Krypto-Wochenbericht | Marktanalyse vom 07.02.2026

KRYPTO – Meine Sicht (Autor: Markus van de Weyer, Gründer und Geschäftsführer alpha beta asset management gmbh)

Krypto Wochenanalyse: Bitcoin, Ethereum und Markttrends

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Werfen wir in der Marktanalyse zuerst einen Blick auf die Zu- und Abflüsse dieser Handelswoche in den Bitcoin und Ethereum ETF:

Die Bitcoin ETF erlebten in dieser Woche einen äußerst nervösen Handel, der von Kaufzurückhaltung und aggressiven Kursverlusten geprägt war. Nach einem positiven Start am Montag mit mehr als 560 Mio. USD an Zuflüssen in den ETF folgten drei Tage mit heftigen Abflüssen, am Freitag verbuchten die ETF wieder Käufe. In Summe flossen insgesamt 359 Mio. USD aus den ETF, nach 1,488 Mrd. USD Abfluss in der Vorwoche.

Ein vergleichbares Muster sehen wir bei den Ethereum ETF, mit Zuflüssen allein am Dienstag. In der Summe ergibt sich ein Abfluss von 170 Mio. USD, nach einem Abfluss von 327 Mio. USD in der Vorwoche.

Die neuen Solana ETF blieben von der schlechten Stimmung nicht verschont, es kam am Mittwoch und Freittag zu Abflüssen. In Summe ergibt sich ein Abfluss von circa 9 Mio USD. Die Zuflüsse seit dem Handelsstart summieren sich mittlerweile auf mehr als 860 Mio. USD – die sich mit gewisser Wahrscheinlichkeit zum Teil auch aus Verkäufen aus Bitcoin oder Ethereum ETF speisen.

Wie bewegte sich der Kryptomarkt in den letzten Handelstagen?

Volatilität als neues Normal? Wenn Krypto, Gold und Silber gleichzeitig ausschlagen

Die vergangenen zwei Wochen waren für den Kryptomarkt außergewöhnlich – nicht wegen eines klaren Trends, sondern wegen der Intensität und Geschwindigkeit der Kursbewegungen. Auf Phasen relativer Stabilität folgten abrupte Abverkäufe, schnelle Gegenbewegungen und erneute Rücksetzer. Diese Abfolge hat das Marktumfeld spürbar verändert: Der Fokus der Marktteilnehmer liegt weniger auf der Frage wohin der Markt langfristig will, sondern darauf, wie er sich kurzfristig bewegt.

Auffällig ist dabei, dass diese Volatilität kein isoliertes Krypto-Phänomen ist. Vielmehr fügt sie sich in ein breiteres Bild ein, das auch andere Assetklassen erfasst hat – insbesondere Gold und Silber, wo es in den vergangenen Tagen zu Tagesbewegungen kam, wie sie in dieser Größenordnung seit mehr als 50 Jahren nicht mehr beobachtet wurden.

Krypto: Zwei Wochen zwischen Hoffnung und Risikoaversion

Im Kryptomarkt selbst war die Ausgangslage zunächst konstruktiv. Nach der längeren Konsolidierungsphase seit Ende November hatte es erste Anzeichen gegeben, dass der Markt bereit sein könnte, die etablierte Handelsspanne nach oben zu verlassen. In der Spitze war der Markt noch Mitte Januar bis auf fast 100.000 USD für Bitcoin gelaufen – trotz immer noch verhaltener Stimmung. Dieses auf den ersten Blick positive Bild wurde jedoch innerhalb weniger Tage wieder revidiert. Politische Unsicherheit, geopolitische Spannungen und geldpolitische Spekulationen führten zu einem raschen Stimmungsumschwung.

In der Folge kam es zu schnellen Richtungswechseln, bei denen wichtige Unterstützungszonen getestet wurden, ohne dass sich vorerst ein klarer Abwärtstrend etablierte. Gleichzeitig scheiterten Erholungsversuche ebenso zügig. Dieses Muster ist typisch für ein Marktumfeld, in dem Liquidität vorhanden ist, aber Vertrauen fehlt. Positionen werden aufgebaut, aber ebenso schnell wieder reduziert, sobald neue Risiken auftauchen.

Seit dem Ende der letzten Woche wurde die Belastung jedoch zuviel, und die Tiefstände von Ende November wurden unterschritten. Begleitet von hohen Volumina im Derivatemarkt war der Markt in der Breite unter Druck, und Käufe blieben Mangelware. Donnerstag dieser Woche wurde eine der jemals größten Tagesbewegungen verzeichnet, und die 60.000 USD-Marke für Bitcoin getestet – ein Niveau, das vor wenigen Tagen noch unvorstellbar erschien. Mehrere Milliarden USD an Zwangsliquidationen erfolgten in dieser Woche, das „spekulative Geld“ scheint mit der kräftigen Abwärtsbewegung aus dem Markt gespült worden zu sein. Am Freitag erfolgte eine dynamische Gegenbewegung, die den Kurs von Bitcoin wieder oberhalb der Marke von 70.000 USD positionierte.

Gold und Silber: Extreme Bewegungen als Warnsignal

Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die Edelmetallmärkte. Sowohl Gold als auch Silber verzeichneten in den vergangenen Tagen außergewöhnlich große Tagesbewegungen, die in ihrer Größenordnung in historischen Vergleichen kaum vorkommen. Solche Ausschläge sind selbst in diesen mit langer Historie und Tradition handelnden Märkten selten und deuten auf eine grundlegende Neujustierung von Erwartungen oder Neupositionierung sehr großer Bestände hin.

In den letzten Tagen kam es am Silbermarkt zur größten und zweitgrößten jemals verzeichneten Tagesschwankung, mit Ausschlägen bis zu 35% am Tag. Das ist für ein Edelmetall bemerkenswert, für ein in der weltweiten Industrie verwendetes Metall kritisch. Diese Entwicklung ist für die Einordnung des Kryptomarktes wichtig. Edelmetalle reagieren typischerweise auf makroökonomische Unsicherheit, geopolitische Risiken und Vertrauensfragen gegenüber Geldpolitik und Währungen. Wenn selbst diese Märkte in kurzer Zeit dermaßen stark schwanken, ist das ein Hinweis darauf, dass Investoren weltweit ihre Risikopositionen neu bewerten – unabhängig von der Assetklasse.

Gemeinsamer Nenner: Unsicherheit statt Asset-spezifischer Probleme

Der Gleichlauf der Volatilität in Krypto, Gold und Silber spricht dafür, dass wir es aktuell nicht mit einem krypto-spezifischen Stressereignis zu tun haben. Vielmehr scheint sich eine breitere Unsicherheit zu entladen, die verschiedene Märkte gleichzeitig erfasst. Geopolitische Eskalationsrisiken, unklare geldpolitische Perspektiven und politische Entscheidungen mit potenziell weitreichenden Folgen sorgen dafür, dass klassische Bewertungsmodelle kurzfristig an Aussagekraft verlieren. In Phasen wie diesen kursieren auch schnell Gerüchte über die Auslöser der massiven Kursbewegungen. Angebliche Insolvenzen von Fonds, Banken oder Handelshäusern sind „übliche Kandidaten“, um den Streß im Markt erklären zu können.

In einem solchen Umfeld reagieren Märkte oft über. Bewegungen werden größer, weil Absicherungskosten steigen, Liquidität zeitweise zurückgezogen wird und Algorithmen sowie kurzfristige Strategien dominieren. Das erklärt, warum auch der Kryptomarkt in den letzten zwei Wochen eine Volatilität gezeigt hat, die weit über das hinausgeht, was man in ruhigeren Phasen erwarten würde.

Einordnung: Volatilität als Übergangsphase

Für die weitere Entwicklung ist entscheidend, wie diese Volatilität interpretiert wird. Historisch betrachtet treten Phasen starker Schwankungen häufig an Übergangspunkten auf – dann, wenn sich neue Erwartungen formen, alte Annahmen in Frage gestellt werden und Märkte nach Orientierung suchen. Das gilt für Krypto ebenso wie für Edelmetalle.

Dass der Kryptomarkt trotz der heftigen Bewegungen keine strukturellen Brüche zeigt, ist dabei ein wichtiges Signal. Die Marktmechanik wirkt angespannt, aber nicht dysfunktional. Es gibt nun wieder Käufer auf tieferen Niveaus und Verkäufer auf Erholungen – ein Zeichen für einen Markt, der ringt, nicht für einen, der kollabiert.

Ausblick: Beruhigung erst nach weiterer Klarheit

Kurzfristig dürfte die Volatilität hoch bleiben, solange die zugrunde liegenden Unsicherheiten bestehen. Politische Entscheidungen, geopolitische Entwicklungen und geldpolitische Signale werden weiterhin als Katalysatoren wirken – sowohl nach oben als auch nach unten. Erst wenn sich hier mehr Klarheit abzeichnet, dürfte sich auch das Marktverhalten normalisieren.

Bis dahin gilt: Die starken Schwankungen der letzten zwei Wochen sind weniger Ausdruck eines Richtungswechsels als eines Marktes im Suchmodus. Dass diese Suche nicht nur Krypto, sondern auch Gold und Silber erfasst, unterstreicht, wie tief die aktuelle Unsicherheit reicht – und relativiert zugleich die oft reflexhafte Interpretation von Krypto als Sonderfall.

Der Blick auf die Makrodaten, Politik und Unternehmen 

Makroökonomische und politische Einordnung – Geopolitik überlagert Konjunktur

Die abgelaufene Woche hat erneut gezeigt, wie stark die globalen Finanzmärkte derzeit von politischen und geopolitischen Entwicklungen geprägt werden. Klassische Konjunkturdaten liefern zwar weiterhin wichtige Signale, werden jedoch zunehmend durch außenpolitische Risiken, sicherheitspolitische Eskalationen und politische Entscheidungsprozesse überlagert. Besonders in den USA verdichteten sich in dieser Woche mehrere Themen, die das Risikosentiment spürbar beeinflusst haben.

USA: Iran-Konflikt rückt in den Vordergrund – Diplomatie unter Hochdruck

Im Mittelpunkt der politischen Aufmerksamkeit standen in dieser Woche die weiter eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Nachdem die militärische Präsenz der USA in der Region zuletzt verstärkt worden war, fanden am Freitag Gespräche zwischen Vertretern der USA und des Iran statt. Auch wenn bislang keine konkreten Ergebnisse bekannt wurden, signalisiert allein die Aufnahme direkter Gespräche, dass beide Seiten versuchen, eine unkontrollierte Eskalation zu vermeiden.

Für die Märkte ist diese Entwicklung ambivalent. Einerseits wirken diplomatische Kontakte grundsätzlich stabilisierend. Andererseits bleibt die Lage fragil, da jede Verschärfung unmittelbare Auswirkungen auf Energiepreise, Transportwege und das globale Risikosentiment hätte. Gerade in einem Umfeld, in dem Inflation und Geldpolitik weiterhin sensibel auf Energiepreise reagieren, bleibt der Iran-Konflikt ein zentraler Unsicherheitsfaktor.

USA: Konjunkturdaten stabil, aber ohne neue Impulse

Parallel zur geopolitischen Unsicherheit wurden in den USA auch neue Konjunkturdaten veröffentlicht. Diese zeichneten insgesamt ein Bild solider, aber nicht dynamischer wirtschaftlicher Entwicklung. Die Inflation bleibt gegenüber den Hochständen der Vorjahre deutlich zurückgegangen, bewegt sich jedoch weiterhin oberhalb des langfristigen Zielwerts der Federal Reserve. Das bestätigt die Einschätzung, dass der disinflationäre Trend intakt ist, aber noch nicht abgeschlossen.

Auch der Arbeitsmarkt zeigte sich weiterhin robust, wenngleich erste Anzeichen einer Abkühlung sichtbar bleiben. Beschäftigungszuwächse fallen moderater aus, während Entlassungen nicht sprunghaft zunehmen. Für die Geldpolitik bedeutet das ein Umfeld, das keinen akuten Handlungsdruck, aber auch keinen klaren Spielraum für aggressive Lockerung signalisiert.

Vor diesem Hintergrund bleiben die Erwartungen an die Federal Reserve für das laufende Jahr gedämpft. Zinssenkungen sind weiterhin möglich, dürften jedoch vorsichtig und datenabhängig erfolgen. Die Märkte richten ihren Blick zunehmend weniger auf den nächsten Zinsschritt als auf die grundsätzliche Ausrichtung der Geldpolitik – insbesondere im Lichte der jüngsten politischen Diskussionen um die künftige Führung der Notenbank.

Europa: Wirtschaftlich stabilisiert, politisch abhängig von externen Risiken

In Europa ist die makroökonomische Lage weiterhin von verhaltener Dynamik geprägt. Das Wachstum bleibt schwach, aber stabil, und die Inflation nähert sich in vielen Ländern dem Zielbereich. Damit reduziert sich der unmittelbare Druck auf die Geldpolitik, ohne dass daraus ein klarer Wachstumsschub entsteht.

Gleichzeitig ist Europa besonders anfällig für externe Risiken. Die Entwicklungen im Nahen Osten, mögliche handelspolitische Spannungen mit den USA und die weiterhin ungelöste Ukraine-Frage beeinflussen die wirtschaftlichen Erwartungen deutlich. In dieser Woche wurde erneut klar, wie stark Europa auf politische Entscheidungen außerhalb der eigenen Region reagieren muss.

Die Europäische Zentralbank dürfte vor diesem Hintergrund ihren vorsichtigen Kurs beibehalten. Große geldpolitische Überraschungen sind kurzfristig nicht zu erwarten. Für die Märkte bedeutet das ein Umfeld begrenzter Impulse, aber auch geringerer Volatilität aus geldpolitischer Richtung.

Asien: Japan vor politischer Weichenstellung

In Asien richtet sich der Blick zunehmend auf Japan, wo eine bevorstehende Wahl ansteht. Diese Wahl ist nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich relevant, da sie Einfluss auf den weiteren Kurs der Fiskal- und Geldpolitik haben könnte. Nach Jahren ultralockerer Geldpolitik hat Japan zuletzt vorsichtig mit der Normalisierung begonnen. Ein politischer Kurswechsel oder Unsicherheit über die Mehrheitsverhältnisse könnte diesen Prozess beeinflussen.

Für die Märkte ist Japan damit ein potenzieller Störfaktor, insbesondere für globale Kapitalflüsse. Eine Veränderung der geldpolitischen Ausrichtung oder eine Verzögerung der Normalisierung könnte Auswirkungen auf Währungen, Anleihemärkte und Risikoassets weltweit haben.

China hingegen bleibt wirtschaftlich stabil, aber ohne klare Wachstumsbeschleunigung. Die strukturellen Herausforderungen im Immobiliensektor und die zurückhaltende Binnennachfrage begrenzen die Dynamik. Asien liefert damit insgesamt keine starken positiven Impulse, aber auch keine unmittelbaren Schocks.

Gesamtfazit: Politik dominiert die kurzfristige Marktwahrnehmung

Zusammengefasst war die vergangene Woche makroökonomisch weniger von Datenüberraschungen als von politischen und geopolitischen Signalen geprägt. Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran, die anhaltenden Unsicherheiten im Nahen Osten, solide aber unspektakuläre US-Daten sowie politische Weichenstellungen in Japan bestimmen das Bild.

Für die Märkte bedeutet das ein Umfeld, in dem Fundamentaldaten weiterhin wichtig sind, aber kurzfristig von politischen Risiken überlagert werden. Solange diese Unsicherheiten bestehen, dürfte die Volatilität erhöht bleiben – nicht aus wirtschaftlicher Schwäche, sondern aus politischer Unklarheit.

Welche Projekte und Nachrichten stehen gerade im Fokus?

Trotz der großen Marktbewegungen in den letzten Wochen und Monaten, die durch die Geopolitik als auch die Zollverhandlungen ausgelöst wurden, gibt es in jeder Woche zusehends mehr Nachrichten mit großer Tragweite für den Kryptomarkt. Die Adaption der Technologie schreitet weiter voran, regulatorisch mehr und mehr unterstützt, da das Potential auch politisch weiter in den Fokus rückt. „Krypto ist gekommen, um zu bleiben“, und wird Tag für Tag sichtbarer in unserer Welt.

Regulierung als Engpass – warum Stablecoins, Börsenkonsolidierung und Asien den Takt vorgeben

Die vergangene Woche hat den Eindruck weiter verfestigt, dass sich der Kryptomarkt 2026 weniger über neue Narrative definiert, sondern über Regelwerke, Marktarchitektur und operative Tragfähigkeit. Während technologische Innovation weiterläuft, entscheidet sich zunehmend auf politischer und regulatorischer Ebene, wo und unter welchen Bedingungen diese Innovation skalieren kann. Vier Entwicklungen stechen dabei heraus – mit klaren Implikationen für Stablecoins, Marktstruktur und Standortwettbewerb.

Das Gesetz für die US-Market-Structure stockt weiter: Stablecoin-Yield als systemischer Konflikt

Der jüngste Versuch, Bewegung in die US-Krypto-Marktstruktur zu bringen, ist in dieser Woche erneut ins Stocken geraten. Ein Treffen am Montag im Weißen Haus zwischen Bankenvertretern und der Krypto-Industrie endete ohne Einigung. Im Zentrum steht weiterhin ein scheinbar technisches Detail, das sich zunehmend als systemischer Konflikt entpuppt: die Frage, ob Zinsen oder Rewards auf Stablecoins zulässig sein sollen.

Für Banken ist diese Frage hochsensibel. Verzinsliche Stablecoins würden in direkter Konkurrenz zu Bankeinlagen stehen – insbesondere zu kurzfristigen Einlagen, die für die Refinanzierung entscheidend sind. In einem Umfeld, in dem Einlagenstabilität politisch und regulatorisch wieder stärker beobachtet wird, sehen Banken hier ein strukturelles Risiko. Entsprechend drängen sie auf klare Verbote oder strikte Einschränkungen.

Die Krypto-Seite argumentiert diametral entgegengesetzt. Stablecoins ohne Ertragsmechanik seien in einem globalen On-Chain-Finanzsystem nicht wettbewerbsfähig. Rewards seien kein „Bonus“, sondern funktionaler Bestandteil der Marktlogik: Sie ziehen Liquidität an, stabilisieren Märkte und ermöglichen effiziente Kapitalallokation. Ein pauschales Verbot würde nicht nur Innovation hemmen, sondern Aktivität in weniger regulierte Jurisdiktionen verdrängen.

Diese Gegensätze erklären, warum das Thema politisch so schwer lösbar ist. Zwar gibt es Teilfortschritte: Das Senate Agriculture Committee hat Ende Januar eine CFTC-fokussierte Version des Gesetzespakets parteiintern vorangebracht, und im House existiert seit Sommer 2025 bereits eine verabschiedete Fassung. Doch ohne Einigung beim Stablecoin-Yield fehlt die bipartisane Brücke, die für einen Abschluss nötig wäre. Beobachter rechnen daher frühestens im späten Februar oder März mit neuen Bewegung – wenn überhaupt.

Für den Markt ist das mehr als eine Verzögerung. Es zeigt, dass Stablecoins inzwischen den Kern des Finanzsystems berühren. Die Regulierung dieser Produkte entscheidet darüber, ob Krypto als Ergänzung oder als Konkurrenz zum Bankensystem wahrgenommen wird. 2026 könnte damit zu dem Jahr werden, in dem nicht mehr über „Krypto ja oder nein“, sondern über Macht- und Ertragsverteilung im Finanzsystem entschieden wird.

Der Einfluß der Banken auf den Gesetzgebungsprozess ist nicht überraschend – der bisherige Siegeszug der Stablecoins in den USA wirft die Frage auf, inwiefern mehr oder weniger unverzinste Einlagen im Bankensystem durch die Konkurrenz der Stablecoins gefährdet sein könnten. Die Konkurrenz ist real geworden, die traditionelle Industrie muss sich bewegen, um den neuen Wettbewerb aufnehmen zu können.

World Liberty Financial: Ethik-Debatte verschärft den politischen Stillstand

Die regulatorische Lage wird zusätzlich durch eine politische Kontroverse belastet. Berichte über ein umfangreiches Investment aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in das Trump-nahe Projekt World Liberty Financial haben eine Ethik- und Interessenkonflikt-Debatte ausgelöst. Demokratische Senatoren fordern strengere Regeln, um mögliche Einflussnahmen – insbesondere durch ausländische Investoren – zu begrenzen. Republikanische Stimmen weisen diese Vorwürfe zurück.

Das Investment in World Liberty Financial (WLFI) durch die Aryam Investment 1, ein Unternehmen unter Kontrolle von Sheikh Tahnoon bin Zayed Al Nahyan, wurde am 16. Januar 2025 vereinbart und unterzeichnet. Es handelte sich um eine 500-Millionen-Dollar-Investition für einen 49%-Anteil, wobei etwa die Hälfte (ca. 187 Millionen USD) vorab an Trump-nahe Entitäten floss. Das Datum lag kurz vor der Amtseinführung von Donald Trump am 20. Januar 2025. Die Details des Investments wurden erstmals am 31. Januar oder 1. Februar 2026 durch einen Bericht des Wall Street Journal öffentlich gemacht, was zu einer breiten Medienberichterstattung führte. Trump selbst hat keine direkte öffentliche Stellungnahme abgegeben, aber das Weiße Haus und WLFI-Vertreter haben im Namen der Administration reagiert. Ein WLFI-Sprecher bestätigte den Deal und betonte, dass Trump weder involviert war noch eine Rolle im Unternehmen hat.

Unabhängig von der Bewertung des Projekts selbst ist die Auswirkung auf den Gesetzgebungsprozess erheblich. Die Debatte erschwert es, die ohnehin fragile parteiübergreifende Unterstützung für das Marktstrukturpaket zu sichern. Damit droht ein bekanntes Muster: Politische Nebenkriegsschauplätze verlängern den regulatorischen Schwebezustand. Weitere Details finden Sie hier.

Für den Kryptomarkt ist das ein Warnsignal. Regulatorische Klarheit hängt nicht nur von technischen Fragen ab, sondern zunehmend von politischer Glaubwürdigkeit und Governance-Themen. Je stärker Krypto mit parteipolitischen Konflikten verknüpft wird, desto schwieriger wird ein sachlicher Abschluss großer Gesetzesvorhaben.

Gemini konsolidiert: Kosten, Regulierung und der Rückzug aus Randmärkten

Eine sehr konkrete operative Nachricht kam von der Börse Gemini. Das Unternehmen kündigte umfangreiche Entlassungen an und zieht sich aus mehreren Märkten – darunter UK, EU und Australien – zurück. Der Schritt ist ein deutliches Zeichen für Konsolidierung im Exchange-Sektor.

Die Gründe sind vielschichtig: steigende Compliance-Kosten, zunehmender Wettbewerb um Liquidität, und der Wunsch, Ressourcen auf Kernmärkte mit klareren regulatorischen Perspektiven zu konzentrieren. Für Nutzer bedeutet das weniger Auswahl, für den Markt insgesamt jedoch eine Bereinigung. Nach Jahren schnellen Wachstums rückt wirtschaftliche Nachhaltigkeit stärker in den Fokus.

Dieser Trend dürfte sich 2026 fortsetzen. Börsen, die nicht über ausreichende Skaleneffekte oder regulatorische Klarheit verfügen, werden es schwerer haben. Für die Branche ist das langfristig positiv, kurzfristig jedoch mit Anpassungskosten verbunden.

Hongkong setzt Fakten: Stablecoin-Lizenzen ab März 2026

Während die USA ringen, schafft Hongkong klare Rahmenbedingungen. Die Hong Kong Monetary Authority kündigte an, ab März 2026 die ersten Stablecoin-Lizenzen zu vergeben. Der Ansatz ist selektiv und streng: wenige Emittenten, klare Anforderungen an Asset-Backing, Risk-Management, AML und grenzüberschreitende Nutzung.

Für den globalen Markt ist das ein starkes Signal. Hongkong positioniert sich als Testlabor für regulierte Stablecoins – mit direkter Anbindung an den asiatischen Zahlungsverkehr. Während in den USA politische Debatten dominieren, schafft Hongkong operative Klarheit. Das erhöht den Standortwettbewerb und könnte Kapital sowie Innovation anziehen.

Gesamtfazit

Die vier Themen dieser Woche verdeutlichen, dass sich der Kryptomarkt 2026 auf einer neuen Ebene bewegt. Regulierung wird nicht mehr abstrakt diskutiert, sondern entscheidet über Geschäftsmodelle, Standorte und Kapitalflüsse. Stablecoins stehen im Zentrum dieses Prozesses – als Brücke zwischen On-Chain-Finanzmärkten und dem traditionellen Bankensystem.

Für Anleger bedeutet das: Die kurzfristige Kursentwicklung bleibt wichtig, doch der regulatorische Rahmen gewinnt an Gewicht. Wo Klarheit entsteht, dürfte Aktivität folgen. Wo Stillstand herrscht, droht Abwanderung. Die vergangene Woche hat gezeigt, wie unterschiedlich schnell sich diese Prozesse weltweit entwickeln – und dass genau diese Divergenz 2026 prägen wird.

Podcast mit der „WirtschaftsWoche“

Wir folgten einer Einladung, und in der neuen Folge des WirtschaftsWoche Podcasts „Bitcoin & Beyond“ spricht Host Philipp Frohn mit Markus van de Weyer, Gründer und Geschäftsführer von alpha beta asset management, über ein turbulentes Kryptojahr 2025 und die Frage, ob 2026 für Bitcoin und andere digitale Assets wieder besser werden könnte.

Im Fokus der Folge:

    • welche Trends den Kryptomarkt 2025 wirklich geprägt haben,

    • warum es sich trotz aller Schlagzeilen längst nicht mehr nach Bullenmarkt anfühlt,

    • und warum es in 2026 für Bitcoin und Co. wieder besser werden könnte.

Den aktuellen Podcast finden Sie hier.

Schönen Gruß aus Frankfurt – und ein entspanntes Wochenende! ☀️

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Markus van de Weyer, Gründer und Geschäftsführer alpha beta asset management gmbh

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Markus van de Weyer

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