss Geld in die ETF, ab dem Donnerstag drehte der Trend wieder mit leichten Abgaben. In Summe flossen insgesamt 632 Mio. USD in die ETF, nach 163 Mio. USD Zufluss in der Vorwoche. Diese Woche war die fünfte Woche in Serie mit Zuflüssen.

Bei den Ethereum ETF sehen wir ein ähnliches Muster, nur der Donnerstag zeigte Abflüsse. In der Summe ergibt sich ein Zufluss von 71 Mio. USD, nach einem Abfluss von 82 Mio. USD in der Vorwoche.

Die Solana ETF zeigten einen sehr positiven Trend. In Summe ergibt sich ein Zufluss von circa 39 Mio USD. Die Zuflüsse seit dem Handelsstart summieren sich mittlerweile auf mehr als 1.050 Mio. USD – die sich mit gewisser Wahrscheinlichkeit zum Teil auch aus Verkäufen aus Bitcoin oder Ethereum ETF speisen.

Wie bewegte sich der Kryptomarkt in den letzten Handelstagen?

Marktbericht Kryptowährungen – Ausbruch nach oben, aber noch kein Selbstläufer

Der Kryptomarkt hat in dieser Woche ein deutlich konstruktiveres Bild gezeigt als in den Vorwochen. Bitcoin handelte beim letzten Bericht am Samstag, 2. Mai, noch knapp oberhalb von 78.000 US-Dollar. Im Wochenverlauf gelang dann der Ausbruch nach oben; zeitweise wurden Kurse oberhalb von 82.000 US-Dollar erreicht. Am Freitagmorgen liegt Bitcoin wieder etwas darunter, aber weiterhin spürbar über dem Ausgangsniveau der Vorwoche. Aktuell handelt Bitcoin bei rund 80.500 US-Dollar, Ethereum bei rund 2.320 US-Dollar.

Bemerkenswert ist dabei nicht nur der Anstieg selbst, sondern vor allem der Kontext. Die Woche war geprägt von geopolitischer Unsicherheit, neuen Gefechten zwischen den USA und Iran, stark schwankenden Ölpreisen und wechselnder Risikostimmung an den Aktienmärkten. Dass Bitcoin in diesem Umfeld zunächst nach oben ausbrechen konnte, spricht für eine robuste Grundnachfrage. Der Markt hat negative Schlagzeilen nicht ignoriert, aber deutlich besser verarbeitet als in früheren Stressphasen.

Bei Bitcoin lag der entscheidende Bereich in dieser Woche um 82.000 US-Dollar. Intensiv wird diskutiert, dass Bitcoin zur Wochenmitte über diese Marke steigen konnte und damit das höchste Niveau seit Januar erreichte. Technisch ist das relevant, weil der Markt damit die enge Handelsspanne der Vorwochen nach oben verlassen hat. Gleichzeitig zeigt der Rückgang vom Wochenhoch, dass der Ausbruch noch nicht vollständig bestätigt ist. Es handelt sich also eher um einen ersten Befreiungsschlag als um einen bereits stabilen neuen Aufwärtstrend.

Ethereum entwickelte sich ebenfalls fester, blieb aber im Vergleich zu Bitcoin weniger überzeugend. Vom Niveau um 2.300 US-Dollar am vergangenen Samstag bewegte sich Ethereum zwischenzeitlich nach oben, konnte die Bewegung jedoch nicht mit derselben Klarheit fortsetzen. Am Freitagmorgen notiert Ethereum wieder um 2.280 US-Dollar und damit nahezu auf Vorwochenniveau.  Das bestätigt ein Muster, das seit Monaten zu beobachten ist: Bitcoin bleibt der klare Taktgeber des Marktes, während Ethereum zwar mitläuft, aber noch keine eigenständige relative Stärke entwickelt.

Interessant ist der Vergleich mit den Edelmetallen. Gold konnte in dieser Woche ebenfalls zulegen und notierte am Freitagmorgen bei rund 4.724 US-Dollar je Unze; das ergibt einen Wochengewinn bis dahin von rund 2 %. Silber legte zur Wochenmitte sogar deutlich zu. Damit liefen Bitcoin und Gold zeitweise in dieselbe Richtung. Das ist wichtig: Bitcoin wurde in dieser Woche nicht nur als spekulativer Risiko-Asset gehandelt, sondern teilweise auch im Umfeld geldpolitischer und geopolitischer Unsicherheit gesucht. Trotzdem bleibt der Unterschied klar: Gold reagiert stärker als klassischer sicherer Hafen, Bitcoin bleibt volatiler und stärker von Liquidität, Risikobereitschaft und Krypto-spezifischen Narrativen abhängig.

Auch der Aktienmarkt lieferte Rückenwind. Zur Wochenmitte erreichten S&P 500 und Nasdaq neue Rekordstände, getragen vor allem von starken Technologie- und KI-Werten. Reuters berichtete, dass insbesondere AI-bezogene Aktien die Indizes stützten; der Nasdaq gewann zeitweise rund 2 %. Dieses Umfeld half auch Kryptowerten. Der Bitcoin-Ausbruch fiel nicht in eine klassische Panikphase, sondern in eine Phase selektiver Risikobereitschaft: Anleger kauften weiter Technologie, KI, Wachstumswerte – und offenbar auch digitale Assets.

Der wichtigste Belastungsfaktor blieb Öl. Die Preise schwankten stark: Zunächst fielen sie deutlich, nachdem Berichte über mögliche Fortschritte im US-Iran-Konflikt Hoffnung auf Entspannung machten. Brent fiel zeitweise wieder deutlich unter 100 US-Dollar und verzeichnete am Mittwoch einen Tagesrückgang von fast 8 %. Nach den erneuten Gefechten zwischen den USA und Iran sprang Öl jedoch wieder über 100 US-Dollar; Brent lag am Freitagmorgen um 100 US-Dollar, WTI um 95 US-Dollar, leicht höher lagen beide bei Börsenschluss in den USA.

Für Bitcoin ist diese Ölbewegung doppeldeutig. Einerseits erhöhen stark steigende Energiepreise Inflationssorgen und können Risikoanlagen belasten. Andererseits stärkt geopolitische Unsicherheit tendenziell das Narrativ von Bitcoin als nichtstaatlichem, global handelbarem Vermögenswert. In dieser Woche überwog zunächst der zweite Effekt beziehungsweise die allgemeine Risikobereitschaft. Der Rücksetzer nach dem Sprung über 82.000 US-Dollar zeigt aber, dass Bitcoin nicht immun gegen makroökonomische Stresssignale ist.

Unter dem Strich hat sich die Marktlage verbessert. Bitcoin hat Stärke gezeigt, Ethereum bleibt stabil, aber weniger dynamisch. Die Bewegung war kein isolierter Krypto-Squeeze, sondern eingebettet in ein Umfeld aus starker Technologie-Rally, steigenden Edelmetallen und stark schwankenden Ölpreisen. Genau diese Kombination macht die Lage spannend: Der Markt beginnt wieder, Chancen zu suchen, bleibt aber anfällig für geopolitische Rückschläge.

Für den Bericht lässt sich daraus ableiten: Bitcoin hat in dieser Woche einen wichtigen Test bestanden. Der Ausbruch über 82.000 US-Dollar zeigt, dass Käufer bereit sind, höhere Niveaus zu akzeptieren. Damit ist das technische Bild konstruktiver als vor einer Woche. Solange Bitcoin oberhalb des Vorwochenniveaus bleibt, spricht vieles für eine fortgesetzte Stabilisierung. Für einen nachhaltig bullischen Befund müsste der Markt jedoch zeigen, dass er Kurse oberhalb von 82.000 US-Dollar nicht nur kurz erreicht, sondern auch verteidigen kann.

Der Blick auf die Makrodaten, Politik und Unternehmen 

Geopolitik, Makro und Unternehmen – fragile Entspannung, neue Handelsrisiken und widersprüchliche Konjunktursignale

Die dominierende Schlagzeile der Woche bleibt der Krieg im Nahen Osten. Die Lage ist schwer lesbar: Einerseits betont US-Präsident Trump weiterhin, ein Friedensschluss mit dem Iran sei in Reichweite. Andererseits kam es in der Nacht von Donnerstag auf Freitag zu neuen Gefechten im Umfeld der Straße von Hormus. Nach US-Angaben wurden drei US-Zerstörer von iranischen Drohnen, Raketen und Schnellbooten angegriffen; Washington erklärte, es habe keine Schäden an amerikanischen Einheiten gegeben und die Angriffe seien durch Selbstverteidigungsschläge beantwortet worden. Der Iran wiederum wirft den USA vor, den Waffenstillstand durch Angriffe auf Schiffe und zivile Ziele verletzt zu haben.

Für die Märkte ist weniger entscheidend, welche Seite die Eskalation formell ausgelöst hat. Entscheidend ist, dass der Waffenstillstand nun faktisch unter Druck steht. Damit kehrt ein Risiko zurück, das in den vergangenen Tagen etwas in den Hintergrund getreten war: die Gefahr einer Störung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus, einen der wichtigsten Energiekorridore der Welt. Die Ölpreise reagierten entsprechend deutlich; Brent sprang zeitweise wieder über 100 US-Dollar, blieb aber unter den vorherigen Hochs der Eskalationsphase.

Die Situation bleibt damit widersprüchlich. Trump hält am Narrativ einer intakten Waffenruhe und laufender Verhandlungen fest. Gleichzeitig zeigen die jüngsten Gefechte, dass die militärische Lage jederzeit erneut kippen kann. Für Anleger bedeutet das: Der Markt preist derzeit keine vollständige Eskalation ein, aber eine Risikoprämie bleibt bestehen. Besonders sensibel bleiben Energiepreise, Transportkosten, Inflationserwartungen und damit indirekt auch die Geldpolitik.

Hinzu kommt ein zweites politisches Risiko: der wieder aufgeflammte Handelskonflikt zwischen den USA und der EU. Nachdem Trump in der Vorwoche höhere Zölle auf europäische Autos und Lkw angedroht hatte, hat er der EU nun offenbar eine Frist bis zum 4. Juli 2026 gesetzt, um das bereits im vergangenen Jahr vereinbarte Handelsabkommen umzusetzen. Andernfalls drohten höhere Zölle. Nach Angaben von AP und anderen Medien erfolgte die Verschiebung nach einem Gespräch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Das ist mehr als ein branchenspezifisches Autothema. Die USA nutzen Zölle erneut als industriepolitisches Druckmittel. Für Europa ist das heikel, weil gerade die exportorientierte Industrie ohnehin unter schwacher Nachfrage, hohen Energiekosten und geopolitischer Unsicherheit leidet. Besonders Deutschland wäre über die Automobilindustrie und ihre Zulieferketten betroffen. Die Zoll-Diskussion findet kein Ende – und es scheint auf beiden Seiten des Atlantik unterschiedliche Interpretationen des Abkommen zu geben. Mehr dazu finden Sie hier.

Der Streit fällt zudem in eine Phase, in der die europäische Konjunktur kein starkes Polster hat: Deutsche Dienstleister schrumpften im April laut PMI so stark wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr.

In Europa verschiebt sich damit der Fokus von Zinssenkungshoffnungen hin zu einer unangenehmeren Debatte: Was passiert, wenn Energiepreise und Handelskonflikte gleichzeitig wieder inflationär wirken? EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel warnte in dieser Woche vor steigenden Inflationsrisiken durch den Iran-Krieg; Märkte preisen inzwischen wieder mehrere mögliche EZB-Zinserhöhungen über die kommenden zwölf Monate ein.

Auch in Asien sind die Folgen sichtbar. China profitiert kurzfristig von Vorzieheffekten: Laut Reuters-Umfrage dürften die Exporte im April deutlich stärker gewachsen sein, weil Unternehmen angesichts der Iran-Krise und möglicher Kostensteigerungen Lagerbestände aufbauen. Das ist jedoch kein sauberes Wachstumssignal, sondern eher Ausdruck von Unsicherheit in globalen Lieferketten. Gleichzeitig bleibt Chinas Binnenkonjunktur fragil.

Japan steht vor einem anderen Problem: Der schwache Yen wird durch höhere Energieimportkosten zusätzlich belastet. Reuters berichtet, dass Japan während der Feiertage erneut am Devisenmarkt interveniert haben dürfte; BOJ-Daten deuten auf mögliche Stützungskäufe im Umfang von rund 5 Billionen Yen bzw. etwa 32 Milliarden US-Dollar hin. Das zeigt, wie stark geopolitische Energiepreisschocks inzwischen auch Währungs- und Zentralbankpolitik beeinflussen.

Auf Unternehmensseite bleibt die Berichtssaison gemischt, aber nicht schwach. Apple lieferte Ende April starke Zahlen: Der Konzern meldete für das abgelaufene Quartal 111,2 Milliarden US-Dollar Umsatz, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr, sowie ein EPS-Wachstum von 22 Prozent. Reuters hob zudem die starke Nachfrage nach iPhone 17 Pro und dem neuen MacBook Neo hervor; Apple gab außerdem einen optimistischen Ausblick und kündigte ein neues Aktienrückkaufprogramm über 100 Milliarden US-Dollar an.

Das Unternehmensbild passt damit nicht vollständig zum geopolitischen Stress. Große Qualitätsunternehmen bleiben widerstandsfähig, vor allem dort, wo Preissetzungsmacht, starke Marken und globale Plattformen zusammenkommen. Gleichzeitig nimmt die Spreizung zu: Technologie bleibt robust, während zyklische und exportabhängige Bereiche stärker unter Zöllen, Energiepreisen und schwächerer Nachfrage leiden.

Fazit: Die Woche zeigt ein Marktumfeld, das stabiler wirkt, als es politisch eigentlich ist. Der Iran-Konflikt ist nicht gelöst, sondern nur zeitweise eingehegt. Der Ölpreis bleibt der schnellste Transmissionskanal in die Weltwirtschaft. Gleichzeitig kehrt der Zollkonflikt zwischen den USA und Europa als zweites Belastungsthema zurück. Für Anleger ist das kein Umfeld für einfache makroökonomische Schlussfolgerungen. Die Weltwirtschaft hält sich, aber sie wird stärker von politischen Entscheidungen, Energiepreisen und Lieferkettenrisiken gesteuert als von klassischem Konjunkturzyklus allein.

Welche Projekte und Nachrichten stehen gerade im Fokus?

Trotz der großen Marktbewegungen in den letzten Wochen und Monaten, die durch die Geopolitik als auch die Zollverhandlungen ausgelöst wurden, gibt es in jeder Woche zusehends mehr Nachrichten mit großer Tragweite für den Kryptomarkt. Die Adaption der Technologie schreitet weiter voran, regulatorisch mehr und mehr unterstützt, da das Potential auch politisch weiter in den Fokus rückt. „Krypto ist gekommen, um zu bleiben“, und wird Tag für Tag sichtbarer in unserer Welt.

Krypto-spezifischer Marktüberblick – Regulierung, KI-Infrastruktur und der Kampf um Sicherheit

Die vergangene Woche hat erneut gezeigt, wie stark sich der Kryptosektor derzeit verändert. Während in früheren Marktphasen häufig einzelne Coins oder kurzfristige Kursbewegungen im Mittelpunkt standen, verschiebt sich der Fokus inzwischen immer stärker auf Infrastruktur, Regulierung und institutionelle Integration.

Besonders auffällig ist dabei die Gleichzeitigkeit mehrerer Entwicklungen:

  • Die USA treiben regulatorische Klarheit aktiv voran
  • Große Technologieunternehmen beginnen Stablecoins in reale Anwendungen einzubauen
  • Institutionelle Infrastruktur für Tokenisierung entsteht
  • Und gleichzeitig entwickelt sich Sicherheit zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor im DeFi-Sektor

Gerade letzterer Punkt dürfte langfristig unterschätzt werden.

Washington erhöht das Tempo: CLARITY Act wird zum zentralen regulatorischen Projekt

In den USA verdichten sich die Hinweise, dass die Regierung den regulatorischen Umbau des Kryptosektors deutlich beschleunigen will.

Nach dem Stablecoin-Kompromiss der Vorwoche wurde nun bekannt, dass das Weiße Haus offenbar aktiv auf eine Verabschiedung des sogenannten CLARITY Act bis zum 4. Juli drängt. Ziel des Gesetzes ist es, endlich eine klarere regulatorische Einordnung digitaler Assets und Blockchain-Aktivitäten zu schaffen.

Die Bedeutung dieses Vorgangs liegt weniger im konkreten Gesetzestext als in der politischen Dynamik dahinter. Lange Zeit galt die US-Kryptopolitik als fragmentiert und widersprüchlich:

  • SEC und CFTC verfolgten teilweise unterschiedliche Ansätze
  • Unternehmen beklagten regulatorische Unsicherheit
  • institutionelle Akteure hielten sich zurück

Nun entsteht erstmals der Eindruck, dass Washington den Sektor nicht mehr primär begrenzen, sondern strukturiert integrieren möchte.

Das ist vor allem für institutionelle Investoren relevant. Große Kapitalströme benötigen regulatorische Berechenbarkeit. Genau diese könnte mit dem CLARITY Act schrittweise entstehen.

AWS, Coinbase und Stripe: Stablecoins treffen auf KI-Agenten

Möglicherweise noch bedeutender als viele klassische Kryptomeldungen war in dieser Woche die Nachricht über eine Kooperation zwischen Amazon Web Services, Coinbase und Stripe. Ziel ist die Integration von Stablecoin-Zahlungen in KI-Agenten-basierte Anwendungen.

Auf den ersten Blick wirkt das wie eine technische Nischenmeldung. Tatsächlich könnte hier jedoch einer der wichtigsten langfristigen Trends des gesamten Sektors sichtbar werden.

Der Hintergrund:
Autonome KI-Agenten benötigen digitale Zahlungssysteme, die:

  • programmierbar
  • global verfügbar
  • API-fähig
  • und für Micropayments geeignet sind

Klassische Bank- und Kartensysteme stoßen hier schnell an Grenzen. Stablecoins hingegen eignen sich nahezu ideal für genau diesen Anwendungsfall.

Damit entsteht ein völlig neues Narrativ für Stablecoins:
Nicht mehr nur Handel oder Settlement zwischen Börsen, sondern potenziell die Zahlungsinfrastruktur autonomer Software-Systeme.

Besonders bemerkenswert ist dabei die Beteiligung von AWS. Sobald große Cloud- und Infrastrukturunternehmen beginnen, Stablecoin-Zahlungen in ihre Systeme einzubauen, verändert sich die Diskussion grundlegend:
Krypto wird dann nicht mehr nur Finanzmarkt-Thema, sondern Teil der digitalen Infrastrukturökonomie.

DTCC und die stille Revolution der Kapitalmärkte

Parallel dazu schreitet die institutionelle Tokenisierung weiter voran. Die DTCC – eine der wichtigsten Abwicklungsorganisationen der globalen Finanzmärkte – konkretisiert ihre Pläne für tokenisierte Wertpapierinfrastruktur.

Dieser Schritt erhält außerhalb professioneller Finanzkreise bislang erstaunlich wenig Aufmerksamkeit, könnte langfristig aber wesentlich bedeutender sein als viele kurzfristige Marktbewegungen.

Denn genau hier entsteht die eigentliche Schnittstelle zwischen:

  • klassischen Kapitalmärkten
  • Blockchain-Infrastruktur
  • und tokenisierten Vermögenswerten

Die entscheidende Entwicklung:
Tokenisierung verlässt langsam die Pilotphase und bewegt sich in Richtung realer Marktinfrastruktur.

Damit verändert sich auch die Rolle des Kryptosektors. Der Markt entwickelt sich zunehmend von einem alternativen Finanzsystem zu einer technologischen Erweiterung bestehender Kapitalmärkte.

Morgan Stanley und die nächste Phase der Institutionalisierung

Ein weiteres Signal für diese Entwicklung kommt aus dem traditionellen Brokerage-Geschäft. Laut Medienberichten plant Morgan Stanley, über E*Trade künftig direkten Spot-Krypto-Handel anzubieten.

Diese Entwicklung ist strategisch relevant, weil sie zeigt, wie sich der Zugang zu Kryptowährungen verändert:

  • weg von spezialisierten Krypto-Plattformen
  • hin zu etablierten Finanzhäusern

Das senkt Eintrittsbarrieren für traditionelle Anleger erheblich. Gleichzeitig steigt damit auch der Wettbewerbsdruck auf klassische Kryptobörsen, deren Geschäftsmodell zunehmend institutionell herausgefordert wird.

Chainlink profitiert von Sicherheitskrise: Der Markt priorisiert Vertrauen

Das vielleicht spannendste strukturelle Thema der Woche spielt sich jedoch im Hintergrund der Sicherheitsdebatte ab.

Nach dem schweren KelpDAO-/rsETH-Exploit im April beschleunigt sich derzeit eine Entwicklung, die für die gesamte DeFi-Infrastruktur relevant werden könnte:
Immer mehr Protokolle wechseln von LayerZero-Infrastruktur zu Chainlink beziehungsweise zu dessen CCIP-System.

Besonders sichtbar wurde dies nun beim Solv Protocol. Das Protokoll migriert tokenisierte Bitcoin-Strukturen im Umfang von über 700 Millionen US-Dollar von LayerZero zu Chainlink CCIP.

Dabei handelt es sich keineswegs um einen Einzelfall.

Seit dem April-Hack beobachten Marktteilnehmer zunehmend:

  • Neubewertungen von Bridge-Architekturen
  • stärkeren Fokus auf Sicherheitsmodelle
  • wachsende Skepsis gegenüber bestimmten Cross-Chain-Ansätzen

Gerade institutionelle und kapitalintensive Anwendungen scheinen inzwischen stärker auf Sicherheit und Redundanz zu achten als auf maximale Geschwindigkeit oder niedrige Kosten.

Davon profitiert Chainlink derzeit erheblich.

Der Grund liegt vor allem in der Architektur:
Chainlink CCIP kombiniert:

  • dezentrale Oracle-Netzwerke
  • zusätzliche Risikomanagement-Schichten
  • Monitoring-Systeme
  • und stärker institutionell orientierte Sicherheitskonzepte.

Parallel dazu wächst die Bedeutung von Chainlink auch im Bereich:

  • Tokenisierung
  • Real-World-Assets
  • Stablecoin-Infrastruktur
  • Proof-of-Reserve-Systeme
  • institutioneller Datenversorgung.

Besonders interessant ist dabei die strategische Verschiebung innerhalb des Marktes:
Der Wettbewerb im DeFi-Sektor dreht sich zunehmend nicht mehr um Renditen allein, sondern um Vertrauen und Sicherheit.

Genau das könnte in den kommenden Quartalen zu einer erheblichen Konsolidierung der Infrastruktur-Layer führen.

Fazit: Der Kryptosektor wird erwachsen – und komplexer

Die vergangenen Tage zeigen sehr deutlich, wohin sich der Markt entwickelt.

Die dominierenden Themen sind nicht mehr:

  • einzelne Memecoins
  • kurzfristige Spekulationen
  • oder rein technische Upgrades

Im Mittelpunkt stehen inzwischen:

  • regulatorische Integration
  • institutionelle Infrastruktur
  • KI- und Stablecoin-Anwendungen
  • Sicherheit und Interoperabilität
  • sowie die Tokenisierung klassischer Finanzmärkte

Der Sektor bewegt sich damit zunehmend weg von seiner experimentellen Frühphase und entwickelt sich Schritt für Schritt zu einem Bestandteil globaler Finanz- und Technologiinfrastruktur.

Genau diese Entwicklung macht den Markt langfristig relevanter – aber gleichzeitig auch deutlich komplexer.

Podcast mit der „WirtschaftsWoche“

Wir folgten einer Einladung, und in der neuen Folge des WirtschaftsWoche Podcasts „Bitcoin & Beyond“ spricht Host Philipp Frohn mit Markus van de Weyer, Gründer und Geschäftsführer von alpha beta asset management, über die Frage, ob der „Clarity Act“ den Kryptomarkt aus dem Winterschlaf holen könnte.

Im Fokus der Folge:

        • was hinter der neuen Krypto-Gesetzesinitiative in den USA steckt und warum sie als möglicher Katalysator gilt,
        • ob ein regulatorischer Fortschritt tatsächlich für eine Trendwende beim Bitcoin ausreicht,
        • aktuelle Entwicklungen rund um Ether.

Den aktuellen Podcast finden Sie hier.

Schönen Gruß aus Frankfurt – und ein entspanntes Wochenende! ☀️

Möchten Sie keine News zum Thema Krypto-Investments verpassen? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter:

>>Hier klicken und Newsletter abonnieren!<<

#Bitcoin #Ethereum #Krypto #ETF #Kryptowährung #Trump #FED #Powell #WirtschaftsWoche #EU #China #Zölle #Streit #BTC #ETH #SEC #Solana #EZB #Warsh  #CFTC #Gold #Silber #Russland #Iran #Israel #AAVE

Markus van de Weyer, Gründer und Geschäftsführer alpha beta asset management gmbh

Haben Sie Fragen zu Krypto-Investments oder suchen Sie Hilfe bei der Geldanlage?

Das ist unser Angebot für Sie: Krypto-Vermögensverwaltung

Sprechen Sie mich gerne an! Ich freue mich über Ihre Nachricht.

Per E-Mail kontaktieren

Markus van de Weyer

Gründer und Geschäftsführer

Kennen Sie unser Anlegertyp Quiz? Hier klicken und Ihren Anlegertyp bestimmen lassen.