Hump of the week: Die Straße von Hormuz ist seit 4 Wochen dicht. Was ändert sich dadurch für die Vermögensverwaltung?
Aktueller Wochenkommentar: „Die Straße von Hormuz ist seit 4 Wochen dicht. Was ändert sich dadurch für die Anlagestrategie?“
Autor: Carsten Vennemann, CFA, Geschäftsführer alpha beta asset management GmbH
Seit rund vier Wochen ist die Straße von Hormuz blockiert. Die Auswirkungen auf die globalen Kapitalmärkte sind deutlich spürbar – und sie werfen bei vielen Anlegern eine zentrale Frage auf: Muss die Anlagestrategie jetzt angepasst werden?
Die Zahlen verdeutlichen die Dimension:
- Rund 20 Prozent des weltweiten Öltransports sind betroffen
- Etwa 2.000 Schiffe stauen sich vor der Meerenge
- Der Ölpreis (Brent) lag zeitweise bei über 120 US-Dollar
- Die Inflation steigt, während sich die Konjunkturaussichten eintrüben
Die wirtschaftlichen Erwartungen haben sich entsprechend verschlechtert. Führende Ökonomen haben ihre Wachstumsprognosen für 2026 zuletzt deutlich nach unten angepasst.
Viele unserer Mandanten fragen sich daher: Müssen wir jetzt die Anlagestrategie ändern?
Strategie und Taktik klar trennen
Die wichtigste Unterscheidung in solchen Marktphasen ist die zwischen strategischer Ausrichtung und taktischen Anpassungen.
Die Anlagestrategie, die wir mit unseren Mandanten gemeinsam vereinbaren, ist langfristig und krisenfest angelegt. Risikoprofil, Anlageziele, Kenntnisse und Erfahrungen sowie Einkommens- und Vermögenssituation bilden die Grundlage.
Solange sich diese Koordinaten nicht verändern, bleibt die Strategie unverändert. Auch dann, wenn sich die Nachrichtenlage zuspitzt.
Was sich ändern kann: die Taktik
Innerhalb der Strategie sind taktische Anpassungen möglich.
Die zentrale Frage dabei lautet:
Sehen wir eine Trendbestätigung oder eine Trendumkehr?
Diese Einordnung ist entscheidend und zugleich anspruchsvoll. Sie ist Kern der Analysearbeit eines Vermögensverwalters und Grundlage für mögliche taktische Entscheidungen.
Die aktuelle Lage
Entscheidend ist, wie lange der Konflikt rund um Iran andauert und wie lange die Straße von Hormuz blockiert bleibt.
Je länger die Situation anhält, desto stärker sind die Auswirkungen auf Wachstum, Energiepreise, Inflation und internationale Lieferketten.
Diese Faktoren bestimmen, ob aus einer kurzfristigen Marktreaktion eine strukturelle Veränderung wird.
Aktuell zeigt sich, dass die Märkte beginnen, auch mögliche Entspannungsszenarien einzupreisen. Seit gestern ist eine gewisse Hoffnung im Markt erkennbar.
Das Risikobudget
Jede Anlagestrategie basiert auf einem klar definierten Risikobudget.
Solange sich die Strategie innerhalb dieses Rahmens bewegt, halten wir Kurs.
Wird dieses Budget in Ausnahmesituationen ausgeschöpft, wird das Risiko konsequent reduziert und eine mögliche Anpassung der Strategie gemeinsam mit dem Anleger geprüft.
Vier Punkte, die wir unseren Mandanten aktuell mitgeben
Fazit 1: Krisenfeste Strategie heißt: Das Risikobudget reicht auch für schwierige Phasen.
Reicht es ausnahmsweise nicht aus, wird die Strategie angepasst.
Fazit 2: Wenn globale Investoren Liquidität brauchen, verkaufen sie oft die Assets mit den höchsten Erträgen.
Genau das war beim Gold seit Januar zu beobachten. Dies ist nicht immer die beste Idee.
Fazit 3: Taktisch Risiko zu reduzieren ist denkbar, erfordert aber Timing beim Wiedereinstieg.
Wer hektisch aussteigt, bezahlt oft doppelt.
Fazit 4: Gutes Risikomanagement schafft Opportunitäten.
Wer rechtzeitig Liquidität schafft, hat die Chance, später günstiger nachzukaufen. Oft liegt die Performance im Einkauf.
Die entscheidende Frage: Wie gehen Sie aktuell mit der Unsicherheit an den Märkten um? Ich freue mich auf den Austausch.

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